Neue Innovationsallianz im Norden

Norddeutsche Innovationsallianz für die Energiewende in Berlin vorgestellt

Mit dem Projekt „NEW 4.0 (Norddeutsche Energiewende)“ bewirbt sich ein Konsortium aus Hamburg und Schleswig-Holstein um eine Förderung des BMWi im Rahmen des Wettbewerbs „Schaufenster Intelligente Energie – Wind“. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch, Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle und Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan stellten das norddeutsche Projekt am 24.09.2015 im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vor.

Ziel des Projektes sei es, die wirtschaftliche und stabile Stromversorgung in Schleswig-Holstein und Hamburg ab 2035 komplett durch erneuerbare Energien zu gewährleisten und damit wirksamen Klimaschutz sicherzustellen. Hamburg als Großenergieverbraucher und Schleswig-Holstein als Großproduzent von Windenergie sollen als Energie-Gesamtregion als Modell für Deutschland und auch als Beispiel für die wachsende Energieunion in Europa dienen, heißt es in der Pressemitteilung der Hamburger Wirtschaftsbehörde.

„Innovationsallianz für das Jahrhundertprojekt Energiewende“

Die Innovationsallianz will aufzeigen, welche Chancen die Energiewende mit sich bringt und wie eine große Region mit vielen unterschiedlichen Verbrauchszentren zu hundert Prozent sicher, kostengünstig und umweltverträglich durch erneuerbare Energien versorgt werden kann. Mehr als 60 Partner aller Sektoren aus der Region sowie überregionale Partner bildeten eine gut vernetzte und schlagkräftige „Innovationsallianz für das Jahrhundertprojekt Energiewende“, unterstützt von den Landesregierungen beider Bundesländer, so die Behörde. Die Partner vereinten alle erforderlichen Fähigkeiten und Lösungspotenziale (360 Grad-Kompetenz), um die Energiewende im Norden entscheidend voranzubringen. Mit rund 40.000 Beschäftigten in etwa 700 Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche verfüge die Modellregion über eine besondere Bedeutung in diesem Bereich, die durch ein multidisziplinäres und komplementäres Konsortium entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Energiesektor repräsentiert wird.

Wind und Bio – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify

Mit einem Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung von 40 Prozent befindet sich die Region Hamburg–Schleswig-Holstein der Wirtschaftsbehörde zufolge bereits heute dort, wo die Bundesrepublik gemäß des Ausbaukorridors 2025 stehen soll.

Rechnerisch kann Schleswig-Holstein demnach zum jetzigen Zeitpunkt, den eigenen Bedarf fast vollständig aus regenerativen Quellen decken. Gleichzeitig erhöhen sich die Stromexporte des Landes. Hamburg weist eine Deckungsquote von 3 Prozent des Energiebedarfs durch regenerative Quellen auf. Durch die Synchronisation der schwankenden erneuerbaren Energien mit dem Verbrauch sowie durch flexible und intelligente Vernetzung von Erzeugern und Verbrauchern soll in der Schaufensterregion die vollständige Integration erneuerbarer Energien erreicht werden.

Auch auf eine aktive Öffentlichkeitsarbeit wollen die Partner bei diesem Projekt nicht verzichten. Durch Einbindung von lokalen Akteuren, Multiplikatoren sowie Bürgerinnen und Bürgern soll eine hohe Akzeptanz des Projektes und der Energiewende entstehen.

An der Spitze der Allianz zur Energiewende steht ein fünfköpfiges Führungsgremium aus Wirtschaft und Forschung:

  • Prof. Dr. Werner Beba, Leiter des Competence Centers für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg,
  • Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender HanseWerk AG sowie Vorstand Schleswig-Holstein Netz AG,
  • Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer ARGE Netz, in der rund 300 Unternehmen mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien gebündelt sind,
  • Dr. Oliver Weinmann, Geschäftsführer Vattenfall Europe Innovation GmbH sowie
  • Michael Westhagemann, Vorsitzender Industrieverband Hamburg und CEO Siemens Nord.
  • Mit der Projektsteuerung ist Frank Burkert, Partner der Unternehmensberatung Ernst & Young, beauftragt.

->Quellen: