Weltweiter Siegeszug von Wind, PV und Co

Erneuerbare Energien auf der Überholspur

Eine am 18.10.2018 publizierte Studie der Unternehmensberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte über den Welt-Markt für Erneuerbare Energien sieht Öko-Energien inzwischen konkurrenzfähig mit herkömmlichen Energiequellen. Als Treiber dieser Entwicklung identifiziert die Untersuchung laut einer Medienmitteilung Preisparität, erfolgreiche Netzintegration und technische Innovationen. An erster Stelle könnten vor allem Solar- und Windenergie die Nachfrage nach bezahlbaren, nachhaltigen und zuverlässigen Energiequellen zufriedenstellen.

Obwohl ihnen einmal nicht mehr als ein Nischendasein zugesprochen worden sei, seien Erneuerbare Energien heute fester Bestandteil der Energieversorgung vieler Länder. Hürden, die bisher einen stärkeren Einsatz gebremst hätten, gehörten nun der Vergangenheit an. Zwei Entwicklungen brächten die Erneuerbaren auf Augenhöhe, wenn nicht gar auf die Überholspur im Vergleich mit herkömmlichen Energiequellen:

Preislich konkurrenzfähig und sicher

Sieht man von länderspezifischen Subventionen ab, dann sind die Kosten für Solar-und Windenergie in weiten Teilen der Welt vergleichbar mit bzw. niedriger als die der traditionellen Energieträger. Onshore-Windkraft ist inzwischen die weltweit preiswerteste Energiequelle. Zudem werden Erneuerbare Energien durch immer effizienterer und preiswertere Speichertechnologien besser integrierbar. Die Netzstabilität werde durch gute Vernetzung und Steuerbarkeit mancher Erneuerbaren Energieträger, aber auch durch Abschaltungen und Power-to-X-Technologien sichergestellt. Ein weiterer Ausbau der Erneuerbaren Energien ist somit möglich und sinnvoll, wobei der Vorteil fossiler Energieträger geringer wird.

Automatisiert und innovativ

Auch innovative Technologien beschleunigen den Einsatz Erneuerbarer Energien: Automatisierung und moderne Fertigungsverfahren tragen dazu bei, dass Produktionskosten und -zeit reduziert werden können. Künstliche Intelligenz wird den Einsatz Erneuerbarer Ressourcen optimieren, indem beispielsweise intelligente, präzisierte Wettervorhersagen Verfügbarkeit und Nachfrage planbar machen. Blockchain kann die Märkte für Ökostromzertifikate revolutionieren, und neue Materialien verbessern die physischen Eigenschaften von Solar- und Windkraftanlagen.

„Bereits heute gehören Solar- und Windkraft zu den günstigsten Energiequellen weltweit – und sie sind noch nicht einmal am Ende ihrer technischen Entwicklung. Mit weiter sinkenden Kosten wächst die Nachfrage nach Erneuerbaren Energien rasant“, so Thomas Schlaak, Leiter Power & Utilities bei Deloitte. „Staaten, Unternehmen und Bürger verstehen zunehmend, dass Erneuerbare Energien nachhaltig, zuverlässig und bezahlbar sind.“

Boomende Nachfrage in verschiedenen Bereichen

Der größte Teil der Weltbevölkerung lebt heute in wachsenden Städten, deren Anspruch es ist, die Lebensqualität zu erhöhen, attraktiv zu sein und gleichzeitig ökologisch nachhaltig zu agieren. Strom aus Erneuerbaren Energiequellen trifft diese Anforderungen. Mithilfe von Gemeinschaftsprojekten, wie den deutschen Bürgerwindparks, sind Erneuerbare Energien nicht nur Hausbesitzern, sondern jedermann zugänglich. Schwellenländer treiben das Wachstum der Erneuerbaren Energien voran: Ihre kumulierte Kapazität, diese zu entwickeln, steht kurz davor, die der Industrieländer zu übertreffen. Auch Unternehmen setzen verstärkt auf zertifizierten Grünstrom. Indem sie ihre Nachhaltigkeitsziele auf die Lieferkette ausweiten, fordern und befähigen sie auch kleinere Unternehmen, Strom aus Erneuerbaren Energiequellen zu beziehen.

„Die beschriebenen Entwicklungen bedingen und verstärken einander“, fasst Schlaak zusammen. „Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob Erneuerbare Energiequellen großflächig integriert werden, sondern wann die konventionellen nicht mehr benötigt werden.“

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