Weltgrößtes PV-Kraftwerk geht in China ans Netz

Oder nur zweitgrößtes…?

Der chinesische Entwickler Huanghe Hydropower Development hat in der Wüste von Chinas abgelegener Provinz Qinghai das mit 2,2 Gigawatt weltgrößte Photovoltaik-Kraftwerk ans Netz angeschlossen – so Emiliano Bellini auf pv magazine. Das Projekt werde durch einen Speicher mit 202,8 MW/MWh ergänzt. widerspricht auf Golem.de: “Es ist der zweitgrößte Solarpark der Welt. Für Platz eins hat es nicht ganz gereicht.” Wie auch immer: Das größte Chinas ist es allemal.

In Abu Dhabi ist mit 1,18 Gigawatt Leistung der größte Photovoltaik-Park der Welt ans Netz gegangen, meldete am 04.07.2019 Manuel Först in energiezukunft (und auf der arabischen Halbinsel seien noch größere Solarprojekte – bis 2,6 GW – in Planung). Max Hall berichtete im englischsprachigen Portal pv magazine: Das Projekt Noor Abu Dhabi liefere Strom für 2 Cent/kWh, bei der Vergabe 2017 der billigste Solarstrom der Welt.

Der chinesische Hersteller Sungrow, der die Wechselrichter lieferte, habe erklärt, der 2,2 GW-Solarpark sei in fünf Phasen gebaut worden. Die Investitionssumme wird mit 15,04 Milliarden Yuan – umgerechnet etwa 1,9 Milliarden Euro – beziffert. Das Unternehmen hatte die Installation des Speichersystems erst Mitte Mai als Photovoltaik+Speicher-Projekt angekündigt, damals aber nicht bekannt gegeben, dass es an ein riesiges PV-Kraftwerk angeschlossen werde.

Für das Kraftwerk seien monokristalline bifaziale Module von einem nicht namentlich genannten Hersteller verbaut worden – dazu 900 MW der 1500-Volt-String-Wechselrichter „SG250HX“ von Sungrow. „Sungrow lieferte das hochintegrierte Energiespeichersystem mit AC-gekoppeltem Niederspannungsdesign, das die Auslastung des Transformators erhöhen kann und somit niedrigere Systemkosten garantiert“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage von pv magazine.

Der Bau der PV-Anlage begann im November 2019 und wurde im September 2020 abgeschlossen. Das dazugehörige Speichersystem wurde innerhalb von vier Monaten, von Mai bis September, fertiggestellt. Die Anlage wird den Solarstrom für 0,34 Yuan pro Kilowattstunde ( = etwa 4 ct/kWh) ins lokale Netz einspeisen.

Der Komplex wird an eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) angeschlossen, welche die State Grid Corporation of China baut, um den äußersten Nordwesten des Landes mit den dichter besiedelten östlichen Provinzen zu verbinden. Das 22,6 Milliarden Yuan teure Stromleitungsprojekt umfasst den Bau von zwei Umrichterstationen mit 8 Gigawatt Übertragungskapazität. Die Leitung wird sich über 1.587 Kilometer durch die Provinzen Qinghai, Gansu, Shaanxi und Henan erstrecken.

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