Mehr als eine Million Feinstaub-Tote pro Jahr

Studie untersucht Auswirkungen von Luftverschmutzung in China

Laut einer internationalen Studie wird der Klimawandel die Luftverschmutzung in China verschärfen. Damit würde die Anzahl vorzeitiger Todesfälle durch Feinstaub weiter steigen, sagt Studienautor Hans Joachim Schellnhuber, emeritierter Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, dem Deutschlandfunk im Gepräch mit Lennart Pyritz. Die zentrale Frage der Studie sei laut Schellnhuber gewesen: “Wenn sich durch den Klimawandel die atmosphärischen Bedingungen verändern, also speziell blockierende Wetterlagen entstehen, wie wirkt sich das dann auf die Effekte der Luftverschmutzung hinsichtlich menschlicher Gesundheit aus?”

Stadttor von Peking im Smog – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify

Laut Schellnhuber sei dies ein neuer Ansatz gewesen. Bisher habe man im Wesentlichen drüber nachgedacht, wie die Luftverschmutzung – zum Beispiel Aerosole, Schwefeltröpfchen – möglicherweise das Sonnenlicht dämpfe, “so dass die Erderwärmung dadurch etwas weniger krass ausfällt”. Aber den umgekehrten Weg sei man, seines Wissens nach, zum ersten Mal gegangen. Und das Ergebnis sei besorgniserregend. “In China gibt es wohl pro Jahr etwa eine Million vorzeitige Todesfälle.” Und in ihrer Modellrechnung, wie sich diese Zahl in Zeiten des Klimawandels in Zukunft entwickeln könnte, seien die Forscher zu dem Ergebnis gekommen, “dass das grob gerechnet etwa 10.000 weitere Todesfälle verursachen würde.” Und dabei sei man von einem mittleren, sehr mäßigen Klimaszenario ausgegangen. “In einem im Augenblick realistischeren Szenario, was wir oft business as usual, also „weiter so“ nennen, würde diese Zahl sich wohl drastisch noch mehr erhöhen”, erklärte Schellnhuber. (Das gesamte Interview auf deutschlandfunk.de.)

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