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Home »Bibliothek»100 Prozent Grünstrom in jedem Fall billiger

100 Prozent Grünstrom in jedem Fall billiger

Veröffentlicht am14. Dezember 20127. Juli 2023Autorgh

Die amerikanische Quelle:
->Quelle: www.sciencedirect.com

Seiten: 1 2 3

KategorienBibliothek, News, Politik, WirtschaftSchlagworteErneuerbare Energien

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Verwandte Themen

  • Einweg-E-Zigaretten: Neues Rücknahme-Gesetz reicht nicht

    Fünf Millionen Einweg-Vapes pro Woche, täglich Brände in Müllwagen und Sortieranlagen, enorme Rohstoffverschwendung: Seit Januar ist die Elektro-Novelle   in Kraft, die bald alle Händler zur Rücknahme verpflichten. Doch Kritiker bezweifeln, dass eine Rücknahmepflicht viel bewirkt. Branchenberichten zufolge werden in Deutschland jede Woche rund fünf Millionen Einweg-Vapes konsumiert. Die ElektroG-Novelle, seit Januar 2026 in Kraft, verpflichtet ab dem 1. Juli alle Händler zur Rücknahme – unabhängig von der Verkaufsfläche. Ein neues einheitliches Symbol mit grünem Stecker und Pfeilen soll Verbraucher auf die Abgabemöglichkeit hinweisen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Doch die Regelung greift zu kurz. Supermärkte verfügen längst über Sammelstellen für Elektroschrott. Das eigentliche Problem liegt in der falschen Entsorgung: Laut britischen Studien landen mehr als die Hälfte aller Einweg-Vapes im Hausmüll. Die Folgen sind dramatisch. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft berichtet von täglichen Bränden in Sortieranlagen, Müllwagen und Wertstofftonnen. Die fest verbauten Lithium-Ionen-Akkus entzünden sich bei mechanischer Beschädigung. Die Folgen reichen von Schwelbränden bis zu Großfeuern, die Anlagen für Tage stilllegen und Hunderttausende Euro Schaden verursachen. Der Auslöser: Geräte, die wenige Euro kosten und nach wenigen Zügen im Müll landen. Mit dem neuen Gesetz werden vielleicht ein paar mehr Geräte korrekt entsorgt. Aber eine Motivation gegen die falsche Entsorgung im Hausmüll oder anderweitiges Wegwerfen liefert das Gesetz nicht. Dafür bräuchte es ein Pfand oder etwas Ähnliches. Die Deutsche Umwelthilfe hält die Rücknahmepflicht daher für unzureichend und fordert sogar ein vollständiges Verbot von Einweg-E-Zigaretten. Die Organisation verweist auf die strukturellen Schwächen des Systems: Selbst in Ländern mit bestehenden Rückannahmepflichten landen die meisten Geräte im Restmüll. Ab 2027 schreibt die EU-Batterieverordnung zwar austauschbare Akkus vor. Doch bis dahin werden weitere Millionen Wegwerfgeräte verkauft und falsch entsorgt. Neben der Brandgefahr haben wir es hier mit einer beispiellosen Rohstoffverschwendung zu tun. In den Wegwerfprodukten stecken kritische Batterierohstoffe wie Lithium – unverzichtbar für die Energiewende. Eine britische Studie von Material Focus belegt das Ausmaß für das Vereinigte Königreich: Allein das dort jährlich weggeworfene Lithium würde für 1.200 Elektroauto-Batterien reichen. Sechs Einweg-Vapes enthalten zusammen so viel Akkukapazität wie ein Smartphone. Doch weil die Komponenten fest verbaut sind, gestaltet sich das Recycling komplex und teuer. Geräte, die im Restmüll landen, werden thermisch verwertet – die wertvollen Materialien gehen verloren. Die ElektroG-Novelle ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch angesichts der Brandgefahr und der Rohstoffverluste braucht es mehr als Sammelpunkte und Hinweissymbole. Wer die Kreislaufwirtschaft ernst nimmt, muss Produkte vom Markt nehmen, die sich nicht sinnvoll recyceln lassen. Ein Verbot oder eine Motivation wie ein Pfandsystem wären hilfreich – eine bloße Rücknahmepflicht ist es nicht. Quellen: Bundesumweltministerium: Händler von Einweg-E-Zigaretten müssen ab 2026 ausgediente Geräte zurücknehmen Material Focus UK Study: Disposable vapes waste and lithium revoery data Elorec: ElektroG: Novelle bringt 2026 diese Änderungen  



