Trassenverlauf für bayerischen SuedOstLink umstritten

Bundesnetzagentur sorgt mit Strecke Hof-Schwandorf für Enttäuschung

Die Bundesnetzagentur hat am 18.12.2019 den Korridor für die geplante Gleichstromtrasse – den sogenannten Südostlink – von Hof nach Schwandorf verbindlich festgelegt. Viele Menschen sind enttäuscht: Denn nur auf zehn Kilometer wird die Trasse mit der Autobahn 93 gebündelt. Bei Marktredwitz weicht der 1.000 Meter lange Trassenkorridor jedoch ab, denn die Bundesnetzagentur sei sich nicht sicher, ob der von TenneT vorgeschlagene Korridor durch ein Wasserschutzgebiet verläuft, so eine Pressesprecherin gegenüber dem BR. Die Gleichstromverbindung wird in diesem Abschnitt ausschließlich als Erdkabel realisiert.

Die Energiewende wird ohne einen zügigen Ausbau des Stromnetzes nicht gelingen, sagt Jochen Homann Präsident der Bundesnetzagentur. „Die Festlegung des Korridors für den SuedOstLink ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Projekts. Wir liegen mit den Genehmigungsverfahren für die großen Stromleitungen gut im Zeitplan.“ Die Festlegung des Trassenkorridors umfasst auch einen Abschnitt, der bei Hof beginnt, östlich von Marktredwitz und Weiden verläuft und bei Schwandorf endet. Dieses Teilstück des SuedOstLink ist 137 Kilometer lang. Der festgelegte Trassenkorridor ist 500 bis 1000 m breit. Die Gleichstromverbindung wird in diesem Abschnitt ausschließlich als Erdkabel realisiert.

Die Bundesnetzagentur folgt in ihrer Festlegung in weiten Teilen dem Vorschlag des Vorhabenträgers TenneT TSO GmbH. In diesen Vorschlag waren bereits Ergebnisse der Antragskonferenz und Anforderungen der Bundesnetzagentur eingeflossen. Die Bundesnetzagentur hat jedoch bei Marktredwitz einen abweichenden Trassenkorridor festgelegt. Grund dafür ist, dass sie den von TenneT vorgeschlagenen Verlauf für wasserrechtlich nicht genehmigungsfähig hält.

Bündelung mit Autobahn 93 östlich von Hof

In ihrer Entscheidung hat die Bundesnetzagentur einen Vorschlag zur Bündelung mit der A 93, den unter anderem der Landkreis und das Wasserwirtschaftsamt Hof eingebracht hatten, aufgegriffen. Der festgelegte Trassenkorridor verläuft östlich an Gattendorf vorbei über zehn Kilometer entlang der Autobahn. Die Bundesnetzagentur hatte jedoch in ihrem Untersuchungsrahmen festgelegt, dass TenneT an Teilstücken des SuedOstLink eine Bündelung mit der A 93 prüfen muss. Im Erörterungstermin im Juli 2019 und der vorgelagerten Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung wurde die durchgehende Bündelung des SuedOstLink mit der Bundesautobahn A 93 erneut gefordert. Die Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung ergab allerdings keine neuen Erkenntnisse, die die erneute Prüfung einer durchgehenden Bündelung gerechtfertigt hätten.

Nächste Schritte

Nach Abschluss der Bundesfachplanung folgt nun das Planfeststellungsverfahren. In diesem Genehmigungsschritt werden der genaue Leitungsverlauf innerhalb des Trassenkorridors und die technische Umsetzung der Stromleitung festgelegt. TenneT hat den Antrag auf Planfeststellung nach Kenntnissen der Bundesnetzagentur bereits parallel zum Bundesfachplanungsverfahren vorbereitet und dürfte diesen in Kürze einreichen.

Hintergrundinformationen

Der SuedOstLink ist, neben Korridor A und SuedLink, eine von drei Gleichstromverbindungen von Norden nach Süden. Die geplante Leitung verläuft von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt nach Isar in Bayern. Das Vorhaben ist erforderlich, weil es durch den massiven Zubau erneuerbarer Energien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Engpässen beim Stromtransport nach Bayern kommt.

SuedOstLink besteht aus insgesamt vier Teilabschnitten. Für den Abschnitt Eisenberg – Hof wurde der Trassenkorridor bereits im Oktober festgelegt. Die Korridore in den verbleibenden Abschnitten Wolmirstedt – Eisenberg und Schwandorf – Isar werden voraussichtlich im ersten Quartal 2020 genehmigt. Die Inbetriebnahme des SuedOstLinks ist für das Jahr 2025 geplant.

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