Aus Energiewende muss “EnergieSystemWende” werden

Reiner Lemoine Stiftung: Energiesystem muss ganzheitlich neu gedacht werden

Die Reiner Lemoine Stiftung hat in einer Übersichtsstudie die systemischen Hemmnisse der Energiewende untersucht und mögliche Lösungsansätze entwickelt. Demnach müsse das Energiesystem ganzheitlich neu gedacht und aus den alten Strukturen gelöst werden, wie die Reiner Lemoine Stiftung am 04.09.2019 mitteilte.

Die Energiewende ist ins Stocken geraten. Um die Probleme zu überwinden, muss das Energiesystem als Ganzes reformiert werden. Dies zeigt eine neue Studie der Reiner Lemoine Stiftung (RLS). In der Studie gingen die Autoren den strukturellen Transformationshemmnissen auf den Grund. Dazu wurden die übergeordneten Entwicklungen im Energiemarkt in den letzten Jahrzehnten mit den zukünftigen Anforderungen einer dekarbonisierten Energiewelt verglichen. Die “Übersichtsstudie zur EnergieSystemWende”, die vom Reiner Lemoine Institut (RLI) erarbeitet wurde, zeigt auf diesem Wege die systemischen Hemmnisse der Energiewende und mögliche Lösungsansätze auf.

Neue Denkweisen und politische Visionen für die Energiesystemwende

Ohne eine fundamentale Wende des Energiesystems wird die Energiewende scheitern. Dazu gehört es, überkommene Denkweisen aufzudecken und zu überwinden. Die klimapolitisch nötigen, technisch möglichen und gesellschaftlich gewollten Veränderungen gilt es mutig anzugehen – und dafür neue Rahmenbedingungen zu schaffen, die den neuen Anforderungen gerecht werden. Aus dem weltweit beachteten Vorzeigeprojekt Energiewende muss in Deutschland das Projekt der Energiesystemwende werden“, fasst Annegret Jatzkewitz, Vorstandsvorsitzende der Reiner Lemoine Stiftung, die Erkenntnisse der Studie zusammen.

Während das Konventionelle Energiesystem etwa von wenigen fossil-atomaren Großkraftwerken, Stromnetzen und passiven Verbrauchern geprägt gewesen sei, gingen mit einer dezentralen, erneuerbaren und sektorgekoppelten Energiewelt ganz andere Anforderungen einher. Aber ob Speicher, flexible Tarife, die regionale Engpassbewirtschaftung, Bürgerenergie oder Mieterstrommodelle – viele neue Anwendungen steckten in strukturellen Sackgassen fest. Regulatorisch würden diese bisher meist eher als Ausnahmetatbestände gelten, kritisiert Jatzkewitz. Um eine nachhaltige Energieversorgung realisieren zu können, sei es jedoch nötig, dass etwa Flexibilität, Sektorenkopplung oder gesellschaftliche Teilhabe zu zentralen Aspekten des Energiesystems würden.

Systemkonflikte am Wendepunkt zum Erneuerbaren Energiesystem

Wir befinden uns derzeit in einer Phase des Wandels vom Konventionellen Energiesystem zum Erneuerbaren Energiesystem“, erklärt Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin am RLI. „Bislang wurde versucht, die Erneuerbaren Energien in das Konventionelle Energiesystem zu integrieren. Doch dieser Ansatz stößt an Grenzen. Es muss nun vielmehr eine Transformation des gesamten Energiesystems, passend für die Erneuerbaren Energien stattfinden“, so Goldammer weiter.

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