25 Jahre Mülltrennung – ein schwieriges Geschäft

Recycling und Gelber Sack: It’s complicated!
Warum Verbraucher dennoch trennen sollten

nabu logo25 Jahre nach Einführung des Gelben Sacks würden Kunststoffverpackungen zwar größtenteils getrennt gesammelt. Jedoch wanderten über die Hälfte der eingesammelten Verpackungen in die Müllverbrennung. Warum Mülltrennung trotzdem das Beste für mehr Ressourcenschutz sei, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf seiner Website.

Nur rund 40 Prozent der Kunststoffverpackungen, die im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne landeten, würden recycelt. Bei dieser sogenannten stofflichen Verwertungsquote sei also noch viel Luft nach oben. Zwar erfülle Deutschland die rechtlich vorgegebenen Mindestquoten für Verpackungsrecycling, bekleckere sich aber aus ökologischer Sicht im Bereich Plastik nicht mit Ruhm: Die Quoten stagnierten seit Jahren auf niedrigem Niveau, es gelte: “Recycelt wird, was wirtschaftlich ist”.

Was passiert mit der weggeworfenen Verpackung?

Plastikmüll für den Gelben Sack - Foto © Veronika Neukum, Agentur Zukunft für SolarifyStreng genommen, gehörten rein rechtlich nur Verpackungen in den Gelben Sack. Nach ihrer Abholung kämen die Gelben Säcke in Sortieranlagen, wo die Verpackungen nach Materialart sortiert würden. Die Anlagen unterschieden zunächst zwischen Verpackungen aus Weißblech, Aluminium und Kunststoff. Die metallhaltigen Abfälle könnten anschließend relativ unproblematisch stofflich zu Alubarren und Stahl verwertet werden. Bei Verpackungen aus Kunststoffen zeige sich ein anderes Bild.

Was gehört in den Sack?

Die Entsorgung sogenannter stoffgleicher Nichtverpackungen, wie etwa altes Spielzeug, gebrauchte Pfannen oder Kleiderbügel im Gelben Sack erscheine vielen Verbrauchern zwar logisch, sei jedoch im privaten Entsorgungssystem der Dualen Systeme nicht eingepreist. Für die Umwelt sei es dennoch besser, wenn auch diese Produkte im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne entsorgt würden, denn sie lieferten mehr Rohstoffe für das Recycling. Manche Kommunen hätten das erkannt und böten den Bürgern die Wertstofftonne an, in die Verpackungen und Produkte aus Metall oder Plastik gleichermaßen entsorgt werden könnten.

Werkstoff- und Papiertonne - Foto © Veronika Neukum, Agentur Zukunft für SolarifyIn der Sortierung würden die Verpackungen zunächst in verschiedene Materialströme aufgeteilt. Die Sortierung richtete sich dabei nach den eingesetzten Kunststoffarten. Das sei wichtig für den späteren Recyclingprozess, denn Plastik sei nicht gleich Plastik. Der Grundbaustein sei fast immer Erdöl oder Erdgas, selten basierten Kunststoffe auf nachwachsenden Rohstoffen, wie beispielsweise Zuckerrohr. Daraus ließen sich jedoch verschiedene Polymere mit unterschiedlichen Eigenschaften herstellen.

Die am häufigsten eingesetzten Kunststoffe seien – je nach gewünschter Eigenschaft der Verpackung – PP, PE, PS und PET. Häufig seien Verpackungen aus mehreren verschiedenen Kunststoffsorten zusammengesetzt. Oder sie lägen in Verbunden vor, wie beispielsweise Getränkekartons, die aus mehreren Lagen Papier, Kunststoff und Aluminium bestünden. Darüber hinaus würden den Kunststoffen in der Regel so genannte Additive, also Zusatzstoffe, in Form von Farbstoffen, Weichmachern oder Stabilisatoren beigefügt, die die Einsatzmöglichkeiten für das daraus gewonnenen Recyclingmaterial in neuen Produkten gegenüber Primärkunststoffen deutlich begrenzten bzw. die Einsatzmöglichkeiten für den Einsatz als Rezyclate einschränkten.

Die Guten ins Töpfchen….

Maschinelle Mülltrennung in Australien - Foto © Gemeinfrei, commons.wikimedia.org

Die werkstoffliche Zusammensetzung einer Verpackung entscheide also maßgeblich darüber, ob sie recycelt werde oder in einer Müllverbrennungsanlage ende. Grundsätzlich gelte, je einheitlicher eine Verpackung stofflich zusammengesetzt sei, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch recycelt werden könne. Diese Verpackungen seien in den Sortieranlagen nämlich gut zu erkennen, zu separieren und kostengünstig zu Granulat oder Mahlgut aufzubereiten, so dass sie in neuen Produkten eingesetzt würden.

Folgt: Downcycling: Regel statt Ausnahme