BEE: EEG-Umlage steigt 2013 nur um 0,2 Cent pro Kilowattstunde

Von heute rund 2,1 Cent auf 2,3 Cent pro kWh

Die Förderung für Strom aus erneuerbaren Energien steigt nach Berechnungen des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) im kommenden Jahr von heute rund 2,1 Cent auf voraussichtlich 2,3 Cent pro Kilowattstunde Strom.

“Das ist der Anteil an der so genannten EEG-Umlage, der direkt für den Ausbau Erneuerbarer Energien verwendet wird”, erklärt BEE-Geschäftsführer Harald Uphoff. Die reinen Förderkosten für die Erneuerbaren machten damit weniger als die Hälfte der EEG-Umlage 2013 aus. Diese wird nach Berechnungen des BEE auf bis zu 5,2 Cent pro Kilowattstunde Strom ansteigen.

Würde zusätzlich zu den getroffenen Annahmen die Liquiditätsreserve für das kommende Jahr drastisch erhöht, könnte die Umlage sogar um weitere 0,3 Cent/kWh steigen.
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Ausgeweitete Industrieförderung lässt EEG-Umlage steigen

“Die reinen Förderkosten für den Ausbau der klima- und ressourcenschonenden erneuerbaren Energien erhöhen sich im nächsten Jahr lediglich um 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Das rechtfertigt weder, den Ausbau der Erneuerbaren deutlich zu verlangsamen, noch das bestehende Fördersystem generell infrage zu stellen”, hält Uphoff den jüngsten Diskussionen um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entgegen.

Ursachen für den Anstieg der EEG-Umlage seien neben dem Zuwachs erneuerbarer Energien vor allem die ausgeweitete Industrieförderung, sinkende Strompreise an der Börse sowie der nachträgliche Ausgleich zu geringer Einnahmen im laufenden Jahr. Allein auf die Industrieförderung entfällt nach Berechnungen des BEE ein Anteil an der EEG-Umlage 2013 von 1,3 Cent pro Kilowattstunde – immerhin ein Viertel des Gesamtbetrages und rund 0,3 Cent mehr als in diesem Jahr.

“Wenn die Bundesregierung eine Industrieförderung in dieser Größenordnung für notwendig hält, muss sie dafür andere Instrumente wählen als ausgerechnet die Stromrechnung der Verbraucher”, fordert Uphoff. Dies könnten z. B. entsprechende steuerliche Regelungen sein.
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BEE-Geschäftsführer Uphoff: EEG-Umlage kein Preisschild für Ausbau erneuerbarer Energien

Der Rückgang der Börsenstrompreise und die Nachholung für 2012 schlagen in der EEG-Umlage 2013 mit jeweils 0,7 Cent/kWh zu Buche. Hinzu kommen etwa 0,3 Cent/kWh für die Kosten der Marktprämie und des Liquiditätspuffers.

“Schaut man sich die einzelnen Bestandteile an, wird sofort klar: Die EEG-Umlage ist kein Preisschild für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Deshalb geht auch die einseitige Kostendiskussion der letzten Wochen völlig an der Sache vorbei.”

BEE: Berechnungsmechanismus muss grundlegend reformiert werden

Die Erneuerbaren Energien tragen maßgeblich dazu bei, dass der Strompreis an der Börse sinkt, da Solar- und Windenergie ohne Brennstoffkosten auskommen und teure fossile Kraftwerke vom Markt drängen. Nutznießer dieses Effektes sind bisher vorwiegend Großabnehmer, die sich direkt an der Strombörse eindecken. Das Gros der privaten Verbraucher sowie kleine Unternehmen profitieren hingegen nicht von der Entwicklung. Im Gegenteil: Sie müssen sinkende Börsenpreise über eine steigende EEG-Umlage kompensieren helfen.

“Der Berechnungsmechanismus für die EEG-Umlage muss grundlegend reformiert werden. Die Preissenkungen, die die Erneuerbaren an der Börse bewirken, müssen auch zu sinkenden Kosten bei den Verbrauchern führen anstatt deren Stromrechnung über eine steigende EEG-Umlage zu erhöhen”, mahnt Uphoff an.
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BEE schlägt Steuerbefreiung für Ökostrom vor

Eine Möglichkeit, die Verbraucher kurzfristig zu entlasten, sieht der BEE darin, regenerativ erzeugten Strom von der Stromsteuer zu befreien. Hierdurch könnte der Strompreis für Privathaushalte um 0,5 Cent/kWh sinken.

Uphoff: “Die Stromsteuer wurde zur Kompensation von Umwelt- und Gesundheitskosten, die durch die fossil-atomare Stromerzeugung verursacht werden, eingeführt. Dass diese Steuer immer noch auf die sauberen Erneuerbaren Energien erhoben wird, ist unlogisch und systemwidrig. Hier gibt es einen sinnvollen Handlungsspielraum für die Bundesregierung.”

Am 15. Oktober 2012 veröffentlichen die vier verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber offiziell die Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr. Diese Umlage ist ab dem 1. Januar 2013 von den Stromkunden als Aufschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde zu bezahlen. Der BEE hat vorab die einzelnen Faktoren, die zu einem Anstieg der EEG-Umlage führen werden, analysiert und eigene Berechnungen über die voraussichtliche Höhe der EEG-Umlage für 2013 angestellt. Im Hintergrundpapier werden die Bestandteile aufgeschlüsselt, erklärt und beziffert. Ziel der Darstellung ist es, die Diskussion über die EEG-Umlage 2013 zu versachlichen und die Ursachen für mögliche Strompreissteigerungen transparent zu machen. 26.09.2012
-> Quelle www.bee-ev.de