TenneT im Plan

Offshore-Kapazitäten auf 6.232 Megawatt gesteigert

Der Ausbau der Offshore Windenergie in Deutschland schreitet weiter voran. Nun hat der Netzbetreiber TenneT mit den vorhandenen Netzanschluss-Kapazitäten das Ausbauziel der Bundesregierung für 2020 nahezu komplett erreicht. In einer Medienmitteilung vom hieß es, dieNordsee-Windernte 2018 habe die des Vorjahrs um rund fünf Prozent übertroffen; der Anteil an der Gesamt-Windstromerzeugung lag erneut bei fast 16 Prozent.

Elf Offshore-Netzanschlusssysteme mit zusammen 6.232 Megawatt (MW) Kapazität zur Übertragung von Offshore-Windenergie von See an Land habe der Übertragungsnetzbetreiber TenneT inzwischen an das Stromnetz angeschlossen.

„Damit erfüllt TenneT schon jetzt nahezu komplett das Ausbauziel der Bundesregierung, das Offshore-Windkapazitäten von 6.500 Megawatt bis zum Jahr 2020 vorsieht. Bereits in diesem Jahr wird TenneT dieses Ziel  übererfüllen, denn mit der Fertigstellung von BorWin3 werden im Laufe des Jahres 2019 sogar 7.132 Megawatt allein in der Nordsee an Übertragungskapazität in Betrieb sein“, sagte TenneT-Geschäftsführer Wilfried Breuer. Bis Ende 2023 folge mit DolWin6 ein weiteres Anbindungssystem, wodurch dann 8.032 MW an Übertragungskapazität in der Nordsee zur Verfügung stehen würden.

Ergebnis 2018 übertrifft den Vorjahreswert um 4,9 Prozent

Die von TenneT aus der Nordsee übertragene Windenergie habe im Jahr 2018 mit 16,75 Terawattstunden (TWh)*) einen neuen Spitzenwert erreicht. Damit könne beispielsweise der jährliche Stromverbrauch von mehr als fünf Millionen deutschen Haushalten gedeckt werden. Das Ergebnis 2018 übertreffe den Vorjahreswert (15,97 TWh) um 4,9 Prozent. Gemessen am Gesamtwindertrag Deutschlands (106,45 TWh, Offshore und Onshore zusammengerechnet)*) erreiche der Nordsee-Windertrag im Jahr 2017 starke 15,7 Prozent.

„Es war absehbar, dass die Steigerung der übertragenen Menge an Windenergie von See an Land in 2018 moderater ausfallen würde als in den Jahren zuvor“, sagte Wilfried Breuer, „umso wichtiger ist es, den Netzausbau an Land weiter zu beschleunigen, um möglichst bald die notwendigen Netzkapazitäten an Land zur Verfügung zu haben, die den Strom in den verbrauchsstarken Westen und Süden Deutschlands transportieren können.“

Einsparungen durch 66-kV-Technologie

Parallel dazu entwickle und beteilige sich TenneT an zahlreichen innovativen Ansätzen und Projekten bei smarten Zukunftstechnologien, der Digitalisierung und Flexibilisierung des Stromnetzes und dem Vorantreiben der Sektorenkopplung. „Wir zielen ab auf Planungssicherheit und stärkere Kosten-Effizienz“, so Breuer. Ein aktueller innovativer Ansatz im Offshore-Bereich sei beispielsweise mit der 66-kV-Technologie geplant, die beim Anschluss der Offshore-Windparks an die künftigen TenneT-Anbindungen DolWin5 und BorWin5 zum Einsatz kommen soll. Mit dieser Technologie könnten Investitionskosten und Betriebsaufwand im Millionenbereich eingespart werden, weil die Offshore-Umspannplattformen der Windparks entfallen und zudem deutlich weniger Kabel zum Anschluss der einzelnen Windenergieanlagen benötigt würden.

Der bisherige Maximalwert der Einspeisungsleistung der Offshore-Windparks in der Nordsee sei am 15.12.2018 mit 4.773 MW erreicht worden. Der Kapazitätsausbau der Offshore-Windparks in der Nordsee habe am Stichtag 31.12.2018 bei 5.313 MW gelegen. Die Windenergieanlagen in der Ostsee (nicht TenneT-Netzgebiet) hätten 2,35 Terawattstunden*) im Jahr 2018 erzeugt, sodass der gesamte Offshore-Ertrag Deutschlands bei 19,1 Terawattstunden*) gelegen habe. Zuzüglich 87,35 Terawattstunden*) erzeugter Onshore-Windenergie komme der Gesamtertrag auf 106,45 Terawattstunden*).

*) Finanziell geförderte Strommengen nach EEG, ohne sonstige Direktvermarktung; für 2018 als vorläufiger Ist-Wert. Onshore- und Ostsee-Strommengen sind für die Monate November und Dezember 2018 als vorläufige Schätzwerte integriert.  

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