Mehr als 500.000 Tonnen CO2 freigesetzt

Moorbrand und Klimafolgen

“Schadensbegrenzung ist das einzige, was beim Moorbrand im Emsland noch zählt. Schon jetzt sind die Auswirkungen für Umwelt und Klima verheerend. Riesige Mengen Treibhausgase wurden freigesetzt und zahlreiche Tiere sind verendet”, schreibt Joschua Katz auf energiezukunft.de. Nach vorsichtigen ersten Berechnungen des NABU sind durch den Brand bis zum 21.09.2018 mehr als 500.000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt – und es werden täglich mehr.
[note Moorbrand im Emsland: In Deutschland liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines Menschens bei rund zehn Tonnen im Jahr. Eine Flugreise von Berlin nach New York verursacht immerhin knapp vier Tonnen CO2-Äquivalente. – Foto © Frank Vincentz – Eig. Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org]

Nach Angaben der Bundeswehr, die das Gebiet für Schießübungen nutzt, brennt es im Naturschutzgebiet „Tinner Dose-Sprakeler Heide“ auf mittlerweile mehr als acht Quadratkilometern. Die „Tinner Dose“ ist auch ein nach europäischem Recht besonders geschütztes Gebiet und hat als Lebensraum für viele Arten eine große Bedeutung. Damit einher geht eine große Verantwortung für den Erhalt dieses Moores.

„Der Moorbrand bei Meppen zeigt offensichtlich, dass an einigen Stellen die nötige Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit besonders schutzbedürftigen Gebieten noch nicht ausreichend vorhanden ist“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Unzählige Insekten, Spinnentiere, Reptilien können vor der Hitze nicht fliehen und verenden. Der NABU Emsland erfasst dort seit Jahrzehnten selten gewordene Tier- und Pflanzenarten und hat sich maßgeblich für die Unterschutzstellung eingesetzt. Darüber hinaus ist die Belastung der Menschen in den angrenzenden Ortschaften sowie der Einsatzkräfte durch den Rauch hoch. Und ein Ende des wochenlangen Schwelbrandes ist nicht in Sicht. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück die Ermittlungen aufgenommen.

„Bei der diesjährigen extremen Dürre Schießübungen im Moor abzuhalten und das auch noch ohne ausreichende Absicherung durch Löschfahrzeuge – das ist unfassbar“, so Felix Grützmacher, NABU-Moorschutzexperte. „Militärisch genutzte Übungsplätze sind als letzte große zusammenhängende Naturräume in einer oft intensiv genutzten und zersiedelten Landschaft enorm wichtig für den Natur- und Artenschutz. Alle Moorflächen in der Verantwortung des Bundes müssen jetzt auf die Möglichkeit einer Wiedervernässung überprüft werden, die dem Natur- und Klimaschutz zugute kommt und Brände dieses Ausmaßes verhindern.“ Positive Beispiele an einigen Standorten zeigten, dass sich nasse Moore und eine weitere militärische Nutzung nicht ausschließen müssen.

Am 21.08.2018 hat der Landkreis die Situation zum Katastrophenfall erklärt, am 23.08.2018 waren mehr als 1.300 Einsatzkräfte vor Ort. Inzwischen brennt es auf mehr als acht Quadratkilometern. Auch wenn der Regen der vergangenen Tage für etwas Entspannung  gesorgt hat, schwelt der Brand in dem geschützten Gebiet noch immer. Entstanden ist das fast 4.000 Hektar große Schutzgebiet durch die Zusammenlegung der beiden schon länger bestehen Naturschutzgebiete „Tinner und Staverner Dose“ sowie „Sprakeler Heide“. Den größten Teil davon nimmt die „Tinner Dose“ ein, die aus einem fast baumfreien Hochmoorbereich sowie landwirtschaftlich genutzten Moorrandbereichen besteht. Es handelt sich um das einzige große Hochmoor in West-Niedersachsen, das aufgrund seiner langjährigen militärischen Nutzung nicht industriell abgetorft wurde.

->Quelle und weitere Informationen: