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Archiv: Emissionshandel


Rückgang gegenläufig zum EU-weiten Anstieg

Im Jahr 2017 emittierten die rund 1.830 stationären Anlagen in Deutschland im Emissionshandel (ETS, Emission Trading System) rund 438 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalente und damit 3,4 Prozent weniger als 2016. Damit fällt der Rückgang der Emissionen im Emissionshandelssektor stärker aus als der Rückgang der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen, welche auch andere Sektoren (z.B. Verkehr, Haushalte) umfassen. Die kürzlich veröffentlichte Nahzeitschätzung des UBA hatte für diese eine Minderung von 0,5 Prozent ermittelt. Die deutschen ETS-Emissionen entwickelten sich damit gegenläufig zum EU-weiten Durchschnitt wie das Umweltbundesamt am 10.04.2018 mitteilte.


Kann Deutschland die Klimaschutzziele noch erreichen?

Im Koalitionsvertrag hat die neue Bundesregierung bekräftigt, dass sie die Lücke zum Klimaziel 2020 so schnell wie möglich schließen will. Führt Deutschland einen Mindestpreis auf CO2 ein, können die Klimaziele bis zum Jahr 2020 noch erreicht werden. Das Öko-Institut e. V.hat im Auftrag des WWF Deutschland analysiert, wie stark bei welchem CO2-Preis vor allem die Emissionen aus der Stromerzeugung aus Kohle zurückgehen können. Neben CO2-Mindestpreisen wurden auch Kraftwerksstillegungen untersucht. Die Wissenschaftler haben die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen umfassend analysiert und die Effekte auf das Stromerzeugungssystem dokumentiert.


EU erzielt Einigung bei Emissions-Lastenteilung

Kurz vor Weihnachten hat sich das Europäische Parlament vorläufig auf eine Lastenteilung bei der Emissionsreduzierung für den Zeitraum von 2021 bis 2030 geeinigt. Betroffen sind davon jene Sektoren, die nicht vom Emissionshandel abgedeckt sind. Joschua Katz hat sich die Meldung aus Brüssel am 28.12.2017 für energiezukunft näher angeschaut.


Janelle Knox-Hayes (MIT) untersucht kulturelle Hintergründe der Klimapolitik

Wir haben einen Planeten und viele Pläne, die verhindern sollen, dass er zu heiß wird – mehr als 60 unterschiedliche Systeme zur Preisgestaltung für Treibhausgasemissionen werden weltweit verwendet; alle zielen sie darauf ab, die Klimaschäden der Verbrennung fossiler Energieträger zu reduzieren. Abstrakt betrachtet könnte eine einheitlichere Politik einfacher sein, die den Emissionsverursachern Kosten auferlegt. Aber – das hat MIT Associate (W2-)Professorin Janelle Knox-Hayes beobachtet – Klimaregelungen werden nicht abstrakt entwickelt. Die spezifischen Politiken, welche die Länder verfolgen, ergeben sich aus den besonderen Bedingungen, mit denen sie konfrontiert sind.


Sondergutachten schlägt erzeugerseitiges regionales Netzentgelt für EE-Anlagen vor

Um die Treibhausgas-Reduktionsziele zu erreichen, sollte das europäische Emissionshandelssystem gestärkt werden, indem weitere Sektoren einbezogen werden – so eine Medienmitteilung derMonopolkommission, Außerdem fordert das Sondergutachten Energie 2017 – Gezielt vorgehen, Stückwerk vermeiden Anpassungen bei der Konzessionsvergabe für den Netzbetrieb, um die Verbraucher zu entlasten.

Europäisches Emissionshandels-System (ETS)

Das am 01.01.2005 in Kraft getretene europäische Emissionshandelssystem soll den Ausstoß von Treibhausgasen in der EU kostenwirksam und wirtschaftlich effizient reduzieren helfen. Zentrales Ziel der EU ist es dabei, die Zwei-Grad-Grenze nicht zu überschreiten. Zentrales Ziel der EU ist es dabei, die Zwei-Grad-Grenze nicht zu überschreiten, also den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2° Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu beschränken. Dazu muss die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre unterhalb des Wertes von 550 ppmv [[CO2]]-Äquivalent gehalten werden.


In der Theorie schön, in der Praxis ein Desaster

Gastkommentar von Patrick Graichen, Agora Energiewende
Im umweltökonomischen Lehrbuch ist die Sache mit dem Emissionshandel (englisch: Cap-and-Trade) ganz einfach: Die Gesellschaft definiert für einen Schadstoff, welches Verschmutzungsniveau für die Umwelt gerade noch verträglich ist (Cap), vergibt an die potenziellen Verschmutzer Zertifikate, die diesem Niveau entsprechen, und überlässt den Rest dann dem Markt (Trade). Es bildet sich dann ein Marktpreis heraus, der sich an den Kosten der jeweiligen Vermeidungstechnologien orientiert – und das Umweltziel wird zu den niedrigstmöglichen Kosten erreicht. Weitere Instrumente sind nicht nur überflüssig, sondern schaden dem Ziel eines kosteneffizienten Umweltschutzes. Soweit die Theorie.


Energiesteuer mit CO2-Komponente plus Rückverteilung schafft Fairness auf dem Wärmemarkt

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat am 18.09.2017 einen Vorschlag für eine CO2-Bepreisung im Wärmemarkt vorgestellt. „Bislang gibt es im Wärmemarkt nicht die richtigen Anreize, moderne Technologien und Erneuerbare Energie einzusetzen, da die Kosten für eine Entsorgung der Emissionen in der Atmosphäre nach wie vor nicht beim Anlagenbetrieb anfallen, sondern stillschweigend vergesellschaftet werden. Derzeit werden sogar wieder mehr Ölheizungen installiert. Dabei werden die gesetzten Emissionsminderungsziele der Bundesregierung nicht erreicht und das Potenzial des Wärmesektors weit unterschätzt“, kritisiert BEE-Geschäftsführer Peter Röttgen.


Gegenpol zu Trump

Auch nach dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen setzen sich Teile der USA für mehr Klimaschutz ein: In Kalifornien hat das Parlament die Klimaschutzauflagen mit Stimmen der republikanischen Opposition bis 2030 verlängert. Das berichten u.a. der Deutschlandfunk, der Schweizer Rundfunk und der britische Guardian.


EEG – Subventionsabbau für fossile Energien – Emissionshandel – CO2-Steuer

Äußerst kritisch geht Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG, mit der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung ins Gericht und plädiert für eine Rückbesinnung auf das EEG, das nach seiner Meinung wirksamste Klimaschutzinstrument.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors

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