Deutsche Tiefsee-Exploration gebilligt

Weg frei für weitere Erkundung von Rohstoffen in der Tiefsee

Der Rat der Internationalen Meeresbodenbehörde hat auf seiner diesjährigen Jahrestagung in Kingston, Jamaika, den Antrag Deutschlands auf eine Lizenz zur Exploration polymetallischer Sulfide am Meeresboden des Indischen Ozeans gebilligt. Die Entscheidung der Internationalen Meeresbehörde vom 21.07.2014 ist ein wichtiger Meilenstein für die weitere Erkundung von marinen mineralischen Rohstoffen in der Tiefsee. Das teilte das BMWi mit. Damit ist der Grundstein gelegt, dass die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Explorationslizenz beantragt hat, in einem Gebiet südöstlich von Madagaskar gezielt Lagerstätten polymetallischer Sulfide am Tiefseeboden erkunden kann.

Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer: „Für Deutschland ist der internationale Tiefseebergbau unter wirtschaftlichen Aspekten doppelt interessant: Erstens kann er zur Versorgungssicherheit Deutschlands mit Hochtechnologierohstoffen langfristig beitragen. Zweitens eröffnet er interessante Marktchancen für deutsche Hersteller von innovativer, umweltverträglicher Meerestechnologie. Vor allem deutsche Mittelständler haben hier umfangreiches Know-how und nehmen technologisch einen Spitzenplatz ein. Neben den wirtschaftlichen Möglichkeiten spielt allerdings auch der Schutz der Umwelt eine entscheidende Rolle. Es ist deshalb besonders wichtig, dass bei der Erkundung des Meeresbodens nicht nur das wirtschaftliche Potenzial abgeschätzt wird, sondern auch umfangreiche Untersuchungen und Schutzmaßnahmen zum Erhalt der marinen Umwelt erfolgen, damit das Ökosystem der Meere als gemeinsames Erbe der Menschheit bewahrt wird.“

Die Lizenz dient der Erkundung polymetallischer Sulfide am Meeresboden (in Wassertiefen von 2500 bis 4000 Meter), hat eine Laufzeit von 15 Jahren und kann anschließend in eine Abbaulizenz münden. Sie tritt neben eine bestehende Lizenz zur Erkundung von polymetallischen Knollen im Pazifik. Polymetallische Sulfide enthalten neben hohen Buntmetallanteilen (Kupfer, Blei, Zink) auch Edel- und Spurenmetalle, darunter auch sogenannte Hochtechnologiemetalle.
->Quelle(n): bmwi.de; bgr.bund.de; siehe auch: solarify.eu/rohstofferkundungs-lizenz-am-tiefseeboden-beantragt