Urbane Energiewende in der Hauptstadt

Berlin will Solarstrom speichern und fördern

Im Zuge der vereinbarten Energiewende in Berlin legt der Senat ein Förderprogramm für Solarstromspeicher auf. In Kombination mit einer neuen PV-Anlage sollen Stromspeicher mit 300 Euro je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität bezuschusst werden. Nicole Allé hat sich für energiezukunft das Programm des Berliner Senats genauer angesehen.

Die Solarenergie boomt, und das, obwohl die deutsche Politik den Ausbau Erneuerbarer Energien eher behindert – mit kontraproduktiven Gesetzen oder einfach mit Nichtstun. Die Stadt Berlin hat sich indes zur Energiewende verpflichtet. Mit dem Berliner Energiewendegesetz (EWG), das seit April 2016 in Kraft ist, hat sich Berlin einiges vorgenommen. Um die versprochene Energiewende mal wieder in Schwung zu bringen, sollen die Dächer Berlins stärker für Photovoltaik genutzt werden. Der Berliner Senat hat Anfang Juli 2019 das neue Förderprogramm für mehr PV-Anlagen und Stromspeicher in Berlin beschlossen. Details will der Berliner Senat nach der Sommerpause veröffentlichen.

Berlin will Solar-City werden. Solare Mieterstromprojekte wurden bereits genossenschaftlich realisiert. PV-Dach-(Mieterstrom-)Anlage am Berliner Ostkreuz – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop hatte die Vorlage zur Umsetzung der „Stromspeicher-Richtlinie Berlin“ eingebracht. Ziel der Förderung sei es, den Ausbau der Photovoltaik in Berlin zu unterstützen und den Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auch in sonnen- und windarmen Zeiten zu erhöhen. „Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, so Pop.

Solares Potenzial ist riesig

Geeignete Dächer in Berlin gäbe es noch reichlich. 2.400 Hektar der Dachflächen, das entspricht einer Fläche von rund 3.600 Fußballfeldern, wären laut Berliner Energieatlas potenziell für die Installation von Solaranlagen in Berlin geeignet. Flächen an Häuserfassaden kommen noch hinzu. Solarstrom ist beliebt und hat noch viel Kapazität nach oben. Zudem ist der Solarstrom vom Dach kein Privileg mehr von Eigenheimbesitzern – mit Mieterstrom, PV-Pacht oder dem Solarpanel auf dem Balkon könnten viele Berliner an der Energiewende teilhaben. Einige Mieterstromprojekte sind bereits erfolgreich umgesetzt worden.

Speicherförderung bei neuer PV-Anlage

Innerhalb des neuen Förderprogramms können Berliner nun bald eine finanzielle Unterstützung für Stromspeicher beantragen – sofern sie eine neue PV-Anlage errichten. Wie der Senat mitteilt, wird die Förderung 300 €/kWh nutzbarer Kapazität des Stromspeichersystems betragen. Maximal sollen demnach 15.000 Euro pro Stromspeichersystem gewährt werden. Antragsberechtigt wären dann Privatpersonen, Unternehmen und Vereine mit Wohnsitz beziehungsweise Niederlassung in Berlin sowie die Berliner Bezirke. Detaillierte Informationen zur Antragsstellung sowie zur Richtlinie sollen ab Herbst 2019 auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe im Bereich „Erneuerbare Energien” sowie auf den Seiten der Investitionsbank Berlin zu finden sein.

Solar-City Berlin

Die Förderung ist auch Teil des Masterplans Solarcity. Darin will die Senatsverwaltung gemeinsam mit Berliner Akteuren sowie der Öffentlichkeit die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele zum Ausbau der solaren Energieversorgung in Berlin konkretisieren und anschließend umsetzen. Der Masterplan Solarcity ist wiederum ein Projekt zur Umsetzung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 auf Berlins Weg zur „Klimaneutralität“. na

->Quelle:  energiezukunft.eu/berlin-will-solarstrom-speichern-und-foerdern/nicole-alle