ICAP: Emissionshandel weltweit im Aufwind

 Neuer ICAP-Report beschreibt Erfolgsgeschichte

10 Jahre nach dem Start des weltweit ersten Emissionshandelssystems in der Europäischen Union existieren mittlerweile 17 unterschiedliche Systeme auf vier Kontinenten. Diese Regionen machen insgesamt 40 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Asien entwickelt sich zum neuen Zentrum des Emissionshandels: im Januar hat Südkorea ein nationales Emissionshandelssystem eingeführt; auch in China ist bereits für 2016 ein nationales EHS geplant. Der neue ICAP Status Report 2015.

Der am kürzlich erschienene Status Report 2015 der ‘International Carbon Action Partnership’ (ICAP) verdeutlicht einmal mehr den weltweiten Erfolg von Emissionshandelssystemen (EHS). Dieser Bericht des intergouvernementalen Zusammenschlusses gibt jedes Jahr einen Überblick über den aktuellen Stand zur Entwicklung von EHSn in der Welt. Heute sind weltweit insgesamt 17 verschiedene Emissionshandelssysteme auf vier Kontinenten in Betrieb.

Flexibilität, Variabilität und Individualität sind die Erfolgsfaktoren

2015 wird ein prägendes Jahr für den internationalen Klimaschutz: Auf der Agenda der UNFCCC-Konferenz im Dezember in Paris stehen wegweisende Entscheidungen für die internationale Klimapolitik. Gleichzeitig erreicht die globale Entwicklung von Emissionshandelssystemen einen wichtigen Meilenstein: Während Südkorea bereits im Januar 2015 sein nationales Emissionshandelssystem gestartet hat, macht China große Fortschritte beim Aufbau eines nationalen Kohlenstoffmarktes, dessen Einführung im Jahr 2016 erwartet wird. Auch die bestehenden Systeme entwickeln sich weiter, expandieren und werden dadurch noch bedeutsamer im Kampf gegen den Klimawandel.

Bereits das Jahr 2014 erlebte eine Weltpremiere: Erstmals haben sich mit dem US-Bundesstaat Kalifornien und der kanadischen Provinz Québec zwei Kohlenstoffmärkte zusammengeschlossen und stellen nun durch die Integration des Transportsektors gemeinsam das drittgrößte EHS der Welt. Ein Jahrzehnt nach dem Start des ersten großen Emissionshandelssystems in der Europäischen Union machen Regionen mit Emissionshandelssystemen heute 40 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Der neue ICAP Status Report 2015 beschreibt überblickhaft die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres und bietet Details zu allen Systemen.

“Seine Flexibilität ist ein wichtiger Grund dafür, dass sich der Emissionshandel zu einem so attraktiven Instrument für politische Entscheidungsträger entwickelt hat”, sagen die ICAP-Ko-Vorsitzenden Jean-Yves Benoit, Leiter des Teams für Kohlenstoffmärkte im Umweltministerium von Québec und Marc Allessie, Leiter der niederländischen Emissionsbehörde. “Der ICAP Status Report 2015 veranschaulicht die große Vielfalt an wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen, in denen Emissionshandelssysteme angewendet werden.“ So lassen sich im Jahr 2015 Emissionshandelssysteme in Regionen finden, die sich hinsichtlich ihres geographischen und ökonomischen Profils stark unterscheiden. Dadurch wird deutlich: Gerade diese Variabilität und Individualität machen den weltweiten Erfolg von Emissionshandelssystemen aus.

Expertenmeinungen und umfassende Daten in einem Bericht zusammengefasst

Jedes Emissionshandelssystem ist einzigartig in seiner Ausgestaltung. Aus diesem Grund bietet der ICAP Status Report politischen Entscheidungsträgern neben einer kompakten Zusammenfassung der wichtigsten globalen Trends auch detaillierte Datenblätter aller existierenden EHS. Mit diesen Einzeldarstellungen werden tiefergehende Vergleiche der individuellen Systeme und ihrer individuellen Ausgestaltungen möglich. Darüber hinaus geben internationale Experten Einblicke in die neuesten Entwicklungen des Emissionshandels.
Zum Inhalt: Dirk Weinreich und Angelika Smuda vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) präsentieren die deutsche Sicht auf die Reform des europäischen Emissionshandels. Lois New und Justin Johnson von der Regional Greenhouse Gas Initiative stellen ihr System als Compliance-Modell für den in den USA geplanten Federal Clean Power Plan vor. Das Umweltministerium der kanadischen Provinz Québec präsentiert die Erfahrungen, die im Zuge der Verknüpfung mit dem kalifornischen Emissionshandelssystem gewonnen wurden. Qian Guoqiang und Yu Siyang von SinoCarbon liefern Einblicke in Chinas Übergang von einem Pilot- zu einem nationalen Emissionshandelssystem. Darüber hinaus gibt Masahiro Kimura einen Überblick über das weltweit erste städtische Emissionshandelssystem in Tokyo. Zu guter Letzt skizziert Kay Harrison den Entwicklungsprozess des neuseeländischen Emissionshandelssystems und beschreibt dabei dessen Übergang zu einem EHS, das nur heimische Zertifikate anerkennt.

Das Wachstum und die Diversifizierung der Kohlenstoffmärkte sind eine Erfolgsgeschichte, die kontinuierliche Dialog- und Beratungsprozesse von politischen Entscheidungsträgern möglich gemacht haben, und zu der Foren wie ICAP einen wichtigen Beitrag leisten.

ICAP, die ‚International Carbon Action Partnership’ verbindet regionale, nationale und subnationale Regierungen und öffentliche Behörden aus der ganzen Welt, um wichtige Aspekte der Ausgestaltung von Emissionshandelssystemen und den Weg zu einem globalen Kohlenstoffmarkt zu diskutieren. 30 nationale und subnationale Jurisdiktionen sind ICAP seit dem Start im Jahr 2007 beigetreten.

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