Aussichten für Great Barrier Reef „sehr schlecht“

Verliert das Riff seinen Status als UNESCO-Welterbe?

Die australische Regierung hat einem neuen Bericht der Great Barrier Reef Marine Park Behörde (GBRMPA) zufolge die Aussichten für das Great Barrier Reef zum ersten Mal von „schlecht“ auf „sehr schlecht“ herabgestuft – so deutschlandfunk.de. Befürchtet wird nicht nur, dass das Riff seinen Status als UNESCO-Welterbe verlieren könnte. Große Teile könnten sogar dauerhaft sterben: Nach der letzten Korallenbleiche waren in einigen Gegenden des 2.300 Kilometer langen Riffsystems 90 Prozent der Korallen abgestorben.

Gründe sind laut Bericht unter anderem der Klimawandel, Meeresverschmutzung und Überfischung. Im Great Barrier Reef gibt es bisher Tausende Tierarten. Auch größere Meeresbewohner wie Delfine, Haie, Rochen und Schildkröten leiden unter dem Schwund ihres Lebensraums.

Australien steckt zwar Millionen Dollar in die Rettung der Korallenriffe, plant aber auch nicht weit entfernt den größten Kohlehafen und eines der größten Kohlebergwerke der Welt.

Die Medienmitteilung zum Bericht:

“Alle fünf Jahre veröffentlichen wir einen Ausblick, der den Druck, unter dem das Great Barrier Reefs steht, seinen Zustand und die voraussichtliche Zukunft untersucht. Wir erstellen auch eine kurze Zusammenfassung des Berichts.

Der Bericht beruht auf dem Great Barrier Reef Marine Park-Gesetz von 1975 (Abschnitt 54) und zielt darauf ab, ein regelmäßig und zuverlässig Informationen zur Verfügung zu stellen, um den Gesundheitszustand und die Bewirtschaftung des Riffs auf verantwortliche und transparente Weise zu bewerten.

Der Bericht 2019 ist der dritte umfassende Bericht der Reihe und stellt fest, dass die Great Barrier Reef-Region nach wie vor erheblich unter Druck steht, lokal und global. Der Bericht stellt fest, dass die größte Bedrohung für das Riff nach wie vor der Klimawandel ist. Die anderen Hauptgefahren sind mit der Küstenentwicklung, dem Abfluss an Land und der direkten menschlichen Nutzung (z.B. illegale Fischerei) verbunden.

Seit 2014 haben Managementinitiativen und lokale Maßnahmen positive Ergebnisse für weniger komplexe und kleine Aktivitäten wie Hafenmanagement und Tourismus gezeigt. Die Erzielung von Ergebnissen vor Ort ist jedoch für komplexe und räumlich breit angelegte Bedrohungen wie Klimawandel und landseitige Abwanderung nach wie vor schwierig.

Bedeutende globale Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sind entscheidend, um die Verschlechterung des Ökosystems und der Werte des Erbes des Riffs zu verlangsamen und die Erholung zu unterstützen. Solche Maßnahmen werden die Wirksamkeit lokaler Managementmaßnahmen im Riff und seinem Einzugsgebiet ergänzen und erheblich steigern. Der Reef 2050 Long-Term Sustainability-Plan und der Great Barrier Reef Blueprint for Resilience beschreiben wichtige Managementmaßnahmen zur Reduzierung der Bedrohungen für das Riff.

->Quellen: