DWD: Prognose langfristiger Temperaturtrends

Aktuelle Jahreszeitenvorhersage

Der  Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Homepage nach fünfjähriger aber längst nicht abgeschlossener gemeinsamer Forschung mit anderen Institutionen ein Tool zur Vorhersage der Jahreszeiten und damit auch der langfristigen Temperaturtrends an. „Für Prognosen im europäischen Raum eignet sich das System zurzeit noch nicht“ – schrieb Joschua Katz für das Portal energiezukunft.de.

Eine Jahreszeitenvorhersage gebe eine Prognose darüber ab, mit welcher Wahrscheinlichkeit die kommenden drei Monate zum Beispiel trockener oder feuchter, wärmer oder kälter als im langzeitlichen Mittel würden – so der DWD. Änderungen des Wetters würden also über einen längeren Zeitraum als bei der Wettervorhersage betrachtet. In dieser Zeitspanne werde nach Signalen gesucht, die vom bekannten Klima abweichen.

In erster Linie diene das der Klimavorhersage, also einer Angabe über die jahreszeitlich gemittelte Trendentwicklung der Temperatur, so energiezukunft.de: „Das darf dabei keinesfalls mit Vorhersagen über das Wetter verwechselt werden. Während es in der zweiten Dezemberhälfte durchaus einen wärmeren und etwas regnerischen Abschnitt geben könnte, würde der gesamte Winter und damit das Klima dieser Jahreszeit vielleicht trotzdem noch eher kalt ausgeprägt sein.“

Das German Climate Forecast System ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Hamburg (UHH), des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) und des Deutschen Wetterdienstes. Erstmals werden im Routinebetrieb globale Jahreszeitenvorhersagen erstellt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Bei einer Prognose über einen Zeitraum von mehreren Monaten sind viele Komponenten des Klimasystems zu berücksichtigen: nicht nur die untere Schicht der Atmosphäre (die Troposphäre, bis in maximal 16 Kilometer Höhe), sondern auch höhere Luftschichten, der Boden sowie Ozean und Meereis. Für die Jahreszeitenvorhersage wird ein mit all diesen Komponenten gekoppeltes Klimamodell genutzt.

Die Grundlage für die saisonale Vorhersage bildet das Erd-System-Modell des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-ESM), welches alle oben genannten Komponenten enthält. Diese Konfiguration wurde auf die Bedürfnisse der Jahreszeitenvorhersage angepasst. Jetzt können Startfelder erzeugt werden, die den Zustand des Klimasystems zum Startpunkt der Vorhersage für das Modell aufbereiten und Ensembles rechnen, die eine Vorhersage mit minimalen Änderungen im System wiederholen.

Dafür errechnete das WissenschaftlerInnen-Team mit einem speziell angepassten Klimarechenmodell zunächst Vorhersagen für die vergangenen 30 Jahre. Diese langfristige Klimatologie liefert zuverlässige Durchschnittswerte und dient damit als Basis für den Vergleich mit den aktuellen Prognosen. Andererseits ist sie ein guter Qualitätscheck für das Klimarechenmodell selbst: Wie gut die Vorhersagen zutreffen, lässt sich für die Vergangenheit sofort an den historisch gemessenen Wetterdaten überprüfen.

Zusätzlich werden die errechneten Prognosen mit Klimatologien verglichen, die aus Beobachtungsdaten gewonnen werden. Auf dieser breiten Basis können Aussagen über Trends getroffen werden. Wie stark weicht die Prognose vom Drei-Monats-Mittel der letzten 30 Jahre ab? Und wie wahrscheinlich ist, dass dieses Ergebnis eintritt? Damit unterscheidet sich die Jahreszeitenvorhersage grundlegend von der Wettervorhersage, die detaillierte Aussagen über das Wettergeschehen der nächsten Stunden bis Tage macht.

Der Copernicus Climate Change Service, eingerichtet im Auftrag der Europäischen Kommission am European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF), unterstützt den Deutschen Wetterdienst. Copernicus-Services stehen kostenlos zur Verfügung, um die Gesellschaft, Politik und Industrie in Fragen zu Klimarisiken und Klimawandel zu unterstützen. Bei der Nutzung der Abbildungen zu den Jahreszeitenvorhersagen ist zu beachten, dass diese Prognosen Gegenstand intensiver Forschung und Weiterentwicklung sind.

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