Forscher: CO2-Ausstoß muss viel radikaler sinken

Wiwo-Green: Berner Studie legt schnelleren Abbau nahe
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Tausende Politiker, Forscher und Aktivisten versuchen es seit Jahren – und sind bisher gescheitert: Nämlich daran, die Regierungen der Welt zu verpflichten, den CO2-Ausstoß so zu reduzieren, dass sich die Erde nicht mehr als zwei Grad erwärmt. Stoßen Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Energieerzeugung weiter so viel Klimagase aus wie bisher, dann könnte diese Grenze im schlimmsten Fall schon 2050 erreicht sein.

Steigt die Nutzung von Öl, Gas und Kohle global weiter an, dann rückt die Grenze umso näher. Insgesamt also keine guten Aussichten. Und sie werden noch schlechter. Denn die berühmte “2-Grad-Grenze”, die u.a. von Wissenschaftlern aus Potsdam vor Jahren als Richtwert vorgegeben wurde, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern, könnte die Gefahren noch verharmlosen.
[note text=“William D. Nordhaus, ökologisch interessierter amerikanischer Wirtschaftsprofessor an der Yale-Universität, veröffentlichte 1977 in einem Beitrag für die Cowles Foundation ein Diskussionspapier mit einer Grafik, auf der zum ersten Mal die Zwei-Grad-Grenze eingezeichnet war. Auf einer Zeitachse, die bis zum Jahr 2080 reichte und einer Temperaturachse mit den natürlichen Schwankungsbreiten trug Nordhaus eine horizontale Linie bei 2 Grad ein sowie eine gestrichelte, steil nach oben gerichtete Temperaturkurve, die diese Begrenzung im Jahr 2040 schneidet. (FAZ, 09.12.2009)“]

CO2-Budget schneller aufgebraucht als gedacht

Das jedenfalls legt eine aktuelle Studie von drei Schweizer Forschern der Universität Bern nahe. Sie schreiben: Die 2-Grad-Grenze genüge nicht, um negative Auswirkungen wie steigende Meeresspiegel, Versauerung der Ozeane und Produktivitätsverluste in der Landwirtschaft entscheidend einzudämmen. Sprich: Beim Klimaschutz nur auf das Thermometer zu schauen, greift zu kurz. Stattdessen ist ein ganzheitlicher Blick auf das Ökosystem notwendig. Auch das Absterben von Korallenriffen, langsamerer Pflanzenwuchs und der Verlust von Küstengebieten müssen demnach verhindert werden.
->Quelle und weiterlesen: green.wiwo.de; climate.unibe.ch