Grenzen der Wettervorhersage: Wie weit können wir in die Zukunft schauen?

Innere Grenze der Wettervorhersage bestätigt und verantwortliche Prozesse aufgezeigt – aber Verbesserungen möglich

„Historischer Dürrerekord: Katalonien verhängt Notstand“, meldeten Ende Januar 2023 zahlreiche Medien (zit. n. DLF). Hochwasser und Überflutungen, Hitzewellen und Dürren: Unwetterkatastrophen und Klimaextreme fordern nicht nur Menschenleben, sondern verursachen Jahr für Jahr Sachschäden in Milliardenhöhe. Wetterpognosen und Vorkehrungen haben daher für die Gesellschaft enorme Bedeutung und werden in Zukunft noch wichtiger werden. Allerdings gelangt die Vorhersagbarkeit des Wetters an eine natürliche, allerdings bisher nicht erreichte Grenze: „Wir haben noch großes Potenzial, um die Wetterprognosen für die mittleren Breiten weiter zu verbessern“, sagt Privatdozent Dr. Michael Riemer von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). (Foto: Überschwemmung in Marienthal, Dernau, Ahr – Foto © HwK Koblenz – mit freundlicher Genehmigung) weiterlesen…

Aerosole beeinflussen Solarstromertrag in Europa

Ertragsprognosen für PV-Anlagen

Im Forschungsprojekt PermaStrom von KIT, dem Deutschen Wetterdienst und meteocontrol untersucht, wie winzige Schwebeteilchen in der Luft das Wetter und die Sonneneinstrahlung verändern, wie sich solche Ereignisse besser in Wettervorhersagen berücksichtigen lassen. Denn hoch oben in der Atmosphäre führen kleinste Partikel zur Bildung von Wolken. Tragen Luftströmungen Saharasand nach Europa, wirkt sich das auch auf unser Wetter aus. Die Erkenntnisse sollen helfen, genauere Ertragsprognosen für PV-Anlagen zu erstellen. Das BMWi fördert das Projekt mit 2,5 Millionen Euro. weiterlesen…

Regierung will EZMW-Standort in EU

Brexit-Folge: Bonn bewirbt sich um zusätzliche Niederlassung des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage (EZMW)

Das EZMW hat seinen Hauptsitz in Großbritannien und benötigt aufgrund des Brexits eine zusätzliche Niederlassung im Gebiet der EU. Dabei sollen von dem neuen Standort zunächst die Aufgaben ausgeführt werden, die das EZMW im Rahmen des EU-Erdbeobachtungsprogramms ,,Copernicus“ übernimmt: Der Copernicus Climate Change Service und der Copernicus Atmosphere Monitoring Service.
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Mit Untersuchung atmosphärischer Gravitationswellen Wetter- und Klimamodelle verbessern

PNAS: Bis 1960 unklar

Am 03.09.2018 schrieb ein unmotorisiertes Experimental-Segelflugzeug Geschichte, als es in die Stratosphäre flog. Nachdem sie von El Calafate, einer Stadt in der Nähe des südpatagonischen Eisfeldes in Argentinien, aufgebrochen waren, surften die Segelflieger Jim Payne und Tim Gardner auf riesigen, von den Anden ausgehenden Luftwellen. Sie erreichten eine – von keinem anderen unmotorisierten Flugzeug jemals erreichte – Weltrekordhöhe von 23.203 Metern. Es war eine Leistung, die nicht nur durch menschlichen Einfallsreichtum, sondern auch durch die unglaubliche Stärke eines Phänomens ermöglicht wurde, das als atmosphärische Gravitationswellen bekannt ist. Ein Artikel von Adam Mann am 24.09.2019 in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS). weiterlesen…

Kompetenz qualifizierter Vorhersagen

Nature: Jahrzehnte währendes Klima berechenbarer als bisher angenommen

Es besteht wachsender Bedarf an qualifizierten Vorhersagen über das Klima bis zu einem Jahrzehnt im Voraus. Über Jahrzehnte gehende Klimavorhersagen zeigen hohe Kompetenz für die Oberflächentemperatur, aber das Vertrauen in Prognosen von Niederschlag und Luftzirkulation ist viel geringer. Forschern aus Großbritannien, den USA, Spanien, Kanada und Deutschland zufolge zeigen jüngste Fortschritte bei der saisonalen und jährlichen Vorhersage, dass der Störabstand in Klimamodellen zu klein sein kann, was ein sehr großes Ensemble erfordert, um das vorhersehbare Signal zu extrahieren. Die Experten bewerten in ihren in einem Artikel in Nature Climate and Atmospheric Science veröffentlichten Ergebnissen die jahrzehntelange Vorhersagekompetenz mit einem viel größeren Ensemble als bisher verfügbar und zeigen signifikante Fähigkeiten für Niederschläge über die Land- und Luftzirkulation sowie die Oberflächentemperatur. weiterlesen…

DWD: Prognose langfristiger Temperaturtrends

Aktuelle Jahreszeitenvorhersage

Der  Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Homepage nach fünfjähriger aber längst nicht abgeschlossener gemeinsamer Forschung mit anderen Institutionen ein Tool zur Vorhersage der Jahreszeiten und damit auch der langfristigen Temperaturtrends an. „Für Prognosen im europäischen Raum eignet sich das System zurzeit noch nicht“ – schrieb Joschua Katz für das Portal energiezukunft.de. weiterlesen…

Bald weit genauere Wetterprognosen

Bisherige Grenzen werden durch große Rechenkapazität und genauere Daten überschritten

Das European Medium-Range Weather Centre (ECMWF) will künftig Extrem-Wetterereignisse bis zu zwei Wochen im Voraus erkennen, Änderungen der Großwetterlage gar bis zu vier Wochen im Vorhinein. Die weltweite so genannte Ensemble-Prognosen-Auflösung soll dafür um mehr als das Dreifache steigen, mit einer Rastergrößen-Verringerung von derzeit 18 auf 5 km – wie aus einer ECMWF-Medienmitteilung vom 12.09.2016 hervorgeht. (s. auch: solarify.eu/bessere-klimasimulationen-moeglich) weiterlesen…