Industrie schürt Zweifel an Gabriels EEG-Reform

BDI-Grillo sieht 900.000 Jobs bedroht

BDI-Präsident Grillo sieht durch die Energiereform-Pläne von Bundeswirtschaftsminister Gabriel 900.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. Diese Zahl nannte der BDI bereits bei der Vorstellung seines „Energiewende-Navigators“ im November 2013 und wiederholte sie jetzt in einem Schreiben an 900 Unternehmens- und Verbandsvertreter, das die Welt am Sonntag bekam.

Nach Grillos Ansicht könnten die Zusatzbelastungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen massiv beeinträchtigen. „So wird die Abwanderung dieser Unternehmen riskiert, was zum Verlust einer großen Zahl von Arbeitsplätzen führen kann“, soll Grillo geschrieben haben. Die geltenden Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen seien existenzielle Voraussetzung für deren Arbeit in Deutschland.

Schröder warnte vor gesellschaftlichen Verwerfungen

Altbundeskanzler Schröder (SPD) warnte vor gesellschaftlichen Verwerfungen, wenn Politik und Wirtschaft die Kosten der Energiewende für die Verbraucher nicht in den Griff bekommen. Der Deutsche Bauernverband sieht Gabriels Kürzungspläne bei der Biomasse skeptisch: „Damit käme der Neubau landwirtschaftlicher Biogasanlagen vollständig zum Erliegen“, sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied.

Peter Ramsauer (CSU), Vorsitzender des Bundestags-Wirtschaftsausschusses,  sprach in der Welt von „Irrwitz“ und „Wahnsinn“: Die Kritik aus der Wirtschaft dürfe nicht „einfach abgebürstet werden“. Den Schienenbetrieben die Ausnahmen zu streichen, sei „verkehrspolitischer Irrwitz. Die Energiewende darf nicht zu höheren Bahnpreisen führen. Sollen die Bahnfahrer denn wieder auf das Auto umsteigen?“ Den Eigenstrom mit der Umlage zu belegen, sei „der helle Wahnsinn“. Zu Gabriels Plänen, schon im Sommer die Reform zu beschließen, sage er, Ramsuer nur: „Gemach, gemach“.
->Quelle(n): welt.de1; bdi.eu; welt.de2; n-tv.de