Neuartiges Pumpspeicherkraftwerk

Unterirdische Testanlage in Bayern geplant

Soll die Energiewende gelingen, werden dringend alle Arten von Speichermöglichkeiten gebraucht – fehlen sie, wird eine kontinuierliche Versorgung mit Ökostrom aus volatilen Energieträgern wie Sonne und Wind schwierig. Mit die älteste Lösung sind Pumpspeicherkraftwerke. Dabei wird Wasser in höher gelegene Becken gedrückt, das bei Bedarf abfließen und dabei Turbinen antreiben kann. Doch die nötigen Landschaftsveränderungen und Eingriffe ins Ökosystem provozieren Widerstände bei  Anwohnern und Naturschützern, wie jüngst in Lam im Bayerischen Wald. Ein amerikanisches Unternehmen will einen Ausweg gefunden haben, so GreenWiwo.

Stromerzeugung mithilfe der Schwerkraft

Gravity Power aus den USA weiß Rat: Statt landschaftsverbrauchender Becken sollen Bohrer 500 Meter tiefe und bis zu 80 Meter breite Schächte ausheben, in denen sich Kolben auf und ab bewegen. Pumpen drücken bei Strocmüberschuss von unten Wasser in den Schacht, der Kolben hebt sich.

Funktion des unterirdischen Pumpspeichers – Grafik © Gravity Power

Bei Strombedarf werden die Ventile am unteren Ende des Schachts geöffnet. Aufgrund seines Gewichts sinkt der Kolben ab und drückt das Wasser wieder aus dem Schacht in Turbinen zur Energieerzeugung.

Kochel am See als Test-Ort

Nun hat Gravity Power in Bayern einen Ort für die weltweit erste Testanlage gefunden: Kochel am See. Gravity Power will noch in diesem Jahr mit dem Bau einer 10 Millionen teuren 1MW-Pilotanlage anfangen. Anders als beim Bau konventioneller Pumpkraftwerke rechnet Gravity Power nicht mit Widerstand in der Bevölkerung. Denn die Anlagen arbeiteten nach Fertigstellung nicht nur geräusch- und erschütterungslos, sondern seien auch kaum sichtbar.
->Quelle(n) und vollständigen Artikel: green.wiwo.de; solarify.eu/bayernwald-pumpspeicher-umstritten