Regulierung und Investitionen in der leitungsgebundenen Energieversorgung

Ein DIW-Roundup von Astrid Cullmann und Maria Nieswand

Seit Anfang 2009 unterliegt die leitungsgebundene Energieversorgung in Deutschland der Anreizregulierung, durch die ein effizienter Betrieb von Strom- und Gasnetzen sichergestellt werden soll. Unklar ist allerdings, inwieweit die Anreizregulierung sich auf Investitionen in Ersatz und Ausbau der Netze auswirkt.

Der massive Ausbau der erneuerbaren Energien, eine verstärkte dezentrale Erzeugung und die Einspeisung von erneuerbaren Energien erfordern kurz- und langfristig sehr hohe Investitionen in die Erweiterung, Modernisierung und Wartung der Netzinfrastruktur.

Der Frage nach der Wirkung von unterschiedlichen Regulierungsregimen, insbesondere der neu eingeführten Anreizregulierung, auf Investitionen in den Netzwerkindustrien kommt daher in der theoretischen und empirischen Literatur aktuell eine große Bedeutung zu. Astrid Cullmann und Maria Nieswand fassen im vorliegenden DIW-Roundup die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Ihr Fazit: Bislang wurde empirisch hauptsächlich untersucht, ob die Einführung eines bestimmten Regulierungsregimes einen nachweisbaren Einfluss auf das Investitionsverhalten aufweist. Davon unabhängig ist die Frage, ob die Netzbetreiber vor und nach der Einführung eines Regimes in ausreichendem Umfang investieren. Diesbezüglich besteht international und auch für Deutschland Forschungsbedarf.  Insbesondere, für Deutschland stellt sich außerdem die Frage, ob kausale Effekte von anreizorientierten Regulierungsregimen auf das Investitionsverhalten vorliegen.

Es lässt sich zusammenfassend festhalten, dass die Wirkung der verschiedenen Regulierungsregime (insbesondere der neu eingeführten Anreizregulierung) auf das Investitionsverhalten von leitungsgebundenen EVU durch die komplexen und vielfach gegensätzlichen Wirkungszusammenhänge schwierig zu bestimmen ist. Eindeutige Aussagen sind nur fallbezogen und auf Basis umfassender empirischer Analysen möglich.
->Quelle und ganzer Artikel: diw.de