Erstes CSP-Turmkraftwerk in Nordafrika

Test deutscher solarthermischer Technologie – Desertec und TuNur planen ähnlich

In Algerien wird das erste solare Turmkraftwerk in Nordafrika gebaut. Die Technologie kommt aus Deutschland: Forscher erprobten sie mit dem Solarturm Jülich. Das Bundesumweltministerium unterstützt die Entwicklung und den Export dieser solarthermischen Kraftwerkstechnik. So soll am Sonnengürtel der Erde die Energiewende gelingen.

Hybrid bis 7 MW

Die deutsch-algerische Zusammenarbeit für CSP-Kraftwerke ist beschlossen. Am nördlichen Rand der Sahara in Boughezoul wird ein Sonnenwärme-Kraftwerk mit einer Leistung von bis zu sieben Megawatt gebaut. Nach Sonnenuntergang kann das Kraftwerk mit Erdgas betrieben werden. Dieser Energieträger bestimmt derzeit die Stromproduktion in Algerien wegen eigener Vorkommen. Die Kombination von Sonnenenergie und Gas soll Algerien einen kostengünstigen und versorgungssicheren Übergang von einer fossilen zu einer solaren Stromerzeugung ebnen.

In der Pilotanlage Jülich lenken 2.153 bewegliche Spiegel (Heliostate) die Sonnenstrahlen auf die Spitze des 60 Meter hohen Turms. Dort werden die Strahlen von einem 22 Quadratmeter großen Receiver aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Foto © DLR/Lannert www.bine.info

Exportstrategie Solarenergie

Algerien baut als erstes nordafrikanisches Land ein Turmkraftwerk. Die Technologie entwickelten Forscher mit dem Projekt „Solarturm Jülich“ entscheidend weiter. Seit 2009 wird mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums ein Pilotkraftwerk in Jülich betrieben. Ziel der Bundesregierung ist die Weiterentwicklung der Technologie für den Export. In Deutschland selbst ist eine wirtschaftliche Stromerzeugung mit solarthermischen Kraftwerken durch den hohen Anteil von diffusem Sonnenlicht und viele Wolken nach heutiger Einschätzung nicht möglich.