Ein Viertel der Windgeneratoren muss weg

Zu alt, zu wenig Leistung – Windenergiebranche schwächelt

Viele der in den vergangenen 25 Jahren gebauten Windenergie-Anlagen müssen aus Altersgründen (schon wieder) abgebaut werden, meldet der NDR-Niedersachsen. Vornehmlich im Norden Niedersachsens sind das nach Schätzungen der Landesregierung in Hannover bis zu einem Viertel der 6.277 Windgeneratoren. Welche Anlagen abgebaut würden, konnte Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) am 31.08.2018 bei der Vorstellung des Energiewendeberichts 2018 (noch) nicht sagen.

[note Nach Daten der Deutschen Windguard sind rund 1570 Anlagen in den nördlichen Landkreisen Aurich, Wittmund, Friesland und Wesermarsch vom Abbau betroffen, schreibt nwz-online.]

Leistung heutiger Anlagen deutlich gestiegen

Die Windkraftanlagen in Niedersachsen müssen nicht deshalb abgebaut werden, weil sie altersschwach sind (viele von ihnen wurden in den 90er-Jahren gebaut), sondern weil sie mit 500 bis 1.000 kW meist zu geringe Leistung bringen. Heute kommen größere Anlagen dagegen auf rund 3.500 kW. Es sei kaum möglich, die alten Anlagen an den gleichen Standorten durch neue zu ersetzen (Repowering), denn für die technisch weitaus anspruchsvolleren Anlagen seien neue Genehmigungen notwendig, denn auch die Größe der Anlagen habe massiv zugenommen. Heute erreichen Windgeneratoren bis 200 Meter (zum Vergleich: die Kuppel des Berliner Fernsehturms hat 214 m).

Die landesweite Energiebilanz kann sich vor allem dank der Windenergie sehen lassen: Rechnerisch kann Niedersachsen bereits 60 Prozent seines Strombedarfs aus Erneuerbaren decken. So steht es im Bericht, demzufolge Niedersachsen mehr als 10,6 GW Windenergieleistung verfügt – mehr als jedes andere Bundesland. “Damit sind wir im Vergleich weit vor den anderen Ländern”, sagte Lies, der das auch als Standortvorteil für Niedersachsen sieht.

[note Aber alle guten Zahlen des NiSa-Energiewendeberichts können laut NDR nicht darüber hinwegtäuschen, dass die “Windenergiebranche schwächelt, wie das Beispiel Enercon aktuell zeigt. Beim Anlagenbauer sollen etwa 800 Arbeitsplätze gestrichen werden. Für Umweltminister Lies auch eine Folge verfehlter Politik, weil die Bundesregierung zum Beispiel den Ausbau der Windenergie begrenzt. Lies hält das für falsch und kündigte an, darauf zu drängen, dass das geändert werde. ‘Wir brauchen bis 2025 eine verlässliche Zubaugröße, die die nach meiner Vorstellung bei 4.000 Megawatt liegen muss’, so der Minister.”]
Folgt: Energiewendebericht 2018: Niedersachsen festigt Spitzenplatz bei Windenergie