Ende der Ölflut

IEA: US-Produktion sinkt weiter

iea logoDie globale Ölschwemme wird 2017 ihr Ende finden, so die Internationale Energie-Agentur (IEA) in ihrem mittelfristigen Ausblick zum Ölmarkt. Danach sollte das Barrel Öl wieder etwa 30 Dollar teurer als jetzt werden. Grund sei der Verzicht auf Investitionen in die Fördertechnik, den der Preisrutsch beim “Schmierstoff” der Weltwirtschaft zuletzt ausgelöst hatte.

Fracking-Bohrplatz mit Bohranlage der GeneSys-Bohrung am Geozentrum Hannover - Quelle © BGRSo soll die tägliche US-Produktion von Schieferöl durch Fracking in diesem Jahr um 600.000 Barrel und im nächsten Jahr um weitere 200.000 Barrel pro Tag sinken. Aufgrund dessen dürften die weltweiten Ölreserven im nächsten Jahr um lediglich 100.000 Barrel pro Tag wachsen, bevor es 2018 zu einem Rückgang um 400.000 Barrel kommt. Im letzten Jahr waren die Reserven um zwei Millionen Barrel pro Tag gewachsen. Den Anstieg der globalen Ölreserven zwischen 2014 und 2017 schätzen die IEA-Experten auf 1,5 Milliarden Barrel.

[note Handelsblatt: “Die Erwartung der IEA einer rückläufigen US-Ölproduktion hat weitere Anleger an den Rohstoffmarkt zurückgelockt. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 5,6 Prozent auf 34,85 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte sogar sechs Prozent höher – bei 31,43 Dollar.”]

Spekulationen führten zu absurden Preis-Prognosen

Öl- und Gasförderung - Foto © socointernational.comOPEC-Mitglieder und Russland haben sich zuletzt über eine Koordination ihrer Ölförderung verhandelt, um den Preisverfall aufzuhalten, allerdings unter der Bedingung, dass alle großen Förderländer mitziehen.

Venezuela, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten sich dazu bereit, dagegen verweigerte sich der Iran dieser Idee. Die Ölpreise sind – einerseits dem bestehenden Überangebot und andererseits der mäßigen Nachfrage geschuldet – seit Juni 2014 um 70 Prozent eingebrochen.

[note Die Spekulationen über die Zukunft des Ölpreises aufgrund des anhaltenden Überangebots hatten zuletzt skurrile Blüten getrieben: Morgan Stanley hielt 20 Dollar je Barrel für möglich, Dennis Gartman 15 Dollar, und Standard Chartered hatte sogar 10 Dollar ausgerufen. Sogar ein Preis von null Dollar wurde in Erwägung gezogen].

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