Agora: 12 Thesen zur Energiewende

Energiewende-Lobby legt Beitrag zur Prioritätensetzung vor

Der erste Hauptsatz der Energiewende lautet, so Agora, nach eigenem Bekunden Denk- und Politiklabor, in dessen Mittelpunkt der Dialog mit den energiepolitischen Akteuren steht: Im Mittelpunkt stehen Wind und Solar. Denn sie sind die preiswertesten Erneuerbare-Energien-Technologien und haben das größte Potenzial. Dies werde das Stromsystem und den Strommarkt fundamental verändern: Zum einen werden sich künftig die fossilen Kraftwerke, die Stromnachfrage und die Stromspeicher an der wetterabhängigen Stromproduktion von Windkraft- und Solaranlagen ausrichten müssen. Zum anderen wird das Design des Strommarktes hin zu einem von Kapitalkosten dominierten Energiewende-Markt umgestaltet werden müssen.

Mit 12 Thesen zur Energiewende legt Agora einen Beitrag zur Prioritätensetzung bei der Energiewende vor. Agora wirft einen Blick auf den Strommarkt der nächsten 10 bis 20 Jahre und benennt die wichtigsten Herausforderungen:

„Erster Hauptsatz der Energiewende: Im Mittelpunkt stehen Wind und Solar!
Denn alle anderen Erneuerbaren-Energien-Technologien sind entweder deutlich teurer oder haben nur noch begrenzte Ausbaupotenziale. Windkraft und Photovoltaik haben zudem in den vergangenen Jahren eine enorme Kostensenkung erlebt. Windkraft- und Photovoltaikanlagen werden 2015 Vollkosten von sieben bis zehn Cent pro Kilowattstunde haben – ein System aus Windkraft, Photovoltaik und Backup-Kapazitäten liegt damit hinsichtlich der Vollkosten in der gleichen Größenordnung wie neue Gas- und Kohlekraftwerke.
Die beiden Technologien Windkraft und Photovoltaik sind insofern die beiden wichtigsten Säulen der Energiewende: Ihr Anteil an der Erneuerbaren-Energien-Stromproduktion wird 2020 bei etwa 70 Prozent liegen und später auf 80 bis 90 Prozent anwachsen.
Dies wird das Stromsystem und den Strommarkt fundamental verändern. Denn Wind und Photovoltaik sind grundlegend anders als die bisherigen Energieträger: Ihre Stromproduktion hängt vom Wetter ab, sie haben hohe Kapitalkosten, aber fast keine Betriebskosten, und ihre Stromproduktion ist schnell fluktuierend.
Aus diesem Hauptsatz der Energiewende leiten sich die anderen Thesen der Publikation ab:
  • Es gibt keine „Grundlastkraftwerke“ mehr. Gas- und Kohlekraftwerke arbeiten Teilzeit
  • Flexibilität gibt es reichlich – nur lohnt sie sich bislang nicht
  • Netze sind billiger als Speicher
  • Die Sicherung der Höchstlast ist kostengünstig
  • Die Integration des Wärmesektors ist sinnvoll
  • Der heutige Strommarkt handelt Kilowattstunden – er garantiert keine Versorgungssicherheit
  • Am Grenzkostenmarkt können sich Wind und Photovoltaik prinzipiell nicht refinanzieren
  • Ein neuer Energiewende-Markt ist erforderlich
  • Der Energiewende-Markt bindet die Nachfrageseite aktiv ein
  • Der Energiewende-Markt muss im europäischen Kontext gedacht werden
  • Effizienz: Eine gesparte Kilowattstunde ist die günstigste“

->Quelle: agora-energiewende.de