Heute leitet Stratmann nicht nur die Abteilung „Grenzflächenchemie und Oberflächentechnik“ am Max-Planck-Institut, sondern ist darüber hinaus eng mit seiner alten Alma Mater, der Ruhr-Universität Bochum, verbunden und Mitglied des dortigen Materials Research Department. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass das Land Nordrhein-Westfalen und die Industrie die Finanzierung von drei Stiftungslehrstühlen für das Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation (ICAMS) übernommen haben, an dem auch das MPI für Eisenforschung beteiligt ist: „Durch die Verbindung von Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung sowie industrieller Relevanz soll die Attraktivität des Standorts Bochum gesteigert werden“, erklärt der Chemiker.
In seiner Funktion als Vorsitzender der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion von 2006 bis 2008 und dann ab 2008 als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft hat Martin Stratmann bereits umfangreiche forschungspolitische Erfahrungen gesammelt. Gewohnt eine Brücke zu schlagen zwischen erkenntnisorientierter und bedarfsorientierter Forschung, hat er sich unter anderem intensiv um die seit 2004 etablierte strukturelle Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft gekümmert. Auch an der Konzeption der Max Planck Center im Rahmen der vom Präsidenten initiierten Internationalisierungsstrategie hat er maßgeblich mitgewirkt.
Als Geschäftsführer der Minerva-Stiftung hat er sich darüber hinaus für deren inhaltliche und administrative Neugestaltung eingesetzt. Die Minerva-Stiftung wurde in den sechziger Jahren als Tochtergesellschaft der Max-Planck-Gesellschaft gegründet und ist das Flaggschiff der deutsch-israelischen Wissenschaftskooperationen. Im Rahmen des Minerva German-Israeli Science Festivals an der Hebrew University in Jerusalem im November 2012 stellte Stratmann zusammen mit der damaligen Bundesforschungsministerin die neuen, in einem wettbewerblichen Auswahlverfahren identifizierten Minerva-Forschungszentren vor, die in den kommenden Jahren den Kern der wissenschaftlichen Kooperation zwischen Deutschland und Israel darstellen: „Unter Minerva-Zentren der Zukunft stelle ich mir ‚hot-spots in science‘ vor, herausragend, weithin sichtbar, interdisziplinär aufgestellt und wissenschaftlichen Fragen der Zukunft gewidmet, jedoch nicht dem Mainstream der Forschungslandschaft verhaftet“, so Stratmann.
Martin Stratmann ist Fellow der Elektrochemical Society sowie Mitglied von Acatech und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.
->Quelle: mpg.de