IRENA-Untersuchung hält weltweite Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien in 16 Jahren für möglich

82 Energieexperten aus 42 Ländern (darunter 10 deutsche) haben im Auftrag der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien, IRENA, den möglichen Umbau der Energiesysteme weltweit untersucht und daraus Handlungsempfehlungen für Regierungen abgeleitet. Die Experten analysierten die Kosten der verschiedenen Energiesysteme, Effekte für den Arbeitsmarkt, das Potenzial der Treibhausgas-Verringerungen sowie Vor- und Nachteile für Regierungen, Unternehmen und Bürger. Ihr Fazit: Ohne Zusatzkosten könnte bis 2030 der Anteil erneuerbarer Energien am weitweiten Energiebedarf auf mehr als 30 Prozent verdoppelt werden. Empfehlung: den Energieumbau beschleunigen.

“Es gibt starke wirtschaftliche Argumente für den Übergang zu erneuerbaren Energien”, betont IRENA-Generalsekretär Adnan Z. Amin bei der Vorstellung der Zusammenfassung in Abu Dhabi. Dadurch, dass moderne erneuerbare Energien kaum Gesundheits- und Klimaschäden verursachten, “finanziert sich der Umbau praktisch selbst”, so Amin.

Nach Berechnungen der Experten mit Daten aus 26 Ländern, die 74 Prozent des Weltenergieverbrauchs abdecken, wird sich der Anteil der erneuerbaren Energien von heute 18 auf 21 Prozent bis 2030 erhöhen, wenn die bisherige Politik fortgesetzt wird. “Die Ziele der Regierungen müssen deutlich ambitionierter gesetzt werden”, fordert Dolf Gielen in einem Interview mit der Deutschen Welle. Gielen ist Direktor des IRENA Innovation and Technology Center in Bonn und leitet die umfangreiche Studie, die zudem für 26 Länder konkrete Einzelanalysen enthält. Durch den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien “ist die Summe der Einsparungen also viel größer”, so Gielen. Würde die Raodmap 2030 wie vorgeschlagen umgesetzt und der Anteil der Erneuerbaren bis 2030 verdoppelt, ließen sich laut Gielen pro Jahr weltweit zwischen 180 bis 730 Milliarden Euro sparen. 60 Millionen neue Jobs entstünden, wohingegen 44 Millionen in der fossilen Branche abgebaut würden – ein Saldo von 16 Millionen zugunsten der Erneuerbaren. Der weltweite Ausstoß von Klimagasen könnte um 8,6 Milliarden Tonnen pro Jahr gesenkt werden – eine Verringerung um gut 20 Prozent. Die Überschreitung der Zwei-Grad-Grenze würde jedoch nicht verhindert. Dazu müsste die Energieeffizienz wesentlich verbessert werden.

->Quelle: irena.org; dw.de