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Archiv: Kohleausstieg


Greenpeace und andere zum Koalitionsvertrag

Greenpeace beklagte in einer Medienmitteilung unbeantwortete Fragen im K-Vertrag zum Kohleausstieg und zum Verbrenner-Aus. Indem sie das deutsche Klimaziel für 2020 aufgäben, verzögerten die Koalitionäre den überfälligen Kohleausstieg. Die Grünen vermissen konsequenten Klimaschutz, ein festes Kohleausstiegsdatum, den Einstieg in den grünen Verkehr der Zukunft: „Frickelwerk“. Der BUND beklagt, die Große Koalition verschleppe „die dringend notwendige sozial-ökologische Wende“. DUH und Germanwatch kritisieren, die Koalitionspartner zementieren den umweltpolitischen Stillstand und sehen ein riskantes Spiel mit der eigenen Glaubwürdigkeit. Solarify mit einer ersten, unvollständigen Sammlung von Reaktionen in Bezug auf die Themen „Umwelt“, „Klima“ und „Kohleausstieg“.


Ottmar Edenhofer: „Eine Koalition von Pionieren müsste Kohleausstieg wagen“

Der Rückgang neuer Kohlekraftwerke in China und Indien wird durch den geplanten Zubau in schnell wachsenden Schwellenländern wie etwa der Türkei, Indonesien und Vietnam teilweise zunichte gemacht. Nur wenn die Staaten der Welt diesem Trend aktiv entgegen wirken, können sie die im Pariser Abkommen vereinbarten Klimaziele erreichen. Das sind Ergebnisse der Studie „Reports of coal’s terminal decline may be exaggerated“. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) haben sie in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlicht.


Beim bisherigen Tempo der Großen Koalition wird Klimaschutzziel 2020 erst 2038 erreicht

Zwischen 2005, dem Beginn der ersten Große Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel, und 2016 sanken die Emissionen im Durchschnitt lediglich um rund 8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. 2015 und 2016 stiegen die Emissionen sogar wieder – um knapp 5 Millionen Tonnen. Auch für das Jahr 2017 werden gleichbleibend hohe Emissionen erwartet. Setzt sich der bisherige Trend fort, so würde Deutschland seinen Kohlendioxid-Ausstoß erst im Jahr 2038 um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 reduzieren. Das belegen Zahlen des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE e.V.), die am 26.01.2018 veröffentlicht wurden.


Kommentar von Claudia Kleinert – zuerst erschienen im DIW Wochenbericht 3/2018

Für das Klima in Deutschland war es eine turbulente Woche. Zuerst sickerte bei den Sondierungsgesprächen durch, man werde sich vom Klimaziel 2020 verabschieden. Nun haben sich die Parteien für eine etwas vage Formulierung entschieden. Die Lücke zum Klimaziel für 2020 solle soweit wie möglich geschlossen werden. Damit räumen sie indirekt ein, dass eine Reduzierung der Emissionen um 40 Prozent bis dahin nicht mehr zu erreichen ist. Was für ein Desaster und vor allem ein Armutszeugnis für die neue alte große Koalition, die viele Jahre Gelegenheit hatte, alles in die Wege zu leiten, um langfristig die Emissionen zu senken!


Deadline 2025

Eines der acht verbleibenden Kohlekraftwerke Großbritanniens wird voraussichtlich noch in diesem Jahr die Stromerzeugung einstellen. Bis 2025 sollen die sieben anderen endgültig vom Netz gehen. Die Regierung hat dafür neue Regeln aufgestellt, welche die Schließung der Kohlemeiler erzwingen werden, schreibt Adam Vaughan im Londoner Guardian.


Zivilgesellschaft gestärkt im Engagement für Klimaschutz und eine bessere Landwirtschaft

Als eine „umweltpolitische Achterbahnfahrt“ bilanziert der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, das Jahr 2017. „Umweltthemen wie Klimawandel und Kohleausstieg, Dieselskandal, Insektensterben und die unlautere Glyphosat-Wiederzulassung sorgten 2017 zwar für viele Schlagzeilen, doch echte Fortschritte blieben aus. Dabei ist der politische Handlungsdruck angesichts der Klimakrise und des Verlusts der Biodiversität größer denn je“, sagte Weiger.


Greenpeace-Umfrage zeigt: Klimaschutz soll größere Rolle spielen

Konkret will sogar eine klare Mehrheit der SPD-Anhänger (78 Prozent „Ja“ oder „eher ja“), dass die einstige Kohlepartei SPD in einer möglichen Großen Koalition die Energiegewinnung aus der Kohleverbrennung beendet. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen online-Meinungsumfrage der Forschungsgruppe Civey im Auftrag von Greenpeace vom 12. bis zum 16.12.2017.


„Hallo SPD, habt ihr den Kohleausstieg vergessen?“

Klaus Oberzig kommentiert in der Rubrik „en détail“ der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. am 15.12.2017 den Leitantrag der vergangene Woche vom SPD-Parteitag verabschiedet wurde: Es wäre eigentlich nicht der Rede wert, denn neu ist diese Feststellung nicht. Sie ist unterlegt durch die Politik der Schwarz-Roten Bundesregierung während der vergangenen vier Jahre, sowie die der SPD-geführten Landesregierungen in Brandenburg und NRW. Die Liebe zur Kohle, besonders zur Braunkohle, scheint bei den Sozialdemokraten quasi zur DNA ihre Parteiexistenz zu gehören.

Seltene Einigkeit


Gewerkschaft und RWE-Chef warnen vor Kohleausstieg

Kurz vor Sondierungen über eine neue Große Koalition versucht der IG BCE-Chef, Pflöcke einzuschlagen. RWE-Chef Schmidt forderte Union und SPD vor möglichen Koalitionsgesprächen zu einer Politik des „Augenmaßes“ in der Klima- und Energiepolitik auf. Die Energieunternehmen hätten bereits sehr viel dazu beigetragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Zugleich aus Atom und Kohle auszusteigen sei nicht möglich. „Wir sind es leid, dass die Politik bestellt, die Rechnung aber bei uns bleibt“, kritisierte Michael Vassiliadis bei einer Betriebsrätekonferenz der Gewerkschaft in Berlin. „Wir müssen für falsche Weichenstellungen in der Politik bezahlen.“


…und Martin Schulz will Kohleausstieg

Mehr als 80 Ökonomen fordern das sofortige Ende aller fossilen Energieinvestitionen. Auch Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin für Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und wissenschaftlicher Chair der Energy Watch Group, gehört zu den Erstunterzeichnerinnen des Appells an den „Eine Welt Gipfel“, der am 12.12.2017 zwei Jahre nach der Pariser Klimaschutzkonferenz unter Leitung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron stattfinden wird. Anmerkungen des Energie-Experten Hans-Josef Fell.

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