Mit fünf Millionen Rolle der Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung stärken
Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg hat im April 2012 eine Expertengruppe einberufen, die Anregungen für die Stärkung von Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und im Transfer von Hochschulen erarbeitete. Sprecher des siebenköpfigen Gremiums war Professor Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Vor kurzem hat die Kommission ihre Empfehlungen vorgelegt. Sie sollen in einem breiten Dialog mit allen Beteiligten diskutiert werden. Im Herbst 2013 ist dazu eine öffentliche Veranstaltung geplant.
„Zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gehört es, die Art, wie wir leben und wirtschaften, klimaverträglich und ressourcenschonend zu gestalten“, so das Ministerium in einer Meitteilung. Es werde nicht zuletzt „von den technischen und sozialen Innovationen aus der Wissenschaft abhängen, ob die Wende zur nachhaltigen Gesellschaft gelingt“. Baden-Württemberg könne als hervorragender Wissensschaftsstandort eine Führungsrolle bei der Entwicklung der ür eine nachhaltige Entwicklung nötigen Ideen übernehmen. Die Landesregierung habe es sich deshalb zum Ziel gesetzt, „die Rolle der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung zu stärken“.
Auftrag der Kommission und Arbeitsweise
Die Landesregierung Baden-Württemberg hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, eine Wissenschaft für Nachhaltigkeit zu fördern: „Nachhaltigkeit soll in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen. Wir wollen eine Wissenschaftskultur fördern, die über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg die großen Zukunftsprobleme der Gesellschaft bearbeitet.“ Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hatte zu diesem Zweck die Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ einberufen, um Anregungen für die Stärkung des Beitrags der Wissenschaft zu einer Nachhaltigen Entwicklung erarbeiten zu lassen.
Baden-Württemberg verfüge über eine sehr gute Ausgangsposition, so das Ministerium: Aspekte einer Wissenschaft für Nachhaltigkeit spielten in Forschung und Lehre an den Universitäten, den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie an den Pädagogischen Hochschulen bereits eine wichtige Rolle. Zudem existiere eine beeindruckende außeruniversitäre Forschungslandschaft, die sich mit Fragen einer Nachhaltigen Entwicklung beschäftige. Pionierinstitutionen einer solchen Forschung seien in Baden-Württemberg schon Ende der 70er Jahre entstanden. Der Bericht der Expertengruppe illustriere diese gute Ausgangsposition an 15 „Exemplaren“ einer Wissenschaft für Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg.
Die Auseinandersetzung mit den Fragen einer Wissenschaft für Nachhaltigkeit unterstütze den Anspruch des Landes, über eines der leistungsfahigsten Wissenschaftssysteme zu verfügen und weiterhin national und international eine Vorreiterrolle einzunehmen, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen zu sein. Diesem Anspruch könne es im Wesentlichen durch den systematischen Ausbau, die Weiterentwicklung sowie die geeignete Vernetzung bestehender Strukturen gerecht werden. Die Expertengruppe zeigt auf, wo eine solche Weiterentwicklung in Forschung, Lehre und in den Strukturen der Hochschulen ansetzen kann.
Folgt: Sieben Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems