Energiegenossenschaften: Einbruch bei Gründungszahlen

Zukunft Wind

Im Bereich der Windenergie liegt die Zukunft vieler Energiegenossenschaften. Vier Prozent der Genossenschaften betreiben laut DGRV-Jahresumfrage bereits eigene Windenergieanlagen. Darüber hinaus sind 15 Prozent mit durchschnittlich 544.000 Euro an Windprojekten beteiligt. In den kommenden 12 Monaten plant gut ein Drittel der Energiegenossenschaften weitere Investitionen in diesen Bereich. Positiv sieht der DGRV zudem die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen wie Strom-Direktlieferung an Endkunden, aber auch die Gründung von Dachgenossenschaften zur Stromvermarktung. Erfreulich ist zudem die Entwicklung bei den Nahwärmegenossenschaften: Hier sind allein in den vergangenen drei Jahren über 60 von den insgesamt 140 Genossenschaften gegründet worden.

Mit ihren Investitionen leisten Energiegenossenschaften auch einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz der Energiewende vor Ort. In einer ergänzenden Blitzumfrage der AEE unter Energie-Kommunen zeigt sich die Wichtigkeit der Bürgerbeteiligung an lokalen Energieprojekten: Für fast 80 Prozent der Befragten leisten Energiegenossenschaften und andere dezentrale Akteure einen großen bis sehr großen Beitrag zur Akzeptanz der Energieprojekte in ihren Kommunen. „Ohne Akzeptanz in der Bevölkerung wäre der Ausbau der Erneuerbaren Energien in den Kommunen und Regionen gefährdet“, erklärt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. „Dadurch würden auch die mit der Energiewende verfolgten Klimaschutzziele Makulatur.“ 96 Prozent der befragten Kommunalvertreter sehen die Akzeptanz als wesentlichen Faktor für den Erfolg der Energiewende und in 34 Prozent der befragten Kommunen sind schon einmal Erneuerbare-Energien-Projekte aufgrund fehlender Akzeptanz gescheitert.

Zur Methodik

Der DGRV befragte 772 Energiegenossenschaften, die zwischen 2006 und 2014 gegründet wurden (Rücklauf 315). Die Umfrage wurde bereits zum vierten Mal durchgeführt. Die Ergebnisse sind abrufbar unter
www.genossenschaften.de/energie.

Die Blitzumfrage der AEE wandte sich an Vertreter von 90 Energie-Kommunen in Deutschland (Rücklauf: 31). Infografiken zur Umfrage sind unter www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/hemmnisse-und-triebfedern-der-regionalen-energiewende-aus-sicht-von-energie-kommunen abrufbar.

Nicole Weinhold in Erneuerbare Energien dazu:

Bei der PV-Testausschreibung hat keine einzige Energiegenossenschaft einen Zuschlag bekommen. Dafür waren aber die erzielten Kilowattstundenpreise mit neun bis zehn Cent relativ hoch – statt regierungsseitig erhoffter Niedrigpreise. Bis August läuft die zweite Ausschreibungsrunde.

Der DGRV hat den Vorschlag bereits vor den PV-Testausschreibungen beim Bundeswirtschaftsministerium eingebracht, habe aber als Antwort erhalten, man wolle stattdessen ein möglichst einfaches Konzept vorstellen ohne Sonderregelungen und mit geringen Barrieren für Ausschreibungsteilnehmer. Möglicherweise hat die Idee aber noch Hoffnung, wo jetzt klar geworden ist, dass Bürgerenergiegenossenschaften ansonsten keine Chance haben.

->Quellen: