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Archiv: COP21


Streit um vage Zahlen und Angst vor Scheitern erschwert langfristigen EU-Klimaplan

Im März 2018 war die Kommission von den Mitgliedstaaten aufgefordert worden, eine langfristige Strategie zu entwickeln, um die europäische Wirtschaft auf einen dem Pariser Klimaabkommen entsprechenden Kurs zu bringen. Kommissionsgranden wie Präsident Jean-Claude Juncker und EU-Klima-Chef Miguel Arias Cañete befürworten eine Strategie mit Netto-Null-Emissionen bis 2050. Quellen aus dem Kommissionsumfeld legen aber nahe, dass sich Fraktionen innerhalb der EU-Exekutive für eine „business-as-usual“-Strategie einsetzen – schreibt Sam Morgan auf EURACTIV.com (und er schickt einen Kommentar hinterher).

Der Preis des Klima-Nichtstuns


Soziale Kosten des Kohlenstoffs – länderspezifisch

Eine neue Analyse (zitiert im aktuellen Natur-Editorial unter dem Titel “The costs of climate inaction” – Kosten der Klimauntätigkeit) listet die wahrscheinlichen sozialen Kosten der CO2-Emissionen nach Ländern auf – und sollte eine beunruhigende Lektüre für Politiker sein – “Country-level social cost of carbon”, so der Titel in nature climate change. Dessen ungenannter Autor zitiert Bismarck, Politik sei die Kunst des Möglichen (im englischen Original: “…the art of the next best”). Ein eher trauriges Beispiel dafür sei der weltweite Politiker-Ansatz zur Bekämpfung des Klimawandels.


Aber Klimaziele mit drastischen CO2-Reduktionen noch erreichbar

Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, soll das Pariser Klimaabkommen die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad und möglichst auf 1,5° begrenzen. Das ist nur möglich, wenn die Staaten ihre Emissionen erheblich stärker reduzieren, als sie es bisher im Rahmen des Abkommens zugesagt haben. Wäre Klima-Geoengineering ein Plan B, falls dies nicht gelingt? Davon seien die vorgeschlagenen Technologien weit entfernt, schreibt ein Autorenteam um IASS-Direktor Mark Lawrence in Nature Communications.


Neues Klimaschutzabkommen – aber ohne deutsche Beteiligung

19 Bürgermeister von Megastädten der ganzen Welt wollen in einer gemeinsamen Erklärung den Klimaschutz stärken und ab 2030 nur noch CO2-freie Gebäude errichten. Vorschriften und Planungspolitik werden auch auf bestehende Gebäude abzielen, um sie bis 2050 auf Null zu bringen und sicherzustellen, dass die Städte die ehrgeizigen Ziele der Pariser Vereinbarung erfüllen. Unterzeichnet wurde die Erklärung allerdings nicht von deutschen Städten, obwohl Berlin und Heidelberg C40-Mitglieder sind (letzteres jedoch “zeitweilig inaktiv”).


Prof. Stocker: “Klimawandel-Skeptiker haben praktisch keine wissenschaftliche Kompetenz”

Er gilt als Kapazität auf seinem Gebiet: Professor Doktor Thomas Stocker ist Chef der Abteilung Klima- und Umweltphysik an der Universität Bern. Der gebürtige Zürcher berät als Präsident des dortigen Oeschger-Zentrums für Klimaforschung nicht nur Schweizer Bundesräte. Als Vorsitzender einer internationalen Gruppe von Klima-Experten haben seine Kollegen und er auch den UN-Klimagipfel in Paris 2015 geprägt. Seine Arbeit wurde 2017 mit dem mit 250’000 Franken dotierten Marcel-Benoist-Preis gewürdigt. Ein Anruf aus aktuellem Anlass – von Philipp Dahm am 26.07.2018 für Bluewin.


