Obama weist größtes Meeresschutzgebiet der Welt aus

Vor Hawaii – mehr als viermal die Fläche Deutschlands

Papahanaumokuakea Marine National Monument - logoUS-Präsident Obama hat ein “Heimatschutzgesetz” der besonderen Art erlassen: Der Präsident, gebürtiger Hawaiianer, hat vor der pazifischen Inselkette das größte Meeresschutzgebiet der Welt ausgewiesen – das Papahanaumokuakea Marine National Monument (PMNM) , mit 1,5 Millionen Quadratkilometern doppelt so groß wie Texas oder viermal die Fläche Deutschlands.

Die zuständige Behörde NOAA lieferte dazu faszinierende Bilder.

Papahanaumokuakea Marine National Monument - Foto © papahanaumokuakea.govPapahanaumokuakea Marine National Monument 2 - Foto © papahanaumokuakea.govPapahanaumokuakea Marine National Monument 3 - Foto © NOAAObamas Vorgänger George W. Bush hatte den ersten Teil des Meeresgebiets unter Schutz gestellt. Obama interpretierte seine Exekutivrechte sehr frei und weitete das Gebiet nun um mehr als das Vierfache aus. Das PMNM löst als größtes Meeresschutzgebiet der Welt ein Schutzgebiet vor den Cook-Inseln ab.

Schutz für mehr als 7000 Tierarten

Obama ist auf Hawaii geboren worden und schützt damit auch seine Heimat – vor Hawaii liegen nun 98 Prozent der geschützten Meeresgewässer der USA.

In dem erweiterten Gebiet vor den nördlichen Inseln des US-Bundesstaates leben nach Angaben des Weißen Hauses insgesamt 7000 Arten – darunter 24 Walarten wie etwa Blauwale – Delfine und Haie, ein Drittel davon nur vor Hawaii. Geschützt sind nun auch fünf verschiedene Arten von Meeresschildkröten. Rund 14 Millionen Vögel nisten auf den Inseln, darunter ein 65 Jahre alter Albatross. Geschützt werden auch Unterseevulkane und Korallenriffe. Aber auch Korallenriffe und Untersee-Vulkane sollen vor schädlichen Einflüssen bewahrt werden. In dem Gebiet ist kommerzieller Fischfang verboten, Freizeitfischen nur mit Genehmigung gestattet. Bodenschätze müssen im (Meeres-)Boden bleiben.

Weil im Zweiten Weltkrieg in dem Meeresareal zahlreiche Schlachten war, liegen vor Hawaii viele Schiffs- und und Flugzeugwracks auf Grund, darunter sogar ein Flugzeugträger der US-Flotte. Die Kriegstrümmer stehen zwar nicht unter Schutz, gelten aber als ausgesprochen wertvolle wissenschaftliche Objekte. Das Schutzgebiet gehört schon seit 2010 zum UNESCO-Welterbe.

Franz Alts Lob

Franz-Alt-Foto-©-Caren-Alt_Sonnenseite.de[note Franz Alt lobt Obama auf seiner Sonnenseite – das Meer sei der Urgrund des Lebens. “Am Anfang waren die Einzeller: Pflanzen, Tiere, Menschen. Heute ist das Meer Sehnsuchtsort und Touristen-Attraktion. Millionen zieht es Jahr für Jahr an die Strände. Aber wie gehen wir mit diesem Ort des Lebensursprungs um? Wir nutzen die Ozeane als Müllabladeplatz, wir vernichten den dortigen Lebensreichtum und wir heizen auch dort den Klimawandel an. Den Meeresgrund verwandeln wir über Gas- und Ölbohrungen in ein riesiges Industriegebiet.”

Mehr als 90% der großen Meeresfische seien bereits verschwunden, die meisten Meere überfischt, allenthalben Korallensterben. Im Meer wiederhole sich, “was wir der Erde seit Beginn der Industrialisierung angetan haben: Ausbeutung, Zerstörung, Artensterben. Mojib Latif 3 - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft‘Das Meer stirbt’ schreibt der Klimaforscher Mojib Latif. Trotz allem sind bisher nur 3,4% der Meere als Schutzgebiete ausgewiesen.”

Daher findet Alt Obamas Beschluss besonders lobenswert: “Die Fische erhalten jetzt einen Ruheraum inmitten industrieller Umgebung. Immerhin ein Anfang für mehr Schutz unserer Lebensgrundlagen.” Einen weiteren “Hoffnungsschimmer für die Meere” sieht Alt darin, dass 30 Nationen Mitte Juni 2016 ein internationales Abkommen gegen illegale Fischerei unterzeichnet hätten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO meine, dass sich dadurch manche Bestände wie Heilbutt und Flunder wieder erholen könnten.

“Noch immer versuchen wir aber, eine endliche Ressource unendlich auszubeuten. Wer das Leben auf unserem Planeten retten will, muss die Meere retten. Denn die Meere sind das Lebenserhaltungs-System des Planeten. Ohne Leben im Meer kein Leben auf der Erde.”]

Quellen: