Tesla stellt Antrag auf Batterieproduktion in Grünheide

Und: Maßnahmen zur Begrenzung des Wasserverbrauchs

Tesla will zusätzlich zu seiner E-Mobil-Produktion wie erwartet Batteriezellen fertigen. Außerdem enthält der Antrag an das Umweltministerium in Potsdam verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs. Ob die Öffentlichkeit beteiligt werden muss, will das brandenburgische Landesamt für Umwelt in den nächsten Tagen entscheiden; die Beteiligung gilt als wahrscheinlich. Dann ließe sich der für Juli 2021 vorgesehene Termin für den Produktionsstart allerdings nicht einhalten, schreibt Petra Hannen am 04.06.2021 auf pv magazine.

Tesla-Fabrik Grünheide, Modell – Bild © tesla.com, twitter Elon Musk 15072020 – e1594889986473

Tesla hat die Pläne für seine Gigafactory in Grünheide erweitert und daher neue Antragsunterlagen „für die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für Errichtung und Betrieb einer Anlage zur Herstellung von Elektrofahrzeugen“ beim Landesamt für Umwelt eingereicht. Das teilte das Brandenburger Umweltministerium am 03.06.2021 mit. Zum einen habe Tesla, da nun auch die Herstellung von Batteriezellen vor Ort erfolgen soll, eine entsprechende Nebeneinrichtung zur Fahrzeugherstellung beantragt. Außerdem enthalte der Antrag eine Erweiterung des Presswerks durch zwei weitere Presslinien, was der Ausweitung der Fertigungstiefe in dem Werk dienen soll – für diese Erweiterung würden rund 1180 weitere Gründungspfähle nötig. Der Karosseriebau werde auf eine Fertigungslinie reduziert, neu hinzukommen sollten Produktionssschritte zur Herstellung und Lackierung von Kunststoffbauteilen wie Stoßstangen- und Rückspiegelabdeckungen.

Wie das Umweltministerium in Potsdam weiter mitteilte, enthält der neue Antrag zudem verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs. Damit werde der Wasserverbrauch trotz der Erweiterung der Anlage weiterhin voraussichtlich bei rund 1,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr liegen und die zu erwartende Abwassermenge bei rund 925.000 Kubikmeter pro Jahr. Diese Mengen seien von dem Vertrag mit dem öffentlichen Versorgungsunternehmen gedeckt. Im Antrag enthalten sei auch eine Änderung der Niederschlagswasserversickerung.

Die Medienmitteilung des Ministeriums wörtlich: “ Enthalten ist auch die Änderung der Niederschlagswasserversickerung. Für die Erweiterung des Presswerks werden weitere zirka 1.180 Gründungspfähle eingebracht werden müssen. Bei einem Projekt der Größenordnung dieses Fahrzeugwerks sind Umplanungen während des Genehmigungsverfahren nicht ungewöhnlich. Der Vorhabenträger hat zu jeder Zeit das Recht, seinen Antrag zu ändern.

Bei dem erkennbaren Umfang der Änderungen muss die Genehmigungsbehörde jetzt zunächst über eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit entscheiden. Das wird in den nächsten Tagen erfolgen, wenn die kursorische Prüfung des Antragsinhalts und die Vollständigkeitsprüfung abgeschlossen sind. Eine erneute Auslegung gilt daher nach Paragraf 8 Absatz 2 der Genehmigungsverfahrensverordnung (9. BImSchV) als wahrscheinlich. Wann eine gegebenenfalls erforderliche Öffentlichkeitsbeteiligung beginnen wird, kann derzeit noch nicht eingeschätzt werden. Entsprechende Informationen werden in den Tageszeitungen und der Internetseite der Genehmigungsbehörde Landesamt für Umwelt (LfU) bekanntgemacht.

Offen sind die Auswirkungen auf Teslas Zeitplan für seine Gigafactory. Denn eine erneute Auslegung würde einen Monat dauern. Und ob dabei eventuell von Kritikern erhobene Einwände erörtert werden müssen, hängt von ihrem Inhalt ab. Für den eigentlich für Juli 2021 geplanten Produktionsstart läuft Tesla jedenfalls die Zeit davon.

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