Divestment-Sprayings OK

London: Klimaprotestler freigesprochen

Eine Jury hat am 09.05.2019 in London den Gründer der Extinction Rebellion (solarify.eu/extinction-rebellion-jetzt-auch-in-berlin) Roger Hallam und seinen Mitstreiter David Durant von der Anklage wegen strafrechtlicher Schäden im Zusammenhang mit einem Protest gegen fossile Brennstoffe freigesprochen. Klima-Aktivisten nennen das  – so der britische Guardian – einen historischen Moment für die Klima-Protestbewegung.

Roger Hallam, 52, bestritt den Schaden in Höhe von fast 8.000 Euro einer Aktion nicht – er hatte mit einer Sprühaktion das King’s College, London gedrängt, sich von fossilen Brennstoffen zu trennen. Aus Protest gegen die Investitionen der Institution in fossile Brennstoffe sprühte er  “divest from oil and gas (“keine Investitionen mehr in Öl und Gas”) an die Wände des King’s College.

Hallam und Durant vertraten sich selbst und argumentierten vor der Jury in ihrer Verteidigung, dass ihr Handeln eine angemessene Antwort auf die Klimakrise sei. Als Sicherheitsbeamte des King’s College am 19.01.2018 eingriffen, überreichte Hallam ihnen einen hausgemachten Salat mit roten Senfblättern, Rucola und Regenbogenmangold als Geschenk. Sie wurden einige Tage später, am 01.02.2018 festgenommen, als sie die Innenwände des Großen Saals des King’s College besprühten.

Tim Crosland, der Direktor der Wohltätigkeitsorganisation Plan B Earth, sagte, das Urteil sei ein historischer Moment für die Klima-Protestbewegung.” Er fügte hinzu: “Hallam und Durant haben nicht geleugnet, dass sie den Schaden verursacht haben; sie argumentierten jedoch, dass ihre Intervention eine angemessene Reaktion auf die Klimakrise sei”.

In einem zweiten Video, ist Durant zu hören: “Ihr scheint sehr besorgt zu sein über die Tatsache, dass wir euer Gebäude möglicherweise beschädigen, aber nicht über die Tatsache, dass das King’s College den Planeten beschädigt.”

Hallam, der am King’s College für einen Doktortitel in zivilem Ungehorsam studiert, erklärte, dass sein akademisches Studium seine Entscheidung, die Universität zu verunstalten, beeinflusst habe: “Mein Ansatz und meine Forschung ist, wie wir die Arbeit von Gandhi und Martin Luther King in einem modernen Kontext aktualisieren können.” Er argumentierte, dass seine Handlungen rechtmäßig seien, weil es eine Ausnahmeregelung im Strafschadensgesetz gebe, die Schaden zuläasse, wenn sie das Eigentum anderer schütze.

Staatsanwalt John Hulme hatte vor den Geschworenen argumentiert, dass es “keine legitime Grundlage für die Anwendung dieser Sprayings gebe, auch wenn die Angeklagten mit der Politik des College nicht einverstanden seien”. Die beiden hätten lösliche Farbe verwendet, aber es könnte immer noch als strafrechtlicher Schaden nach dem Gesetz angesehen werden.

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