Neuer Hype um TuNur

Solarthermisches Kraftwerksprojekt soll 2,5 Millionen europäische Haushalte mit Strom versorgen

Schon vor fast drei Jahren meldete die Desertec Foundation, sie wolle ihre Vision, die Menschheit mit sauberem Strom aus den Wüsten der Erde zu versorgen, gemeinsam mit der britischen Nur Energie Ltd. in Tunesien in die Tat umsetzen, Dies beginne, so die Stiftung, in der Wüste Tunesiens mit dem 2-MW-Projekt TuNur. Jetzt, als die Dii GmbH spektakulär „gesundgeschrumpft“ werden soll, kommt ziemlich die gleiche Meldung wieder. Tenor der Meldungen: „Investoren gesucht“.

Angekündigter Baubeginn um zwei Jahre verschoben – bereits 10 Mio. ausgegeben – Konkurrenz

Im Januar 2012 war der Baubeginn für 2014 angekündigt. Seit damals läuft auch das Genehmigungsverfahren in Tunesien und Europa. Jetzt soll die Finanzierung bis 2016 abgeschlossen sein, dann soll auch der Bau beginnen. Neu im TuNur-Boot dieses Mal: Die britische Investmentgesellschaft für erneuerbare Energien Low Carbon (Kings Langley) und tunesische Geldgeber. Low Carbon hat kürzlich seinen Anteil an Nur Energie erhöht und ist jetzt der größte Gesellschafter, meldet die BBC. Weitere Investoren werden gesucht. Inzwischen will TuNur bereits 10 Millionen Euro in die Vorbereitungen gesteckt haben. Doch TuNur konkurriert mit weiteren Stromproduzenten, die Energie aus der Wüste nach England bringen wollen. Dazu muss einer einen Wettbewerb um einen sogenannten Contract for Difference (CFD) gewinnen.

Wenn das Kraftwerk Ende 2018 in Betrieb geht, werde es so viel Strom liefern, dass damit mehr als 2,5 Millionen britische Haushalte versorgt werden können, betont Low Carbon.

Netzbetreiber Terna bietet Netzübergabepunkt in Italien an – doch HGÜ fehlt

Die Machbarkeit sei erwiesen und die vorläufige Genehmigung des Projekts sei größtenteils erreicht, so die Partner. Unter anderem habe der italienische Stromnetzbetreiber Terna einen Netzübergabepunkt in Italien angeboten. Jetzt folge die nächste Phase der Genehmigung und Entwicklung, dann könnte der Bau Ende 2016 beginnen. Allerdings fehlt nach wie vor eine HGÜ-Leitung von Tunesien nach Sizilien.

„Mit den richtigen Investitionen können Großprojekte wie TuNur im Energiemarkt sehr wettbewerbsfähig sein und zeigen, dass erneuerbare Energien auch wirtschaftlich sinnvoll sind“, sagte Roy Bedlow, Geschäftsführer von Low Carbon.

Kevin Sara (Nur Energie): Solar-Projekte in der Sahara kosteneffektive Lösung

Kevin Sara, Geschäftsführer von Nur Energie, fügte hinzu: „Die jüngsten Nachrichten rund um Desertec (Dii) haben Fragen zur Solar-Entwicklung in Nordafrika aufgeworfen. Die CSP-Technologie ist jedoch bewährt, und die Sahara bietet eine optimale Sonneneinstrahlung. Erfolgreiche Regierungsprogramme wie MASEN in Marokko belegen, dass Solar-Projekte in der Sahara heutzutage eine kosteneffektive Lösung auf Basis erneuerbarer Energien sind.”

Das TuNur-Projekt habe nichts mit der Dii-Initiative zu tun, sagt Kevin Sara und verschweigt, dass Nur Energie bis Ende 2012 Assoziierte Partnerin der Dii war.

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