Auf dem Weg zu einer gerechten globalen Energietransformation?

Gestaltungsmacht von SDGs und Paris Agreement
Studie von Lukas Hermwille

Im Kampf gegen den Klimawandel müssen die Energiesysteme weltweit auf nachhaltige und emissionsarme Pfade gebracht werden. Mit dem Pariser Klimaabkommen und den SDGs existieren aktuell zwei globale Agenden, die einen positiven politischen Handlungsrahmen für die Umsetzung einer gerechten globalen Energietransformation bilden. Wie viel Gestaltungsmacht haben das COP21-Abkommen und die Agenda 2030 als internationaler Bezugsrahmen für die globale Energietransformation? Lukas Hermwille vom Wuppertal Institut analysiert die beiden Agenden und stellt ihre Komplementaritäten heraus.

Durch eine Analyse dieser Komplementaritäten könne ein positives Narrativ geschaffen werden, dass die Chancen nachhaltiger Energiesysteme und nachhaltiger Entwicklung betone, anstatt sich lediglich auf die damit verbundenen Herausforderungen zu fokussieren. Die Studie kommt weiter zu dem Ergebnis, dass ein Fokus allein auf innovative Ansätze und den Ausbau Erneuerbarer Energien nicht ausreicht. Nehme man die Ambition des 2 °C-Limits oder gar der 1,5 °C-Grenze ernst, reiche es nicht aus, darauf zu warten, bis Kohle, Öl und Gas von alleine obsolet werden, sondern es werde nötig werden, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern aktiv politisch zu gestalten. In diesem Sinne empfiehlt die Studie mit Hilfe von “Exnovationsstrategien” auch die potenziellen Verlierer der Energietransformation in den Blick zu nehmen, so Widerstände abzubauen, um den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger rechtzeitig und gleichzeitig sozial gerecht zu erreichen.

Zusammenfassung der Studie

  • Das Pariser Klimaschutzabkommen und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklungen mit den Sustainable Development Goals definieren einen internationalen rechtlichen Referenzrahmen für die bevorstehende Transformation. Dieser Rahmen ermöglicht es nun, die Transformation hin zu einer nachhaltigen globalen Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten und zu vermeiden, dass die Transformation von katastrophalen Auswirkungen ungebremsten Klimawandels getrieben wird.
  • Die beiden Agenden lassen sich nur gemeinsam erreichen. Ohne nachhaltige Entwicklung sind die Klimaschutzziele des Paris Agreement nicht zu erreichen. Umgekehrt lassen sich auch die Entwicklungsziele, sowohl in den Entwicklungsländern als auch in Industrieländern nicht erreichen. Erneuerbare Energien sind für beide ein zentraler Baustein.
  • Der Ausbau erneuerbarer Energien allein reicht jedoch nicht aus, wenn die globale Energiewende rechtzeitig geschafft werden soll. Zusätzlich muss der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas organisiert werden. Das ist notwendig um den bevorstehenden Strukturwandel gerecht und sozial verträglich zu gestalten. Nur so können eine kontinuierliche Transformation gewährleistet und gesellschaftliche Brüche vermieden
    werden.

Die Studie ist bei der Friedrich-Ebert-Stiftung erschienen und steht zum freien Download bereit.

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