Kritische Auto-Studie des BUND zur IAA

Gutachten: Modellpolitik der deutschen Autoindustrie gefährdet Ziele beim Klimaschutz

Blau, Grün und Weiß sind die dominierenden Farben bei der Gestaltung von Ständen auf den großen Automobilmessen wie der Internationalen Automobilausstellung (IAA). Die deutsche Automobilindustrie will damit ihren Willen zu sauberer, moderner Technik suggerieren. Die Realität ist allerdings einen andere. Das zeigt das neue von BUND und Verkehrsclub Deutschland (VCD) beauftragte Gutachten zur Modellentwicklung in der deutschen Automobilindustrie ganz deutlich.

Die Realität ist allerdings einen andere. Das zeigt das neue vom BUND und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) beauftragte Gutachten zur Modellentwicklung in der deutschen Automobilindustrie ganz deutlich. Darin wird herausgearbeitet, wie die deutschen und europäischen Autokonzerne durch die Konzentration auf große, schwere und leistungsstarke dieselbetriebene Fahrzeuge den Anschluss bei innovativen und wirklich energiesparenden Techniken verloren haben. Eine Konsequenz dieser Modellpolitik sind beispielsweise die aktuellen Luftreinhalteprobleme in europäischen Städten.

Verflechtung von Politik und Industrie blockiert Fortschritt

[note Extremer Spritsäufer: Stretch-Limousine von Hummer – dahinter steht, auf dem Transparent an der Berliner Akademie der Künste: “Nichts ist erledigt”. Zu Recht – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft]Das Gutachten zeigt zudem, wie eng Politik und Automobilwirtschaft verflochten sind und maßgebliche Entscheidungen über Klimaschutzmaßnahmen in enger Abstimmung treffen. Untersucht wird in dem Gutachten beispielsweise, wie diese Verflechtung zur Verschiebung von [[CO2]]-Grenzwerten und zur Berücksichtigung des Fahrzeuggewichts bei der Ermittlung der Grenzwerte geführt haben. Alles Entscheidungen, die die Bemühungen der Automobilindustrie für den Klimaschutz verwässern. Auch der Kampf der Konzerne gegen ehrlichere Verbrauchsangaben wird in diesem Zusammenhang in dem Gutachten betrachtet.

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Automobilindustrie haben damit eines gemeinsam: Sie stehen in direkten Widerspruch zu den Klimaschutzzielen von UN und Bundesregierung. Denn sie reduzieren den Ausstoß klimawirksamer Abgase aus dem Autoverkehr nicht in ausreichender Höhe. Dabei sind deutsche Hersteller nicht nur in Europa gefordert: Mit rund 16 Millionen Pkw sind im vergangenen Jahr etwa 22 Prozent der weltweit verkauften Fahrzeuge von deutschen Konzernen gebaut oder beauftragt worden. Damit beeinflussen die von der deutschen Autoindustrie getroffene Modellentscheidungen in erheblicher Weise, mit welchen Autos in der Welt gefahren wird.

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