Nobelpreise für Physik und Chemie an je drei Forschende

Einer davon arbeitet am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching

Der Physik-Nobelpreis ging am an Ferenc Krausz, Pierre Agostini und Anne L’Huillier – sie werden für ihre Arbeit über Elektronen ausgezeichnet, experimentelle Methoden zur Erzeugung von Attosekunden-Lichtimpulsen für die Untersuchung der Elektronendynamik in Materie. Krausz forscht am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München. Den Chemiepreis erhielten drei in den USA arbeitende Forscher.

Nobelpreismedaille von Erik Lindberg – Foto © kva.se

Die Preisträger haben laut dem zuständigen Gremium des Karolinska-Instituts in Stockholm Lichtblitze erzeugt, die kurz genug sind, um Schnappschüsse von extrem schnellen Bewegungen von Elektronen zu machen. Das Verhältnis einer Attosekunde zu einer Sekunde entspreche dem Verhältnis zwischen einer Sekunde zum Alter des Universums. L’Huillier entdeckte demnach einen neuen Effekt durch die Wechselwirkung von Laserlicht mit Atomen in einem Gas. Agostini und Krausz zeigten, dass dieser Effekt genutzt werden kann, um kürzere Lichtimpulse zu erzeugen, als dies bisher möglich war.

Der diesjährige Chemienobelpreis ging am 04.10.2023 an die in den USA arbeitenden Moungi Bawendi, Louis Brus und Alexei Ekimov. Die drei werden für die Entdeckung und Entwicklung von Quantenpunkten ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um extrem kleine Partikel, deren elektrische, magnetische und optische Eigenschaften durch ihre Größe bestimmt werden.

Die Arbeiten der drei Preisträger gehen auf die frühen 80er Jahre zurück. Quantenpunkte haben lseither ängst praktische Anwendung gefunden. So wurde bereits 2013 ein LCD-Bildschirm präsentiert, der von hinten mit Quantenpunkten beleuchtet wurde. Einige Jahre später kamen die ersten QLED-Monitore auf den Markt, in denen die Quantenpunkte selbst die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau erzeugten. Diese Bildschirme haben eine höhere Auflösung als herkömmliche LCD. Quantenpunkte sind Partikel aus tausend bis hunderttausend Atomen. Damit sind sie kleiner als ein Mikrometer. Man bezeichnet sie auch als Nanopartikel.

Humboldt-Stiftung gratuliert

Der russische Physiker Alexei Ekimov wurde bereits 1996 mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet und kam mithilfe des Preises zu wissenschaftlichen Gastaufenthalten nach Deutschland an das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart sowie an die Justus-Liebig-Universität Gießen. Er wurde am Joffe-Institut im heutigen Sankt Petersburg promoviert und ist seit 1999 Wissenschaftler bei Nanocrystals Technology, New York, USA.

„Wir gratulieren Alexei Ekimov, Moungi Bawendi und Louis Brus herzlichst. Die Auszeichnung für ihre bahnbrechende Arbeit ist hochverdient“, sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung Robert Schlögl. „Dass Alexei Ekimov als Humboldtianer enge Beziehungen zu Deutschland pflegt und Moungi Bawendi bereits Gastgeber im Humboldt-Netzwerk für eine deutsche Lynen-Stipendiatin war, freut uns umso mehr.“

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