Jeder sechste Grundanbieter will durchschnittlich 3,5 Prozent mehr

stromkosten-foto-gerhard-hofmann-agentur-zukunft-fuer-solarify-20160404Viele Stromkunden sehen sich gerade mit der Ankündigung steigender Strompreise konfrontiert: 137 von 831 deutschen Stromanbietern haben für 2017 Erhöhungen von rund 3,5 Prozent angekündigt. Je nach Ortschaft können die Strompreise sogar bis zu 15 Prozent steigen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des toptarif-logoVergleichsportals TopTarif, der zufolge die zusätzlichen Kosten bis zu 189 Euro pro Jahr betragen können. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 kWh zahlt künftig durchschnittlich 42 Euro mehr.

Einige wenige Grundversorger stemmen sich jedoch gegen den Trend: Bisher sind 20 bekannt, die im kommenden Jahr durchschnittlich 2 Prozent weniger von ihren Kunden verlangen. Wer in diesen Gebieten wohnt, kann mit einer Entlastung von 23 Euro pro Jahr rechnen.

Strompreiserhöhungen: Was steckt dahinter?

Alter Stromzähler - Foto © Gerhard Hofmann/Agentur ZukunftDer Grund für die Strompreiserhöhungen ist häufig nicht, dass die Versorger einfach mehr Geld verdienen wollen. Da die EEG-Umlage gestiegen ist, geben die Versorger diese Erhöhung einfach weiter. Neben der EEG-Umlage erhöhen sich weitere staatliche Abgaben sowie vielerorts die Netzentgelte. Andere haben dagegen klug Strom eingekauft oder wollen besonders viele Neukunden gewinnen und senken daher die Preise. Die durchschnittlichen Strompreise fielen im Jahresverlauf um ein Prozent, und im November zahlte eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden daher elf Euro weniger als im Januar.

Was tun bei einer Strompreiserhöhung?

Die Versorger können keine Strompreiserhöhung ohne schriftliche Ankündigung festlegen. Bei den Grundversorgern wird sie per Brief angekündigt. Wer schon einmal den Stromanbieter gewechselt hat oder beim Grundversorger einen Online-Tarif abgeschlossen hat, bei dem die gesamte Kommunikation per Internet erfolgt, kann die Strompreiserhöhung auch per E-Mail mitgeteilt bekommen. In den meisten Fällen muss das sechs Wochen vor der Erhöhung geschehen. Einen Widerspruch gegen die Strompreiserhöhung bringt in den meisten Fällen wenig. Stattdessen ist es besser, sich nach einem günstigeren Stromanbieter umzuschauen. Der Wechsel ist jederzeit möglich.

Strommasten und Bio im Brandenburgischen - Foto © 20140506 Gerhard Hofmann_Agentur ZukunftWer einen Stromtarif mit einer längeren Laufzeit hat, sollte bei einer Strompreiserhöhung vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Das greift zum Zeitpunkt der Strompreiserhöhung. Eine formlose schriftliche Kündigung an den aktuellen Stromanbieter ist in der Regel ausreichend. Dann sollte man sich bei einem neuen Stromanbieter anmelden und angeben, dass der alte Stromvertrag bereits per Sonderkündigungsrecht beendet wurde.

„Viele Versorger zögern wohl bis zuletzt, ob sie die gestiegenen Umlagen und Netzkosten an ihre Kunden wirklich weitergeben, daher können noch weitere Versorger mit Preiserhöhungen hinzukommen“, so TopTarif-Chef Arnd Schröder. Der Wettbewerb auf dem Strommarkt hat in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Verbraucher können heute im Schnitt zwischen 171 Stromanbietern in ihrer Region wählen – vor zehn Jahren waren es nur 26. Das führt auch zu einem großen Preisgefälle am Markt. Ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlt aktuell 1.211 Euro im teuren Grundversorgungstarif. Beim günstigsten Anbieter werden pro Jahr nur 741 Euro fällig. Das entspricht einer jährlichen Entlastung von 470 Euro oder 39 Prozent.

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