Appell an alle Regierungen: Klimabeschlüsse umsetzen

Der Papst hat alle Regierungen aufgefordert, die eingegangenen Verpflichtungen der Pariser UN-Klimakonferenz COP21 mit Leben zu erfüllen; am 06.07.2018 mahnte er laut Kölner Domradio (KNA) die Politiker vor den Teilnehmern einer internationalen Umweltkonferenz im Vatikan, “keine Zeit zu verschwenden”, um “die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu vermeiden”. Die Verantwortlichen sollten die 24. UN-Klimakonferenz im Dezember in Kattowitz dafür ebenso nutzen wie den “Global Climate Action Summit” im September in San Francisco.


Paris würde dank reduzierter Wärmebelastung durch 1,5-Grad-Grenze extreme hitzebedingte Mortalität senken

Forscher aus Großbritannien, Norwegen, den USA, Kanada und der Schweiz um den Engländer Daniel Mitchell haben herausgefunden, dass in wichtigen europäischen Städten eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 °C die extreme hitzebedingte Mortalität um 15-22 % gegenüber 2 °C senken würde. Eine andere Analyse des Australiers Andrew D. King et al. zeigt, dass die Europäer in einer 2° C-Welt häufigere und intensivere Hitzeextreme erleben würden als in einer 1,5° C-Welt. Schlussfolgerung: “Die Vorteile einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf das niedrigere Ziel von 1,5 °C sind im Hinblick auf die Wärmebelastung der Bevölkerung beträchtlich und sollten die Länder dazu veranlassen, sich um größere Emissionsreduktionen zu bemühen”.


“Als wir entschieden, die Erde zu retten” – Mitnehmende Dokumentation der COP21-Verhandlungen von Paris

“Doku-Thriller! Kaum vorstellbar, dass das Ringen um Prozentzahlen und Textbausteine je spannender war als hier, anlässlich dieser 21. UN-Klimakonferenz,” textete die sonst so zurückhaltende arte-Redaktion – und das völlig zu Recht: Der junge österreichische Regisseur Filip Antoni Malinowski blickt in einem hochemotionalen Dokumentarfilm hinter die Kulissen der UN-Klimakonferenz COP21 (siehe solarify.eu/durchbruch-in-paris u.v.m.) im Dezember 2015 in Paris. “Der Film hinterlässt eine ähnliche Wirkung wie zum Beispiel Leonardo DiCaprios Meisterwerk ‘Before the Flood’ – er versucht, aufzurütteln und für die Folgen eines ungebremsten anthropogenen Klimawandels zu sensibilisieren”, schreibt Jan Tolzmann auf der DGVN-Seite. Und über allem schwebe Donald Trumps dunkles Zitat: “A global climate agreement? – One of the dumbest things I’ve ever seen”.

Bloomberg zahlt für Trump


Milliardär übernimmt US-Beitrag zu COP21

Durch den – von vielen Amerikanern abgelehnten – Ausstieg Präsident Trumps aus dem Pariser Klimaabkommen zahlen die USA keinen Beitrag mehr. Jetzt will der Milliardär Bloomberg den US-Beitrag bezahlen – seine Stiftung werde die von den USA ursprünglich für 2018 zugesagten 4,5 Millionen Dollar übernehmen. Das hat er in in einem Interview mit dem Sender CBS am 23.04.2018 angekündigt, wie zahlreiche Medien, darunter tagesschau.de, berichten.


Barbara Hendricks im Gespräch mit der Süddeutschen

Die ehemalige Umweltministerin Barbara Hendricks sprach mit Nico Fried und Michael Bauchmüller unter anderem darüber, wie schwer es ihr fiel, aufzuhören. Nach nur einer Legislaturperiode musste sie das BMUB, jetzt nur noch BMU, an Svenja Schulze, Genossin aus dem gleichen Landesverband Nordrhein-Westfalen, abgeben. Hendricks erwarb sich in vier Jahren Ansehen u.a. durch Konfliktbereitschaft mit CSU-Minister-Kollegen, durch den Abschluss der COP21 in Paris – ihr eigener Parteivorsitzender aber bremste sie vielfach aus.

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