Offizieller Startschuss für Forschungsverbund Windenergie

Partner unterzeichnen Kooperationsvertrag

Ein einmaliges Bündnis für die deutsche Windenergie-Forschung wurde am 31.01.20113 in Berlin offiziell geschlossen – der Forschungsverbund Windenergie. Vertreter der drei Partner Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ForWind – Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) unterzeichneten den Kooperationsvertrag. Das gebündelte Know-how von mehr als 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird wegweisende Impulse für eine Erneuerbare-Energien-Zukunft auf Basis von On- und Offshore-Windenergie geben.

Der Forschungsverbund ist durch seine personelle Stärke und die Vernetzung von Kompetenzen in der Lage, langfristige und strategisch wichtige Großprojekte erfolgreich zu bearbeiten. Zur Bearbeitung innovativer Fragestellungen steht eine Forschungsinfrastruktur mit Testzentren und Laboren zur Verfügung, die weltweit Maßstäbe setzen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier begrüßte die Gründung des Forschungsverbundes: „Ein koordiniert auftretender Verbund für die Windenergieforschung stärkt die Unternehmen in Deutschland und trägt zur Sicherung ihrer Zukunft bei. Für das Gelingen der Energiewende brauchen wir effiziente und zuverlässige Windenergieanlagen, an denen der Forschungsverbund arbeitet“.

Das gemeinschaftliche Auftreten im Forschungsverbund besitzt internationale Ausstrahlungskraft und erschließt Synergien für anstehende Großprojekte in der Windindustrie. Für die zunehmende Professionalisierung der Branche und den Erhalt der Technologieführerschaft sind Antworten für technologisch anspruchsvolle Fragestellungen akut gefragt. Die inhaltliche Zusammenarbeit der Partner startet direkt in dem BMU-geförderten Projekt „Smart Blades – Entwicklung und Konstruktion intelligenter Rotorblätter“ mit einem Projektvolumen von 12 Mio. Euro und einer Laufzeit von 39 Monaten.

Gemeinsame Forschung an intelligenten Rotorblättern

Die Forscher erwarten von Smart Blade Technologien, dass die eintretende Lastminderung an den Rotorblättern ein aerodynamisch optimiertes und leichteres Design von Windenergieanlagen ermöglicht. Durch Designänderungen ließen sich Material- und Logistikkosten reduzieren und die Lebensdauer der Anlage erhöhen.

Rotorblatthinterkanten, die sich in Ihrer Form verändern können, und Klappen, die bei Bedarf den Wind umlenken – sehr große Rotorblätter, die mit solchen Mechanismen ausgestattet sind, können gezielt Böen ausregeln und Leistungsschwankungen verringern. Dadurch kann die Schadensanfälligkeit reduziert und eine längere Lebensdauer erreicht werden. Solche aktiven Technologien werden in der Luftfahrt bereits erprobt und sollen nun auch in der Windenergie Anwendung finden.

Weht der Wind zu stark, werden derzeit Rotorblätter in voller Länge aus dem Wind gedreht. Inzwischen überstreichen die neuen, bis zu 85 Meter langen Blätter bei jeder Umdrehung eine Fläche, die mehreren Fußballfeldern entspricht. Die Böigkeit des Windes führt aber zu sehr unterschiedlichen Windverhältnissen innerhalb dieser großen Fläche, so dass ein pauschales – und auch relativ langsames – Verstellen des gesamten Rotorblattes dies nicht berücksichtigen kann. Daher soll nun durch bewegliche Vorflügel, Hinterkanten und andere Systeme die lokale Strömung genauer und schneller beeinflusst werden.

Große Herausforderungen in der Windenergiebranche

Anlagenbauer scheuen bislang die Entwicklung und den Einsatz von Smart Blades. Die große Herausforderung wird sein, dass die Rotorblätter durch die aktiven Mechanismen nicht fehleranfälliger, schwerer und wartungsintensiver werden dürfen und sich die Gestehungskosten nicht erhöhen. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, die Machbarkeit, die Effizienz und die Zuverlässigkeit von Smart Blades unter Beweis zu stellen.
->Quelle: www.dlr.de