SOLARIFY

Archiv: CO2


Kohlendioxid als Rohstoff

Urtümliche Bakterien können CO2 in 3-Hydroxypropansäure. einen begehrten chemischen Grundbaustein, verwandeln. Erste Hürden auf diesem Weg haben Frankfurter Mikrobiologen im europäischen Forschungsprojekt „CO2Chem – Biologische Konversion von CO2 zur Plattform-Chemikalie 3-Hydroxypropansäure“ genommen, schreibt Björn Lohmann im Portal bioökonomie.de, einer Initative des BMBF . Bis 2020 sollte Deutschland eigentlich die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent senken, was aber inzwischen nicht nur das Umweltbundesamt für nicht mehr erreichbar hält. Um dennoch bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen, muss ein weiterer Ansatz relevant werden: CCU – Carbon Storage and Utilization (Kohlendioxid-Abscheidung, Speicherung und Wiederverwendung – so wie gestern in Duisburg das Technikum des Projekts Carbon2Chem eingeweiht wurde).


Technikum nimmt Betrieb auf

Am 20.09. eröffnete das Projekt Carbon2Chem® sein Technikum .”Wir feiern heute eine echte Weltpremiere”, sagte Bundesministerin Anja Karliczek in ihrem Grußwort zum Start in Duisburg. Im Verbundprojekt Carbon2Chem® (s. solarify.eu/co2-als-rohstoff-carbon2chem) werden auf der Basis katalytischer Verfahren Technologien für chemische Synthesen entwickelt, mit denen Hüttengase aus der Stahlproduktion in marktfähige Chemieprodukte oder Treibstoffe umgewandelt werden. Solarify dokumentiert das vorab verbreitete Grußwort der Ministerin.

…und Kettensägen, und Laubbläser… wie ändern?

Die Schweiz hat sich verpflichtet, bis 2030 die Treibhausemissionen zu halbieren – schreibt Philipp Löpfe im Schweizer Newsportal Watson, und bisher sieht es nicht gut aus: Trotz steigender CO2-Abgaben blase die Schweiz nach wie vor jedes Jahr mehr in die Luft. Kleinere Sünder hätten große Wirkung: “Ein Rasenmäher produziert etwa gleich viel Schadstoffe wie zwölf Mittelklasse-Autos”, sagt Urs Weidmann, Chairman der Firma Silent Power, “Kettensägen und Laubbläser sind nicht viel besser”.

Die Welt feiert ETS


Endlich allmählich adäquate CO2

Welt-Wirtschaftsredakteur Daniel Wetzel, bisher kaum als Energiewende-Protagonist und Enthusiast Erneuerbarer Energien hervorgetreten (eher mit Geschichten wie: “Das Märchen von der erfolgreichen Energiewende” – “Frust über die Energiewende”, etc., etc.) setzte in der Ausgabe vom 25.08.2018 zur Rolle rückwärts an: Am 25.08.2018 lobte er überraschend den europäischen Zertifikatehandel ETS. Der Grund für seine Wende: Der Verschmutzungs-Handel, einst Erfindung der amerikanischen Neo-Cons, hat sich, offenbar den selbstheilenden Kräften des Marktes folgend unversehens zu ungeahnten Preisen aufgeschwungen.


Mehr CO2 abgefangen

Um den CO2-Ausstoß zu kompensieren, forstet China auf. Würden statt Monokulturen artenreiche Wälder gepflanzt, könnte zusätzlich viel mehr Kohlenstoff gespeichert werden, belegt ein Team um Forschende der Universität Zürich (UZH) einer Martenreiche Baumbestände nehmen mehr CO2 aus der Atmosphäre auf und sind effektiver gegen die Erderwärmung

“Gut gesetzter Vorstoß”


Cañete will EU-Klimaziele erhöhen

Die Diskussion habe gerade erst begonnen aber die Richtung stimme, kommentierte Georg Ehring auf der Internetseite des Deutschlandfunks den Plan von EU-Kommissar Miguel Arias Cañete, die europäischen Klimaziele zu erhöhen. Wenn Europa das Thema wichtig nehme, könnten andere folgen. Die Warnung des BDI vor europäischen Alleingängen sei deshalb “nicht richtig”.


Mikrobielle Elektromethanogenese

Wissenschaftler des amerikanischen Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) haben in Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Energieversorger Southern California Gas (SoCalGas) und der Stanford University haben mit Hilfe von Grünstrom und Mikroben Kohlendioxid direkt in Erneuerbares Erdgas umgewandelt.Ein bayerisches Unternehmen macht etwas Ähnliches.


Diamant gibt Forschern Rätsel auf – Neue Modelle der Entstehung nötig

Unter enormem Druck und bei großer Hitze verwandelt sich Kohlendioxid zu Diamant und Sauerstoff – so steht es im Lehrbuch. Doch Wissenschaftler kamen jetzt bei einem Experiment zu einem ganz anderen Ergebnis: Wie die Universität Wien am 08.08.2018 mitteilte, hat ein internationales Forscherteam aus Wien und Florenz durch Messungen an der Europäischen Synchrotronstrahlquelle ESRF in Grenoble herausgefunden, dass freies CO2 2.500 km unter der Erdoberfläche in Form eines kristallinen Festkörpers bestehen kann und nicht zwingend zu Diamant und Sauerstoff zerfällt. Diese unerwartete Stabilität stellt die gängigen geochemischen Modelle des tiefen Erdmantels in Frage. Die Ergebnisse der Studie erschienen aktuell in Nature Communications.


Aufstieg von Tiefenwasser im Südpolarmeer erklärt CO2-Anstieg im Holozän

Was nun immer mehr zu einer Bedrohung für Mensch und Umwelt wird, hat die menschliche Zivilisation in der Vergangenheit wahrscheinlich erst möglich gemacht, so eine Medienmitteilung aus dem Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie vom 30.07.2018. Denn schon 11.000 Jahre vor dem massiven anthropogenen Anstieg des atmosphärischen CO2 erhöhte sich die CO2-Konzentration leicht, möglicherweise eine entscheidend für die Stabilisierung des Klimas im Holozän und damit auch für die Entwicklung der menschlichen Zivilisation. Ein internationales Team unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universität Princeton fand heraus, dass das CO2 in die Atmosphäre gelangt sein, weil im Südpolarmeer mehr Tiefenwasser aufstieg.


Klimaschädliches Gas als Grundstoff für wichtigen Futtermittelzusatz

Professor Arne Skerra ist es einer Medienmitteilung der Technischen Universität München (TUM) vom 26.07.2018 zufolge erstmals gelungen, in einer biotechnischen Reaktion gasförmiges CO2 als Grundstoff für die Produktion eines chemischen Massenprodukts zu verwenden. Es handelt sich um Methionin, das als essenzielle Aminosäure vor allem in der Tiermast eingesetzt wird. Das neu entwickelte enzymatische Verfahren könnte die bisherige petrochemische Produktion ersetzen.

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