Europas Klimarisiken nehmen zu

EUA-Vierjahres-Bericht: Erderwärmung bedroht zunehmend Ökosysteme, Gesundheit und Wirtschaft

„Der Klimawandel birgt zunehmend größere Risiken für unsere Ökosysteme, die menschliche Gesundheit und Europas Wirtschaft“, warnt die Europäische Umweltagentur (EUA, engl. EEA) in ihrem Vierjahres-Bericht, veröffentlicht am 25.01.2017 unter dem Titel „Climate change, impacts and vulnerability in Europe 2016“. Extreme Wetterereignisse kosteten Europa zwischen 1980 und 2013 fast 400 Milliarden Euro, bestätigt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur – Tendenz steigend. Unter anderen Medien berichtete EurActiv-Kooperationspartner Journal de l’Environnement.

Zwischen 1980 und 2013 hätten sich die Kosten in 33 europäischen Ländern zusammen auf 393 Mrd. Euro belaufen, so die EEA. Den größten finanziellen Schaden habe das Hochwasser von 2002 mit 20 Mrd. Euro angerichtet, gefolgt von der Hitzewelle im Sommer 2003 (16 Mrd.) und Sturm Lothar, der im Winter 1999 über den Kontinent hinweg fegte (14 Mrd.).

Größte Schäden in Deutschland, Italien und Frankreich

Am schlimmsten habe es in absoluten Zahlen Deutschland (79 Mrd.) getroffen, Italien (60 Mrd.) und Frankreich (53 Mrd.). Europas Klimakosten steigen ständig. 1980 beliefen sich die jährlichen Ausgaben für Klimaschäden aller Art noch auf 7,6 Mrd., 2000 schon auf 13,7 Mrd.. Zurückführen lässt sich dieser Anstieg womöglich auf das Zusammenspiel von steigenden Einwohnerzahlen, sinkender Weiterentwicklung gefährdeter Gebiete und die zunehmende Häufigkeit von Extremwetterereignissen.

In Europa steigen durch den Klimawandel die Meeresspiegel, und immer häufiger kommt es zu Extremwetter wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren und Stürmen; der EEA-Bericht gelangt zu dem Schluss, dass bessere und flexiblere Strategien, Konzepte und Maßnahmen zur Anpassung entscheidend dafür sein werden, ob es gelingt, die Folgen zu mindern.

Wie dem Bericht „Climate change, impacts and vulnerability in Europe 2016“ zu entnehmen ist, haben die beobachteten Klimaveränderungen bereits weitreichende Auswirkungen auf Ökosysteme, Wirtschaft sowie Gesundheit und Wohlergehen der Menschen in Europa. Die Temperaturen weltweit und in Europa erreichen immer neue Höchstwerte, die Meeresspiegel steigen auf Rekordwerte und das Meereis in der Arktis schwindet auf den geringsten je beobachteten Wert. Die Niederschlagsmuster verändern sich – in den regenreicheren Regionen Europas nehmen die Niederschläge generell zu, die niederschlagsärmeren Regionen werden hingegen trockener. Die Gletscher gehen zurück, die Schneebedeckung nimmt ab. Gleichzeitig steigt in vielen Regionen die Häufigkeit und Intensität klimabedingter Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen und Dürreperioden. Verbesserte Klimaprognosen liefern weitere Hinweise darauf, dass klimabedingte Extreme in vielen Regionen Europas weiter zunehmen werden.

EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx (Belgien): “Der Klimawandel wird sich über viele Jahrzehnte hin fortsetzen. Ausmaß und Auswirkungen des künftigen Klimawandels werden von der Effektivität der Umsetzung der weltweiten Vereinbarungen zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen abhängen, aber auch davon, dass es uns gelingt, die richtigen Strategien und Konzepte zu entwickeln, um die durch aktuelle und prognostizierte Klimaextreme hervorgerufenen Risiken zu verringern.”

Folgt: Die „Hotspots“ des Klimawandels