  • Stromautobahnen vollständig genehmigt: Grünes Licht für die Energiewende

    A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink – vier Namen, die für die Energiewende entscheidend sind. Nach jahrelangen Planungen sind alle vier Stromautobahnen komplett genehmigt. Künftig wird Windenergie aus dem Norden dorthin fließen, wo sie gebraucht wird: in die Industriezentren und Großstädte des Südens. Die Bundesnetzagentur hat am 2. Januar 2026 die Bilanz des Netzausbaus für das Jahr 2025 veröffentlicht. Was sich da drin ebenfalls finden lässt: Erstmals wurden für alle vier großen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) die letzten Genehmigungen erteilt. Damit kommt ein jahrzehntelanger Planungsprozess zu einem Ende. Jetzt läuft die Bauphase. Die vier Projekte werden das Rückgrat der künftigen Stromversorgung bilden. SuedLink beispielsweise führt über rund 700 Kilometer von Schleswig-Holstein und Niedersachsen nach Baden-Württemberg und Bayern. SuedOstLink erstreckt sich über rund 540 Kilometer von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt nach Bayern. A-Nord bringt Windstrom aus Emden nach Nordrhein-Westfalen und Ultranet verbindet Baden-Württemberg mit dem Ruhrgebiet. Alle vier Trassen werden unteridisch verlegt, was eine technische und planerische Herausforderung darstellt. Zusammen schaffen die vier Verbindungen eine Transportkapazität von zwölf Gigawatt. Das entspricht der Leistung mehrerer großer Kraftwerke. Die Bundesnetzagentur rechnet vor: Allein SuedLink kann mit vier Gigawatt rund zehn Millionen Haushalte versorgen. Überwiegend wird Windenergie aus dem windreichen Norden in die Industrie- und Ballungsräume im Süden und Westen Deutschlands transportiert. Der Fortschritt ist spürbar: Im vergangenen Jahr wurden fast doppelt so viele Leitungen genehmigt wie im Jahr davor. Mehr Personal bei den Behörden, klarere gesetzliche Vorgaben – das Netzausbaubeschleunigungsgesetz zeigt Wirkung. Die lange Phase stockender Verfahren scheint überwunden. Knapp die Hälfte der geplanten Stromleitungen ist mittlerweile genehmigt oder im Bau. Der Rest steckt in Genehmigungsverfahren. Noch ist also Arbeit zu leisten, aber die Dynamik hat sich gedreht.Die vier Stromautobahnen gehen gestaffelt ans Netz. Ultranet soll noch dieses Jahr Strom transportieren, A-Nord folgt 2027. SuedLink und SuedOstLink sind für 2028 geplant. Ursprünglich war alles früher geplant – die Verzögerungen summieren sich auf Jahre. Gründe gibt es viele: Genehmigungsverfahren dauerten länger als gedacht, Anwohner legten Einsprüche ein, Materialpreise stiegen, Tiefbaufirmen fanden zu wenig Personal. Auch die Kosten sind höher als anfangs kalkuliert. Der Netzausbau bleibt eine zentrale Herausforderung. Ohne leistungsfähige Übertragungsleitungen verpufft Windkraft im Norden, während im Süden fossile Kraftwerke einspringen müssen. Die Genehmigung der vier Stromautobahnen beseitigt einen Engpass. Ob die Bauarbeiten nach Plan verlaufen, wird sich zeigen. Die Rahmenbedingungen sind jedenfalls gesetzt. Quelle: Bundesnetzagentur: Ener­gie­wen­de nimmt ent­schei­den­de Hür­de



