Lesehinweis: Neue Batteriefabrik in Berlin-Marzahn?

Bis 380 neue Jobs

Kevin Hoffmann berichtet im Berliner Tagesspiegel über Pläne zum Bau “einer Fabrik für große Batterien, wie sie zum Beispiel in Gebäuden als Speicher für Solarstrom eingesetzt werden können.” Der 1899 als Akkumulatorenfabrik-Aktiengesellschaft (AfA) gegründete Blei-Akku-Hersteller BAE Batterien will  stationäre Energiespeicher herstellen, Bleibatterien für stationäre Anlagen, wie zum Beispiel für die Notstromversorgung in Datenzentren, Krankenhäusern, für Energieversorgungsanlagen und Telekommunikationseinrichtungen. Es gehe nicht um Lithium-Ionen-Batterien, wie sie oft in Elektroautos und Kleingeräten verbaut sind. Das Konsortium CSE (steht für Ceramic Salt Energy) setzt auf Natriumchlorid (NaCl), also herkömmliches Kochsalz, als Ausgangsstoff.

Herkömmliche 12-Volt-Autobatterie – Foto © Gerhard Hofmann für Solarify

Diese Batterien wurden laut Hoffmann bereits in den 1980er-Jahren entwickelt und kamen unter anderem in Fahrzeugen von Mercedes-Benz zum Einsatz. Eine ungünstige Technologieförderpolitik hätten den Bau dieser „Salzbatterien“ hierzulande unattraktiv gemacht. Noch heute produziere aber eine Fabrik in der Schweiz diese Batterien und verkaufe sie weltweit.

Batterie-Elektrischer Post-Paketzustellwagen, Heusenstamm – Foto © Urmelbeauftragter – Eig. Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org

Die AFA lieferte vor und nach dem Ersten Weltkrieg rund achtzig Prozent aller in Deutschland gefertigten Akkus und forcierte im Verein mit Berliner Droschken-Herstellern Elektro-Taxis. Zahlreiche Ladestationen wurden geschaffen. 1912 wurden Batterien gegen Entfernungs-Pauschalen verliehen – mit dem Kilometergeld waren die Kosten für Anschaffung, Ladung und Unterhalt abgegolten. Viele der Wagenbesitzer schlossen Batterie-Instandhaltungs-Aabkommen mit Großgaragen ab. Der reibungslose Batteriewechsel war besonders deshalb für die zahlreichen Droschken wichtig, weil deren Reichweite auf 50 bis 60 Kilometer beschränkt war. Ihre Zahl stieg in den Jahren 1908 bis 1911 von 400 auf 1700. In den Jahren 1918 bis etwa 1936 gab es auch elektrisch angetriebene 1,5- bis 2,0-t-Lastwagen der Marke AFA (de.wikipedia.org/BAE_Batterien).

„Ein weit verbreiteter Irrtum ist der Glaube, dass die Elektromobilität der große Batteriemarkt der Zukunft ist“, meinte Jan IJspeert, Geschäftsführer von BAE Batterien, gegenüber dem Tagesspiegel-Redakteur – es sei die stationäre Energiespeicherung. Um die Klimaziele zu erreichen, seien solche Batterien notwendig. Projektleiter Peter Urban zu den Vorteilen der Salzbatterie: Sie sei weder feuergefährlich, noch explosiv und könne kostendeckend zu 100 Prozent recycled werden. Auch nehme ihre Leistung nicht ab.

39 Millionen Euro könnten die Partner innerhalb der kommenden zwei Jahre in Marzahn investieren und bis zu 380 Jobs schaffen.

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