Energiewende-Monitoring-Bericht

Erneuerbare müssen gestärkt werden

Die Bundesregierung hat am 03.02.2021 den achten Monitoring-Bericht zur Energiewende vorgelegt und die Stellungnahme der Expertenkommission zum Monitoring-Prozess veröffentlicht. Bericht und Stellungnahme unterstreichen: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss deutlich gestärkt werden. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) fordert, nun endlich die Weichen zu stellen. Ambitionierte Ausbauziele für die Windenergie, der Abbau von längst erkannten Hemmnissen bei Genehmigungen und Flächen müsse deshalb nun endlich erfolgen.

Bio und Windenergie – Foto © Gerhard Hofmann für Solarify

Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie, mahnte: „Die Expertenkommission sieht wie wir einen deutlich steigenden Strombedarf in den kommenden Jahren. Um diesen zu decken, sind neue Anstrengungen erforderlich. Eine deutliche Erhöhung der Ausbauziele für erneuerbare Energien ist deshalb notwendig, jedoch nicht ausreichend. Es braucht auch einen Pfad, der die Ziele umsetzbar macht. Dafür muss die ‚reale Ausbaudynamik‘ gestärkt werden. Es braucht gerade für die Windenergie an Land, den Leistungsträger der neuen Energieversorgung, mehr Flächen und mehr Genehmigungen. Ein verstärkter Ausbau in Südeuropa, der Deutschland angerechnet wird, kann nicht der Weg für die Zukunft sein. Statt Strom und Wasserstoff zu importieren, müssen wir die nationale Wertschöpfung stärken“.

Eine ganze Reihe der schon im Oktober 2019 in der Aufgabenliste Wind an Land vom BMWi benannten Punkte sei jedoch noch offen: “Allein die Anpassung an international übliche Abstände zu Drehfunkfeuern der Flugsicherung würde fast 4.000 Megawatt Windenergie zurück in die Genehmigungsverfahren führen. Dies könnte zügig erledigt werden. Hier braucht es nun endlich eine Klärung“, forderte Albers.

„Zusätzlich müssen die im Entschließungsantrag der Regierungskoalition für das 1. Quartal 2021 angekündigten Erleichterungen für ein durchgreifendes Repowering umgesetzt werden. 15.000 MW Wind an Land können in den kommenden Jahren erneuert werden. Bestehende Flächen lassen sich durch die effiziente und leistungsfähige neue Anlagengeneration besser nutzen. Gleichzeitig wird so ein schneller Beitrag zur Erhöhung der Strommengen und für die Versorgungssicherheit geleistet. Die Steigerung des Strombedarfs um 10 Prozent, welche die Expertenkommission schätzt, geht in die richtige Richtung. Unserer Meinung nach wird der Strombedarf jedoch deutlich stärker, um bis zu 20 Prozent steigen. Auch deshalb müssen wir nun breitere Weichen stellen, als es die Bundesregierung bisher plant“, so der BWE-Präsident.

„Unser Strom wird gebraucht, denn 2022 gilt es, die Atomenergie und parallel zügig die Braunkohle zu ersetzen. Auf Energieimporte sollte die Politik weder setzen noch sich drauf verlassen. Wir haben alle Möglichkeiten, dass Deutschland seine Herausforderungen selbst löst. Die Werkzeuge dafür liegen bereit:

  1. Hebung der nationalen Potenziale zum Ausbau der Erneuerbaren Energien
  2. Aktivierung nationaler Energiewirtschaftskreisläufe mit Erneuerbaren Energien, um Wertschöpfung zu erzeugen und den ländlichen Raum zu stärken
  3. Entwicklung nationaler grüner Wasserstoffkreisläufe
  4. zügige Übernahme von EU-Zielen in deutsche Klima- und Energiegesetzgebung
  5. ambitioniertere CO2-Preise, um den Kohleausstieg auf wirtschaftlicher Basis zu beschleunigen

Die Versorgung mit Erneuerbare Energie ist gewährleistet, wenn der Ausbau der Windenergie wieder an Fahrt gewinnt, beim Netzausbau Schritt gehalten wird und zusätzliche Flexibilitätsoptionen (BEE) genutzt werden. Unsere Branche steht für diesen Kraftakt bereit. Wir können die Windstromproduktion sehr schnell erhöhen. Die Branche steht in den Startlöchern und ist bereit, loszulegen. Die Politik muss nur die Bremsen und Blockaden lösen“, betont Hermann Albers.

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