  • Rekord bei Windkraft-Ausschreibung – Preise sinken deutlich

    Windkraft wird günstiger: Bei der Ausschreibung vom November 2025 sank der durchschnittliche Zuschlagswert auf 6,06 Cent pro Kilowattstunde – fast acht Prozent weniger als zuvor. Über 8 Gigawatt wurden eingereicht, ein Rekordwert. Der Grund: Mehr Wettbewerb als je zuvor. Die Bundesnetzagentur hat am 8. Januar 2026 die Ergebnisse der neusten Windkraft-Ausschreibung veröffentlicht. Das Ergebnis übertrifft alle bisherigen Runden: Es wurden mehr als doppelt so viele Anlagen eingereicht, wie Zuschläge vergeben wurden. Ein klares Signal, dass die Branche liefern kann. Die starke Nachfrage wirkt sich direkt auf die Preise aus. So sank der durchschnittliche Zuschlagswert spürbar – um fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehr Wettbewerb bedeutet günstigere Konditionen für die Energiewende. Die Bundesnetzagentur zieht Konsequenzen: Für das Jahr 2026 senkt sie den zulässigen Höchstwert weiter ab. Damit reagiert die Behörde auf die gesunkenen Stromgestehungskosten bei Windkraft. Regional dominieren zwei Bundesländer das Geschehen: Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sicherten sich zusammen fast zwei Drittel aller Zuschläge. Bemerkenswert ist dabei der Aufstieg von NRW, das traditionell nicht als Windenergie-Hochburg galt und nun an der Spitze liegt. Die Verteilung zeigt, dass Windkraftprojekte inzwischen auch in dicht besiedelten Regionen entstehen. Die hohe Beteiligung ist kein Zufall. Hinter dem Rekord stehen verbesserte Rahmenbedingungen: schnellere Genehmigungsverfahren, mehr verfügbare Flächen und eine größere Planungssicherheit. Nach Jahren der Stagnation scheinen Projektentwickler zunehmend Vertrauen in die Realisierbarkeit ihrer Vorhaben zu haben. So konnte die durchschnittliche Genehmigungsdauer für neue Anlagen zuletzt auf unter zehn Monate reduziert werden. Alle vier Ausschreibungsrunden des Jahres 2025 wurden zum ersten Mal komplett überbucht – es gibt mehr Angebote als nötig. Die Branche hat ein robustes Angebot aufgebaut, das einen wichtigen Puffer bietet: Sollten einzelne Vorhaben an Finanzierung, Lieferketten oder Netzanschlüssen scheitern, stehen Alternativen bereit. Zwischen Zuschlag und Inbetriebnahme liegen allerdings oft mehrere Jahre. Die hohe Zahl genehmigter Projekte muss sich erst noch in tatsächlich installierter Leistung niederschlagen. Mit einer Gesamtkapazität von über 77 Gigawatt schloss Deutschland das Jahr 2025 ab – ein solides Wachstum, aber noch weit entfernt von den Ausbauzielen. Die sinkenden Preise haben einen einfachen Grund: Windkraft wird technisch immer besser. Moderne Anlagen sind höher, haben größere Rotoren und produzieren mehr Strom pro Anlage. Vor zehn Jahren kostete Windstrom noch über 9 Cent pro Kilowattstunde – heute sind es nur noch 6 Cent. Selbst Kohle- und Gaskraftwerke können da kaum mithalten. Was in Nordrhein-Westfalen funktioniert, zeigt: Auch dicht besiedelte Regionen können Windkraft ausbauen, wenn die Planung stimmt. Die nächste Ausschreibungsrunde startet bereits im Februar 2026. Die Rahmenbedingungen stimmen: Deutschland baut mehr Windkraftanlagen, der Markt funktioniert, die Preise sinken. Der deutsche Energiemix wird nicht nur grüner, sondern auch günstiger. Quelle: Bundesnetzagentur: Bekanntgabe der Zuschläge (Stand: 08. Januar 2026) BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. :  Wind an Land: Sechste Überzeichnung der Ausschreibung in Folge



