Klima- und Entwicklungsziele mit Politikmix erreichbar

Gemeinsame Untersuchung von MCC und PIK

Eine am 20.06.2018 veröffentlichte  MCC-Studie unter Leitung des PIK-Potsdam zeigt: Klimaschutz, Ernährungs- und Energiesicherheit sind zugleich möglich. Der Wettbewerb um Land ist dabei ein zentrales Thema. Eine breite Kombination von Maßnahmen könnte am besten geeignet sein, sowohl die Klimaziele als auch die meisten nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.

Diese Maßnahmen reichen von der CO2-Bepreisung über die Regulierung des Schutzes von Wasser und Wald bis hin zu Lebensstiländerungen. Das zeigt eine Studie unter Beteiligung des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Das Forschungsteam unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hebt besonders das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Ziele hervor. Eine nur auf die CO2-Preise konzentrierte Politik wäre am billigsten, würde aber wahrscheinlich auf Kosten des Schutzes von Landflächen gehen.

„Um die Risiken der globalen Erwärmung innerhalb der von den Regierungen im Pariser Abkommen vereinbarten Grenzen zu halten, müssen wir unsere Energiesysteme grundlegend umbauen“, sagt Leit-Autor Christoph Bertram vom PIK. „Dies wird tiefgreifende Auswirkungen auf andere Bereiche haben, die für die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung relevant sind. Es wird sowohl Vorteile als auch Risiken für die Menschen mit sich bringen: etwa einerseits die Verringerung der Luftverschmutzung und andererseits höhere Preise für Nahrungsmittel und Energie.“ Die Bewertung dieser Kompromisse ist eine wichtige Information für Entscheider in Politik und Wirtschaft.

„Dies ist die erste Studie, die Auswirkungen verschiedener politischer Maßnahmen auf eine Reihe von Elementen der Nachhaltigkeit analysiert“, sagt Bertram. „Und das Ergebnis ist, dass ein Maßnahmenpaket die Nachhaltigkeitsvorteile der Treibhausgasminderung erheblich steigern und die Risiken reduzieren kann.”

Der Wettbewerb um Land ist dabei eines der zentralen Themen. „Ohne zusätzliche Regulierung würden allein aufs Klima fokussierte politische Maßnahmen zum raschen Ausstieg aus der fossil befeuerten Stromerzeugung beispielsweise den Anbau von Pflanzen zur Erzeugung von Bioenergie fördern“, sagt Co-Autor Alex Popp vom PIK. „Das würde die Treibhausgasemissionen reduzieren, da die Verbrennung der Pflanzen nur das CO2 freisetzt, das sie beim Anbau aufgenommen haben – aber es würde auch eine großflächige Umwandlung von Agrarflächen bedeuten, die sonst für die Nahrungsmittelproduktion oder für Ökosysteme zur Sicherung der Biodiversität genutzt werden. Im schlimmsten Fall könnte bis zu einem Drittel der heutigen Anbaufläche für Bioenergieplantagen genutzt werden.“

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