Solarstrom gleich billig wie Windstrom

Kohlestrom stinkt ab

Solarstrom aus neu geplanten großen Solarparks wird in Deutschland ebenso billig wie Elektrizität aus Windparks. Das geht einer Pressemitteilung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) vom 21.02.2018 zufolge aus den jüngsten Ausschreibungen hervor: Nach Angaben der Bundesnetzagentur liege der durchschnittliche Zuschlagspreis bei neu geplanten PV-Kraftwerken bei 4,3 Cent, bei Windparks bei 4,6 ct/kwh. Damit unterschreite Strom aus neuen Öko-Kraftwerken die Erzeugungskosten von Kohle-Strom.

Als Meilenstein der Energiewende und Sternstunde für den Klimaschutz bezeichnete BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig das Erreichen der Kostenparität. Dieses sei das Ergebnis einer beispiellosen Kostensenkung infolge herausragender Innovationen und eines sehr harten Wettbewerbs. Körnig: „Beide Technologien ergänzen sich gut und stehen bereit, künftig eine zentrale und deutlich stärkere Verantwortung für unsere Energiesystem zu übernehmen, preiswert, sicher und umweltfreundlich.“

Der BSW appelliert an die Bundesregierung, sie solle jetzt schnell bestehende Ausbaubremsen für die Solarenergie lösen. „Diese stammen aus einer Zeit, als Photovoltaik noch teuer war. Davon kann nun keine Rede mehr sein. Nur mit einer schnellen Anhebung der Auktionsvolumen und einer Beseitigung von Investitionsbarrieren auch im Gebäudesektor kann Solarenergie den notwendigen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so Körnig.

BSW begrüßt im K-Vertrag geplante Aufstockung der Ausschreibungsvolumina

Im jüngst ausgehandelten Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD das Ziel gesetzt, das im Jahr 2030 auf 65 Prozent heraufgesetzte Ökostromziel unbedingt zu erreichen. Die noch zum Klimaziel 2020 klaffende Lücke soll mittels Sonderausschreibungen verkleinert werden. Der BSW begrüßt die geplante Aufstockung der Ausschreibungsvolumen.

Gemeinsame Ausschreibungen, in denen Wind- und Solarkraftwerke in direktem Wettbewerb miteinander stehen, lehnt der Verband hingegen ab. Der notwendige verstärkte Ausbau beider EE-Technologien auf Augenhöhe und ihre intelligente Kombination sowie Integration ins Energiesystem sei so nicht erreichbar.

Nach übereinstimmender Einschätzung von Wissenschaftlern des Fraunhofer ISE und anderer Forschungseinrichtungen müsse der jährliche Ausbau der Solarenergie in Deutschland vervielfacht werden, um die Klimaziele zu erreichen. Neben ihren geringen Erzeugungskosten besteche die Photovoltaik durch hohe Verbrauchsnähe und Akzeptanz. Zusammen mit dem Einsatz von Speichern und der Digitalisierung könne sie den Netzausbaubedarf deutlich verringern.

Hintergrund

[note EEG-Vergütung für PV-Strom nach dem Datum der Inbetriebnahme des Kraftwerks, mittlere Vergütung gemäß der  Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur, Strompreise aus bis 2016, danach geschätzt, durchschnittliche Vergütung für PV-Strom, teilweise geschätzt – Grafik © Fraunhofer ISE]Lagen die Preise von Solarstrom zur Jahrtausendwende noch bei deutlich über 70 ct/kWh (1990 gar ca. 2,50 DM -S_Y-), so liegen sie aus neuen Solarparks der Megawattklasse nach der aktuellen Veröffentlichung der Auktionsergebnisse mit nunmehr rund 4 ct/kWh mehr als 90 Prozent darunter. Zum Vergleich: Strom aus neuen Kohlekraftwerken kostet rund 6, unter Einbeziehung von Gesundheits- und Klimafolgekosten rund 15 ct/kWh.

Photovoltaik trägt derzeit zu rund sieben Prozent zum Nettostromverbrauch Deutschlands bei. Ihr Ausbau wurde unter anderem mittels stark begrenzter Auktionsvolumen, zahlreicher Marktbarrieren und einer finanziellen Belastung der solaren Eigen- und Direktversorgung vor fünf Jahren politisch stark ausgebremst.

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