MCC mit CO2-Uhr

Verbleibendes CO2-Budget

MCC logo Die CO2-Uhr des MCC veranschaulicht, wie viel CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden darf, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C beziehungsweise 2°C zu begrenzen. Man kann sich durch verschiedene Temperaturziele und Schätzungen klicken, um zu erfahren, wie viel Zeit im jeweiligen Szenario bleibt.

Beim Klimaabkommen von Paris haben alle Staaten weltweit das Ziel beschlossen, die Erderwärmung im globalen Mittel auf deutlich unter 2 Grad Celsius (möglichst 1,5°C) im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Das ist äußerst ambitioniert und lässt sich in ein CO2-Budget übersetzen, das immer kleiner wird. Konkret heißt das: Wenn beispielsweise das 2-Grad-Ziel noch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erreicht werden soll, dürfen im Mittel nur noch etwa 800 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre gestoßen werden. Doch die Welt emittiert noch immer jedes Jahr auf’s Neue rund 40 Gigatonnen CO2. Das entspricht ungefähr 1450 Tonnen pro Sekunde, Tendenz leicht steigend. Und so schrumpft das verbleibende Budget rapide.

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Die Uhr tickt und zwar immer schneller. Wie wenig Zeit den politischen Entscheidern genau bleibt, zeigt die CO2-Uhr des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Als Besucher der MCC-Website kann man hier selbst interaktiv nachvollziehen, welche politischen Ziele unter welchen wissenschaftlichen Annahmen zu welchen engen Zeitrahmen für ein konkretes Handeln führen.

Oben kann man links für das Erreichen der 2-Grad-Grenze ein optimistisches („upper estimate“: es verbleiben noch 1000 Gt), ein mittleres („medium estimate“: es verbleiben noch 800 Gt) oder ein pessimistisches Szenario („lower estimate“: es verbleiben noch 430 Gt) der Wissenschaftler auswählen. Rechts findet man die entsprechenden Szenarien (220 sowie 100 und 50 Gt) für das 1,5-Grad-Ziel. Abhängig von ihrer Auswahl wird Ihnen das dazugehörige CO2-Budget angezeigt – und die verbleibende Zeit.

Wie hoch das jeweilige CO2-Budget in den unterschiedlichen Szenarien einmal für die 2-Grad- und dann für die 1,5-Grad-Grenze ist, haben die MCC-Wissenschaftler eigens zusammengestellt. Die Annahme für eine jährliche Wachstumsrate der Emissionen von 2,2 Prozent beruht auf dem jüngsten Bericht des Weltklimarates IPCC. Für die konkreten Berechnungen und die Umsetzung der CO2-Uhr zeichnen die MCC-Wissenschaftler Alexander Radebach und Tom Schulze verantwortlich.

->Quelle: mcc-berlin.net/co2-budget.html