  • München wird Kreislaufstadt: Stadt beschließt verbindliche Strategie

    „Kreislaufwirtschaft ist kein Nischenthema“, sagte Münchens Bürgermeister bei der Verabschiedung. „Sie ist die Grundlage, um München fit für die Zukunft zu machen.” Als deutsche EU-Pilotstadt beschloss München eine verbindliche Strategie mit fünf messbaren Zielen bis 2045. Ob die ambitionierten Ziele bei einem aktuellen Rohstoffverbrauch von 32 Tonnen pro Kopf und Jahr erreicht werden können, bleibt fraglich. Der Münchner Stadtrat hat im Dezember 2025 einen Beschluss mit Signalwirkung über die Stadtgrenzen hinaus gefasst: Die Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie (MKWS) ist die erste verbindliche Roadmap einer deutschen Großstadt zur Kreislaufwirtschaft. Mit fünf messbaren Zielen bis 2045, einem eigenen Maßnahmenplan für den Bausektor und einer städtischen Bauteilbörse macht München ernst. Das Timing ist kein Zufall. München ist die deutsche Stadt, die als Pilotstandort der EU-Initiative „Circular Cities and Regions Initiative” (CCRI) ausgewählt wurde. Berlin und Südostniedersachsen nehmen lediglich als sogenannte Fellows teil, was eine andere Kategorie mit weniger intensiver Betreuung darstellt. Was München in den kommenden Jahren umsetzt, wird in Brüssel genau beobachtet. Der größte Hebel liegt im Bauwesen. Hier fließen etwa 60 Prozent aller Materialien, weshalb die Stadt hier konkret ansetzt: Eine städtische Bauteilbörse soll dafür sorgen, dass Abbruchbeton, Fenster oder Stahlträger künftig direkt in neue Projekte wandern, statt auf der Deponie zu landen. Für kommunale Bauvorhaben werden Recyclingquoten zur Pflicht. Die Stadtverwaltung selbst soll mit einem nachhaltigen Beschaffungswesen vorangehen. Wirtschaftlich gilt München bereits als Hotspot der Kreislaufwirtschaft. In der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren ein aktives Start-up-Ökosystem rund um zirkuläre Geschäftsmodelle entwickelt, das auch bei Investorinnen und Investoren auf Interesse stößt. Die Strategie soll dieses Umfeld weiter stärken und mindestens 2.000 Unternehmen und Organisationen aktiv einbinden. Parallel dazu läuft seit 2020 das Programm „Zero Waste City”. Das Motto lautet: Abfallvermeidung statt Entsorgung. Konkret bedeutet das weniger Verpackungsmüll in Kantinen, Mehrwegsysteme im Handel und eine Reparaturförderung für Haushaltsgeräte. Die Stadt will damit auch die Bürgerinnen und Bürger erreichen und nicht nur die Unternehmen.  „Kreislaufwirtschaft ist kein Nischenthema“, sagte Bürgermeister Dominik Krause bei der Verabschiedung. „Sie ist die Grundlage, um München fit für die Zukunft zu machen.” An der Strategie haben über 100 Experten aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mitgearbeitet. Die Ausgangslage ist allerdings schwierig. München verbraucht pro Kopf deutlich mehr Rohstoffe als der deutsche Durchschnitt und recycelt nur einen Bruchteil davon. Fast alles muss importiert werden. Die Ziele sind ambitioniert: Bis 2035 soll der Material-Fußabdruck um 30 Prozent sinken und bis 2045 um die Hälfte. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie konsequent die Maßnahmen umgesetzt werden. Quellen: Stadtportal München: Kreislaufwirtschaft in München EU: Circular Cities and Regions Initiative Abfallwirtschaft München: Zero-Waste-City München Circularity Gap Report München



  • Plastikrecycling schließt eine große Lücke: PET-Schalen zurück in den Lebensmittelkreislauf

    Eine Sortieranlage erfasst Kunststoffflakes im Sekundentakt. Cirrec in Duiven verarbeitet insgesamt 60.000 Tonnen Lebensmittelschalen pro Jahr und recycled verlässlich lebensmitteltaugliches Plastik. Im niederländischen Duiven hat die Firma Cirrec geschafft, woran die Recyclingbranche seit Jahren arbeitet: Ein Werk verwandelt gebrauchte PET-Verpackungen in neue Lebensmittelschalen. Laut dem Unternehmen in derselben Qualität wie Neuware. Die im Dezember 2025 öffentlich gemachte Zusammenarbeit zwischen der Faerch-Gruppe und dem Sortiertechnik-Spezialisten TOMRA zeigt, dass lebensmitteltaugliches Plastikrecycling im industriellen Maßstab möglich ist. Die Partnerschaft zwischen der Faerch-Gruppe und dem norwegischen Sortiertechnologie-Spezialisten TOMRA markiert einen Wendepunkt für die Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffverpackungen. Plastik sortieren, das für Lebensmittel wiederverwendet werden kann. Was simpel klingt, ist technisch hochkomplex. Nur Plastik, das strenge Hygiene- und Qualitätsstandards erfüllt, darf erneut mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Herkömmliche optische Sensoren können jedoch nicht unterscheiden, ob eine Kunststoffflocke ursprünglich eine Shampoo-Flasche war oder ein Joghurtbecher. Anders als bei Getränkeflaschen, die in relativ sauberen Strömen gesammelt werden, sind Lebensmittelschalen stark und unterschiedlich kontaminiert – mit Essensresten, Fremdkunststoffen und anderen Materialien. Diese Verunreinigungen zuverlässig zu entfernen und gleichzeitig die Herkunft des Materials zu identifizieren, war bisher eines der größten Hindernisse für echte Kreislaufwirtschaft. Dafür läuft das Material durch einen mehrstufigen Prozess aus Vorsortierung, Waschen, Trocknen und anschließender hochpräziser Flake-Sortierung. Cirrec hat vor kurzem mehrere TOMRA-Flake-Sortierlösungen installiert. Seitdem sind die Verunreinigungen in den Endströmen gesunken, die Anlage sortiert verlässlich lebensmitteltaugliche PET-Flakes. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen: Die Verarbeitungs-Kapazität verdoppelte sich auf 60.000 Tonnen pro Jahr, während gleichzeitig die Qualität stieg. Die sortierten PET-Flocken werden vor Ort zu Granulat verarbeitet und fließen direkt in die Produktion neuer Lebensmittelschalen mit bis zu 70 Prozent Recyclinganteil. „Diese Zusammenarbeit hat klar gezeigt, dass hochwertiges Tray-to-Tray-Recycling möglich ist und bereits im industriellen Maßstab stattfindet“, erklärt Simone Tirelli, Projektleiterin bei Cirrec. Der Kooperationspartner TOMRA entwickelt parallel KI-gestützte Sortierung. Eine Technik, die bei den Plastic Recycling Awards Europe 2025 als „Recycling Machinery Innovation of the Year“ ausgezeichnet wurde. Es soll unter anderem Food- von Non-Food-Verpackungen unterscheiden können, also praktisch: Joghurtbecher oder Shampoo-Flasche. Eine Fähigkeit, die mit bisherigen Sensoren unmöglich zu erreichen war. Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein Durchbruch. Bisher endeten viele gebrauchte Lebensmittelverpackungen im Downcycling. Sie wurden zu minderwertigeren Produkten wie Fasern oder Folien verarbeitet. Mit der neuen Technologie können sie im Verpackungskreislauf bleiben. Das ist auch regulatorisch relevant, denn die EU-Verpackungsverordnung wird künftig hohe Recyclinganteile in Verpackungen vorschreiben.   Quellen:  TOMRA: Recycling: Faerch Recycling Success: High-Quality Sorting Solutions GAINnext crowned Recycling Machinery Innovation of the Year



  • NABU-Schmähpreis für den „Dinosaurier des Jahres“

    Der NABU verleiht seinen Negativpreis „Dinosaurier des Jahres“ an CDU-Agrarminister Peter Hauk, stellvertretend für alle CDU-Agrarminister. Begründet wurde diese Entscheidung mit der Blockade des EU-Naturschutzgesetzes. Es ist ein schwerer Vorwurf: Die Unionsminister hätten sich geweigert, die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur umzusetzen. Dieses verpflichtet die Mitgliedstaaten, geschädigte Ökosysteme wie Moore, Wälder, Flüsse und Auen in einen guten Zustand zu versetzen. Diese Lebensräume sind nicht nur für die Artenvielfalt, sondern auch für den Klimaschutz, die Bodengesundheit und den Wasserrückhalt von großer Bedeutung. Im Juni 2025 hatten die Unionsminister die Verordnung in einem offenen Brief scharf kritisiert. Ihre Argumentation: Das Gesetz bedeute unzumutbare Belastungen für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Der NABU hält dagegen und verweist auf eine Umfrage, der zufolge sich 85 Prozent der Bevölkerung mehr intakte Natur und einen stärkeren politischen Umsetzungswillen wünschen. Parallel dazu setzte die CSU auf ihrer Winterklausur ein weiteres rückwärtsgewandtes Signal. Die Landesgruppe unter ihrem neuen Vorsitzenden Alexander Hoffmann fordert die Rückkehr zur Kernenergie, obwohl der Atomausstieg in Deutschland bereits vollzogen wurde. Die Christsozialen sprechen von einer „Kreislaufwirtschaft für Kernenergie“ und stellen Reaktoren „ohne radioaktive Abfälle“ in Aussicht. Man wolle nicht zur Kernkraft der 1970er Jahre zurückkehren, sondern auf eine neue Generation setzen: klimaneutral und sicher. Diese Argumentation wirkt jedoch widersprüchlich. Während die Union bei der Wiederherstellung von Naturflächen auf wirtschaftliche Belastungen verweist, soll bei der Atomkraft eine bislang nicht verfügbare Technologie Abhilfe schaffen. Gemeint sind sogenannte Mini-Reaktoren oder Anlagen der vierten Generation, die kein Endlagerproblem verursachen sollen. An solchen Reaktoren wird geforscht, doch existieren noch keine ansatzweise, marktreifen Anlagen. Anstatt auf bereits verfügbare Lösungen zu setzen, wird ein Konzept aufgegriffen, das weder technisch erprobt noch wirtschaftlich abgesichert ist. Die Verknüpfung mit dem Begriff der Kreislaufwirtschaft erscheint dabei erklärungsbedürftig. Der Kontrast könnte nicht größer sein: Die Union bremst bei der Wiederherstellung von Mooren, Wäldern und Flüssen. Maßnahmen mit unmittelbarem Nutzen für Klimaschutz und Biodiversität. Stattdessen werden technologische Versprechen gemacht, deren Umsetzung Jahrzehnte dauern könnte und deren Kosten kaum kalkulierbar sind. Ein Blick nach Großbritannien verdeutlicht die Risiken. Dort wurde massiv in Kernenergie investiert, auch in kleinere Reaktorkonzepte. Mehrere Projekte verzeichneten erhebliche Kostensteigerungen. So soll das Kernkraftwerk Hinkley Point C, das ursprünglich mit rund 18 Milliarden Pfund veranschlagt war und für 2025 geplant war, inzwischen mehr als 55 Milliarden Pfund kosten. Die Inbetriebnahme wurde mehrfach verschoben und wird derzeit frühestens für 2029, eher jedoch für 2031 erwartet – zu einem Zeitpunkt also, zu dem Strom aus erneuerbaren Energien voraussichtlich deutlich günstiger sein wird. Zwei Kernkraftprojekte mussten sogar nach massiven Investitionen eingestellt werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, in Deutschland erneut auf Kernkraft zu setzen. Deren Planung und Bau würden viele Jahre in Anspruch nehmen und hohe Investitionen für eine risikobehaftete Technologie erfordern, obwohl es verfügbare Alternativen gibt. Für die grüne Transformation bleibt damit eine Grundsatzfrage: Welchen Stellenwert hat der Schutz bestehender Ökosysteme gegenüber technologischen Großprojekten? Die EU-Wiederherstellungsverordnung wäre eine konkrete, kurzfristig und tatsächlich umsetzbare Möglichkeit, Klimaschutz zu betreiben. Die Kernkraft der nächsten Generation hingegen bleibt bislang vor allem ein Versprechen, das schon in der Theorie funktioniert. Zu den Gästen der CSU-Winterklausur zählen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und der litauische Präsident Gitanas Nauseda. Die Energiepolitik dürfte dabei nicht das einzige kontroverse Thema gewesen sein. Der NABU-Dinosaurier hat jedenfalls seinen Platz gefunden – als Symbol für eine Naturschutzpolitik, die aus Sicht der Umweltverbände mit den aktuellen Herausforderungen nicht Schritt hält. Quellen: NABU: „Dino des Jahres 2025“ CSU-Landesgruppe-Positionspapier: „AGENDA FÜR DEN POLITIKWECHSEL“ Euronews: „UK’s flagship nuclear plant hit by more delays as costs balloon“



  • Vom Kohlekraftwerk zur Wasserstofffabrik: Hamburg startet Bau von 100-MW-Elektrolyseur in Moorburg

    Wo bis vor wenigen Jahren noch Kohle verbrannt wurde, entsteht bald Hamburgs neues Zentrum für grünen Wasserstoff. Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände in Moorburg wird ein leistungsstarker Elektrolyseur errichtet, der ab 2027 jährlich tausende Tonnen saubere Energie liefern soll. Bund und Stadt unterstützen das Großprojekt mit Millioneninvestitionen, wobei eine spätere Erweiterung der Kapazitäten bereits fest eingeplant ist. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat den Grundstein für den Hamburg Green Hydrogen Hub (HGHH) gelegt. Wo bis 2021 eines der modernsten, aber auch klimaschädlichsten Kohlekraftwerke Deutschlands stand, soll künftig grüner Wasserstoff entstehen. Die Symbolik ist gewollt – und die Dimensionen beachtlich. Der Elektrolyseur nutzt die Proton-Exchange-Membrane-Technologie (PEM) von Siemens Energy. Dabei wird Wasser mithilfe von Strom entlang einer Membran in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Vorteil: Mit dieser Technik kann flexibel auf Schwankungen im Stromnetz reagiert werden, und sie sind damit besonders geeignet für den Betrieb mit erneuerbaren Energien. Wenn viel Wind- oder Solarstrom verfügbar ist, läuft die Produktion auf Hochtouren. Betreiber des Projekts ist die Hamburg Green Hydrogen GmbH & Co. KG, ein Zusammenschluss des Hamburger Asset Managers Luxcara und der Hamburger Energiewerke. Die Investition wird im Rahmen des IPCEI-Programms gefördert – „Important Projects of Common European Interest“. Bund und Land Hamburg steuern zusammen 154,1 Millionen Euro bei. Der Förderbescheid wurde bereits im Sommer 2024 übergeben. Die Bauarbeiten liegen im Zeit-Plan: Die Bodenplatte ist betoniert, der Hochbau hat begonnen. Bis Mitte 2026 sollen die Gebäude für Elektrolyseur und Kompressoren stehen. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Der produzierte Wasserstoff soll über das Hamburger Wasserstoff-Verteilnetz HH-WIN sowie eine geplante Trailer-Verladestation an Abnehmer aus Industrie und Verkehr geliefert werden. Zu den potenziellen Kunden zählen die Stahl- und Chemieindustrie sowie Logistikunternehmen, die schwere Nutzfahrzeuge auf Brennstoffzellenantrieb umstellen wollen. Doch 100 Megawatt sind erst der Anfang. Im Rahmen der europäischen Wasserstoffstrategie ist am Standort Moorburg ein weiterer Ausbau auf bis zu 800 Megawatt vorgesehen. Damit könnte der Standort zu einem zentralen Knotenpunkt der norddeutschen Wasserstoffwirtschaft werden und dafür auch schon eingebunden in das geplante überregionale Leitungsnetz, das bis 2032 über 9.000 Kilometer umfassen soll. Das Projekt ist eines der großen Projekte in Deutschland: In Emden hat der Energieversorger EWE mit dem Bau einer 320-Megawatt-Anlage begonnen, in Münnerstadt entsteht ein 8-Megawatt-Elektrolyseur mit fünf Millionen Euro Förderung. Deutschland will bis 2030 Elektrolysekapazitäten von mindestens 10 Gigawatt aufbauen – aktuell sind erst wenige hundert Megawatt installiert. Ob die Transformation gelingt, hängt nicht nur von Fördermitteln ab. Entscheidend wird sein, ob genügend günstiger Grünstrom verfügbar ist und ob die Abnehmer tatsächlich auf Wasserstoff umsteigen. Die Verunsicherung in der Branche ist ein harter Faktor: Wirtschaftliche Unsicherheit, verzögerte Investitionsentscheidungen und die unklare politische Lage durch die Bundesregierung bremsen den Optimismus. Das Projekt in Moorburg aber zeigt: Die Transformation von fossiler zu grüner Infrastruktur ist baulich machbar. Quelle: Hamburg Green Hydrogen Hub feiert Grundsteinlegung für 100-MW-Elektrolyseur HGHH: Hamburgs Green Hydrogen Hub



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