Fischedick im DLF: Doppelt so viel EE nötig

Erneuerbare auf Kurs, aber Kohle verhagelt Klimabilanz

Erneuerbare Energien entwickeln sich gut, aber nicht schnell genug, meinen Experten. Die Bundesregierung habe den jährlichen Ausbau gedeckelt, um die Verbraucher nicht zu überlasten, wie sie sagt. Um die Klimaziele einzuhalten, müssten Energiewende und Ausbau der Erneuerbaren aber weit entschiedener vorangetrieben werden –  so eine sechsteilige Sendereihe im Deutschlandfunk.

Der Erfolg des EEG habe dazu geführt, „dass wir seit zwei, drei Jahren gigantische Kostenreduktionen weltweit gesehen haben im Bereich der Erneuerbaren

Manfred Fischedick – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify

Energien, die einfach dazu führen, dass in vielen Anwendungsbereichen die erneuerbaren Energien eben heute schon wirtschaftlich sind. Und da hat Deutschland tatsächlich einen großen Beitrag geleistet“, sagte Manfred Fischedick, Vize-Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Verkehr.“ Doch Fischedick ist skeptisch; sein Grund: die Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren: „Die Bundesregierung hat gesagt, sie will im Bereich Windenergie und Solarenergie 2.500 Megawatt pro Jahr an zusätzlicher Installation haben, die nicht ausreichen, um die mittel- bis langfristigen Klimaschutzziele zu erreichen. Wenn wir in Richtung einer Energiewirtschaft wollen, die spätestens 2050 klimaneutral ist, dann bräuchten wir eigentlich mindestens doppelt so hohe Ausbauraten.“

Die Politik müsste also eigentlich noch stärkere Anreize zu Gunsten von  Wind- und Solarstrom setzen. Doch in der Praxis geschieht das Gegenteil. Das Problem sind die besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke. Fischedick: „Was ist passiert? Wir haben die Erneuerbaren dynamisch ausgebaut. Und das hat dann nicht dazu geführt, dass Kohlekraftwerke weniger Strom produzieren, sondern sie produzieren genauso viel. Und der Strom wird einfach ins Ausland verkauft, wo er kostengünstig angeboten werden kann.“

Die Energiekonzerne nehmen zwar am europäischen Emissionshandel teil. Sie benötigen Zertifikate für jede ausgestoßene Tonne CO2. Doch die Verschmutzungsrechte sind noch immer zu billig, erklärt der Wuppertal-Vize: „Wir haben das Problem, dass bei fünf, sechs, sieben Euro pro Tonne – das ist der aktuelle CO2-Preis – es keinen Anreiz gibt, auf Erneuerbare umzusteigen. Das ist sicherlich etwas, was in den nächsten Jahren ganz, ganz oben auf der Agenda stehen muss, über die marktwirtschaftlichen Instrumente, die wir haben wie den Emissionshandel, eben die richtigen Anreize zu setzen, dass dann die richtigen Kraftwerke mit möglichst wenig Emissionen betrieben werden.“

Der hohe CO2-Ausstoß der Kohlemeiler ist der Hauptgrund dafür, dass Deutschland sein übergreifendes Klimaschutzziel 2020 verpassen wird….

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