Kein Anschluss unter…

…dieser Säule: Ladesäulen Mangelware

E-Mobility -Mitsubishi-Ladestation in Berlin - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftDeutschlands Autoschmieden entdecken endlich die Elektromobilität – doch es fehlt an der Infrastruktur: Es gibt deutlich zu wenige Ladestationen. Dabei hatte die Bundesregierung zugesagt, bis 2020 rund 15.000 Ladesäulen mit insgesamt 300 Millionen Euro zu fördern. 70.000 Ladestationen sollen insgesamt in vier Jahren stehen – bis dahin ist es noch weit. Doch es scheint sich allmählich etwas zu bewegen.

Berlin: Ladestation im Wartestand - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify„Elektroautos verkaufen sich nicht wie warme Semmel, kaum einer will ein E-Fahrzeug haben: Hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten, zu lange Ladezeiten, zu geringe Reichweite und außerdem zu wenige Lademöglichkeiten; Hersteller, die in die Entwicklung von herkömmlichen Elektroautos investieren, agieren aus Zweckoptimismus. Für sie ist Elektromobilität längst noch keine ausgemachte Sache“, textete das österreichische Industrie-Magazin.

Die deutsche Autoindustrie will aber jetzt – mehreren Veröffentlichungen folgend (s.u.) – den Rückstand zu Pionier Tesla aufholen. VW will bis 2025 drei Millionen Elektroautos verkaufen und kündigte dafür Milliardeninvestitionen an. Auch Daimler und BMW wollen stärker einsteigen. Die Pläne bleiben aber so lange Makulatur, wie die Energieversorger, also E.ON, EnBW, RWE, Vattenfall, EWE und die kommunalen Stadtwerke nicht mitziehen. Und sich darauf einigen, wer für die schnelle Ladung bezahlen soll – daran hapert es entscheidend.

Porsche tritt gegen Tesla an – zeitverzögert

Ab 2020 soll der Porsche Mission E laut Handelsblatt mit 250 Stundenkilometern Spitze und nur vier Minuten Ladezeit für 100 Kilometer Reichweite gegen den großen Tesla antreten. „’Mit Porsche Turbo Charging geht das Laden bei 800 Volt an DC-Ladesäulen deutlich schneller als gewohnt‘, verspricht der Hersteller. Das Problem: in Deutschland gibt es noch keine einzige Ladestation, die auf diese Spannung kommt.“

Der Antrieb des Mission E ist – so Porsche auf seiner Webseite – „völlig neu und dennoch typisch Porsche: Erprobt im Motorsport. Zwei permanent-erregte Synchronmotoren (PSM), ähnlich wie sie im Le-Mans-Sieger 919 Hybrid eingesetzt wurden, beschleunigen den Sportwagen und gewinnen beim Bremsen Energie zurück. 24 Stunden sportliche Höchstleistung und ein Doppelsieg sind für einen Porsche die beste Empfehlung.

Zusammen leisten sie über 600 PS, katapultieren den Mission E in weniger als 3,5 Sekunden auf Tempo 100 und in unter zwölf Sekunden auf 200 km/h.“

[note Usedom baut Ladestationen: Auf der Insel Usedom soll ein dichtes Netz an Ladestationen für Elektroautos entstehen, gesponsert mit Fördermitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) – berichtet der Dienst ecomento.tv. Die Bürgerenergie-Genossenschaft Inselwerk will bis 2018 insgesamt 48 Typ-2-Ladestationen errichten. Noch in diesem Jahr sollen die ersten 15 Ladestationen zur Verfügung stehen. Die 48 Stationen sollen jeweils maximal 15 Kilometer voneinander entfernt aufgestellt werden, damit ein dichtes, über die ganze Insel verteiltes Ladenetz entsteht. Auf diese Weise soll die Attraktivität von Elektroautos sowohl für Einheimische als auch Touristen erhöht werden. Durch die mit Ökostrom betriebenen Stationen werde bereits im ersten Jahr eine CO2-Einsparung von fast fünf Tonnen erreicht, kündigte das mecklenburgisch-vorpommerische Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung an.]

Folgt: Kundenkreis für Berliner E-Auto-Ladestationen erweitert